4. Juli 2008
Von Sandra Spönemann
Stress auf der Arbeit, Sorgen um die Familie, kein Tag der nicht verplant wäre... Wird die Last des Alltags zu groß und hält sie zu lange an, kommt es zum nervlichen Zusammenbruch. Dann geht gar nichts mehr, kein Gedanke ist mehr fassbar. Dieses Phänomen nennt sich Burnout-Syndrom.
Die heutige Gesellschaft feilt unablässig an Perfektion: Ein hohes Gehalt ist wichtig. Der Job soll natürlich zu 100% erledigt werden. Der Körper ist schlank, perfekt trainiert und stilvoll umhüllt. Ganz nebenbei wird evtl. noch der Haushalt erledigt, sich um den Partner gekümmert und den Kindern die Hausaufgaben erklärt. Seit 2 Monaten nur 5 Stunden jede Nacht geschlafen? Kein Problem! Aber: Jede Mensch hat eine Belastbarkeitsgrenze und wenn diese andauernd überschritten wird, ist der Zusammenbruch unausweichlich. Betroffene sind ausgelaugt, haben Kopfschmerzen oder andere psychosomatische Symptome und gar nicht mehr in der Lage zu entspannen, weil sie ständig unter Strom stehen. Und selbst wenn ihnen etwas Freizeit vergönnt ist, dann beschäftigen sie sich gedanklich nur mit der Frage: Wie soll ich das bloß alles schaffen? Habe ich heut alles erledigt was ich mir vorgenommen habe?
Das Burnout-Syndrom ist mittlerweile medizinisch anerkannt. Viele Kurorte kümmern sich um die Betroffenen, "päppeln" sie sozusagen wieder auf. Während solch einer Kur werden Entspannungstechniken erlernt und in Gesprächen mit dem Spezialisten ermittelt, wie der Druck, den viele sich selbst bereiten, vermindert werden kann.
Besonders verbreitet ist das Burnout-Syndrom im Management-Bereich. Vielen wird über 60 Arbeitsstunden pro Woche zugemutet. Besprechungen und Präsentationen müssen möglichst effizient über den Tisch gehen, dazu kommt häufiges Verreisen, so dass sich auch der Jetlag negativ auswirkt. Hinzu kommt, das Manager unter dem Druck stehen Entscheidungen treffen zu müssen, die millionenschwer sind. Eine Fehlentscheidung kann zum schweren Absturz führen. So ein Zusammenbruch geht oft mit Schlafmangel und falscher oder ausbleibender Ernährung einher.
Stress muss jedoch nicht immer negativ sein. Viele Menschen benötigen Stress um produktiv/kreativ zu arbeiten, er dient als Ansporn. Dieser "positive" Stress wirkt förderlich. Auch das nur phasenweise unter Stress stehen ist nicht unbedingt gefährlich. Entscheidend ist, dass die Belastung im Rahmen bleibt und nicht langfristig überschritten wird. Das Burnout-Syndrom betrifft häufig Charaktere, die sich für alles verantwortlich fühlen, Aufgaben nicht an Dritte weiter delegieren wollen und einfach nicht "Nein" sagen können. Um das Gefühl des "Ausgebranntseins" zu überwinden, ist es wichtig zu begreifen, dass kein Mensch eine Maschine sein kann und es nicht möglich ist, jede Lebenslage bis ins Detail perfekt zu bewältigen.
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