19. Oktober 2009
Eine Chlamydien-Infektion wird durch Bakterien übertragen. Wird die Erkrankung nicht erkannt und behandelt, kann sie Folgeerkrankungen nach sich ziehen.
Chlamydien sind eine Form von Bakterien. Diese Bakterien werden während des Geschlechtsverkehrs übertragen. Meist haben die Betroffenen dabei häufig wechselnde Geschlechtspartner. Bis zu drei Wochen nach dem Geschlechtsverkehr mit der infizierten Person bricht die Erkrankung aus, wobei sie jedoch bei vielen Betroffenen keine Beschwerden verursacht. Obwohl diese keine Symptome bemerken, sind sie ansteckend und können jederzeit eine gesunde Person während des Geschlechtsverkehrs anstecken.
Erkrankt eine schwangere Frau kurz vor oder während der Schwangerschaft an Chlamydien, kann dies schlimme Folgen für die Schwangerschaft und das Baby haben. Oft endet die Schwangerschaft in einer Frühgeburt oder die Fruchtblase platzt viel zu früh. Während einer normalen Entbindung können sich die Säuglinge mit den Chlaymdien anstecken, wenn sie durch den Geburtskanal rutschen. Dies führt bei den Babys zu einer Augenentzündung sowie in schlimmen Fällen auch zu einer Pneumonie (Lungenentzündung).
Das Trachom, die durch Chlamydien verursachte Bindehautentzündung, wird von Mensch zu Mensch im Rahmen einer Schmierinfektion übertragen. Reibt sich ein Betroffener über die Augen und fasst anschließend gemeinsam mit einer gesunden Person einen Gegenstand an, kann es bei der gesunden Person zu einer Infektion kommen, wenn diese sich direkt anschließend die Augen reibt. Auch über Fliegen kann diese Form der Chlamydien-Infektion übertragen werden. Dies kommt jedoch fast ausschließlich in tropischen Ländern vor.
Es handelt sich bei der Chlamydien-Infektion um eine ernstzunehmende Erkrankung. Werden die Bakterien nicht behandelt, können sie in den Körper aufsteigen und schwere Folgeerkrankungen verursachen. Bei Frauen steigen die Chlamydien bis zu den Eileitern auf und führen hier zu einem Verkleben. Folge ist, dass die Frau nicht mehr auf normalem Wege schwanger werden kann, da das Ei den Eileiter nicht mehr verlassen kann und es somit nicht zu einer Befruchtung kommen kann. Auch die Gefahr einer Eileiterschwangerschaft ist in diesem Fall erhöht.
Bei Männern können die Chlamydien zu Nebenhoden- und Prostataentzündungen führen, was ebenfalls zur Folge haben kann, dass der Mann nicht mehr zeugungsfähig ist.
Sowohl bei Männern als auch Frauen kann sich eine unbehandelte Chlamydien-Infektion zur so genannten Reiter-Krankheit entwickeln. Die Betroffenen haben hier Gelenkschmerzen sowie Schwellungen an den Knien und Füßen. Zusätzlich bestehen eine Harnwegsentzündung, ein Hautausschlag sowie eine Entzündung der Augen.
Wird das Trachom nicht behandelt, kann es zum Erblinden des Auges kommen.
Wird die Infektion jedoch rechtzeitig behandelt, bestehen fast 100%ige Heilungschancen und Folgeschäden bleiben nicht zurück.
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