9. Februar 2011
Brustkrebs gilt normalerweise als Krebsform, von der nur Frauen betroffen sind. Doch auch Männer können an Brustkrebs erkranken.
Brustkrebs ist keineswegs eine Erkrankung, die sich nur auf Frauen beschränkt. In seltenen Fällen kann es auch bei Männern zu Brustkrebs kommen.
Bei ca. einem Prozent aller Brustkrebserkrankungen handelt es sich um Tumorerkrankungen der männlichen Brust. In Deutschland liegt die jährliche Zahl der betroffenen Männer bei etwa 400. Dabei tritt diese Krebsform vor allem im Alter von etwa 70 Jahren auf. Da die meisten Männer natürlich nicht damit rechnen an Brustkrebs zu erkranken, wird der Tumor oftmals erst in einem späteren Stadium entdeckt. Dies bedeutet jedoch meist, dass auch das umliegende Gewebe sowie die Lymphknoten vom Krebs befallen wurden.
Wodurch es bei Männern zu Brustkrebs kommt, konnte bislang nicht eindeutig festgestellt werden. Es wird angenommen, dass hormonelle Faktoren von Bedeutung sind. So produziert der männliche Organismus nicht nur das männliche Geschlechtshormon Testosteron, sondern auch geringe Mengen an Östrogenen, weiblichen Geschlechtshormonen. Kommt es nun zu einer Verschiebung des hormonellen Gleichgewichts, kann sich dies auf das Wachstum des Brustgewebes auswirken. Gestört werden kann das hormonelle Gleichgewicht zudem durch Leberschäden, starkes Übergewicht oder Erkrankungen der Hoden. Ebenso kann das Gleichgewicht durch das so genannte Klinefelter-Syndrom durcheinander gebracht werden. Dabei handelt es sich um eine angeborene Veränderung der Chromosomenzahl.
Das Risiko an Brustkrebs zu erkranken, kann bei Männern genauso vererbt werden wie bei Frauen. So liegt die Rate erblich bedingter Tumore bei Männern wahrscheinlich sogar höher als bei Frauen. Durch Veränderungen der Gene besteht bei Männern aber nicht nur ein erhöhtes Brustkrebsrisiko, sondern auch die Gefahr, dass es zu anderen Krebskrankheiten wie Blutkrebs, Prostatakrebs, Bauchspeicheldrüsenkrebs oder Magenkrebs kommt.
Ein großes Problem ist, dass Männer Veränderungen an ihrer Brust häufig nicht beachten. In den meisten Fällen sind diese Veränderungen auch eher harmloser Natur, dennoch sollte man bestimmte Symptome von einem Arzt untersuchen lassen. Zum Beispiel dann, wenn es zu Verhärtungen oder Knoten an der Brust kommt, Entzündungen oder Ausfluss an der Brustdrüse auftreten, sich die Brustwarze verändert oder die Lymphknoten an der Achselhöhle verhärtet oder vergrößert sind.
Ein weiteres Problem ist die unzureichende Studien-Untersuchung von Brustkrebs beim Mann. Aus diesem Grund war es bisher nicht möglich spezielle Leitlinien aufzustellen. Nach wie vor orientiert man sich bei der Behandlung am Brustkrebs der Frau, doch die männliche Brust weist eigene Besonderheiten auf. So enthält sie zum Beispiel weniger Drüsen und Fett als die weibliche Brust.
Als Standardbehandlung bei männlichen Brustkrebs gilt bisher die operative Abnahme der Brust, was man als radikale Mastektomie bezeichnet. Dagegen werden brusterhaltende Therapien kaum durchgeführt, da sie oftmals auch nicht möglich sind. Bei einer Mastektomie entfernt man die Brustwarze, sämtliches Drüsengewebe sowie die Gewebeschicht, die den Brustmuskel abgrenzt. Der Brustmuskel selbst bleibt jedoch in der Regel erhalten. Als weitere Therapien kommen eine Chemotherapie, eine Strahlentherapie, eine Antikörpertherapie oder eine Hormontherapie in Betracht.
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