3. Februar 2011
Unter Rückfallfieber versteht man eine Infektionskrankheit, die durch bestimmte Bakterien ausgelöst wird. Sie tritt vor allem in den Tropen und Subtropen auf.
Beim Rückfallfieber handelt es sich um eine Erkrankung, die von Borrelien-Bakterien verursacht wird. In Deutschland kommt diese Krankheit nur sehr selten vor.
Das Rückfallfieber wird in zwei unterschiedliche Formen unterteilt. Dabei handelt es sich um das epidemische Rückfallfieber, das auch Läuserückfallfieber genannt wird, sowie das endemische Rückfallfieber, das auch die Bezeichnung Zeckenrückfallfieber trägt. Die Übertragung der Krankheit erfolgt durch Gliederfüßer wie Zecken und Läuse. Gemeinsam mit der Lyme-Borreliose zählt man das Rückfallfieber zu den Borreliosen.
Entdeckt wurden die Krankheitserreger im Jahr 1868 von dem deutschen Arzt und Bakteriologen Otto Obermeier (1843–1873). Die Erreger des Läuserückfallfiebers bezeichnet man als Borrelia recurrentis. Auf den Menschen übertragen werden sie durch Kleiderläuse. Dabei sind sie in der Lage in die Haut des Menschen einzudringen, ohne dass dieser es durch eine Verletzung bemerkt. Von einem Menschen zum anderen kann die Erkrankung jedoch nicht übertragen werden. Läuserückfallfieber kommt vor allem in Südamerika, Nord- und Mittelafrika, Asien und Osteuropa vor. Durch schlechte hygienische Verhältnisse steigt das Risiko für einen Ausbruch der Erkrankung. So besteht bei Reisen in endemische Gebiete ein erhöhtes Infektionsrisiko. Häufig bricht das Läuserückfallfieber in Massenquartieren, Flüchtlingslagern oder Gefängnissen aus. Für das Zeckenrückfallfieber sind dagegen Zeckenstiche verantwortlich. Bei den Erregern handelt es sich meist um Borrelia duttoni, Borrelia hermsii oder andere Borrelien-Arten. Nicht zu verwechseln ist das Zeckenrückfallfieber mit der Lyme-Borreliose, die vorwiegend in Europa vorkommt. Das Zeckenrückfallfieber tritt vor allem in Regionen auf, in denen Lederzecken vorkommen. Dazu gehören auch die Gebiete, in denen das Läuserückfallfieber verbreitet ist. Darüber hinaus kann es im Süden Afrikas sowie in Nord- und Mittelamerika auftreten. Zu den europäischen Ländern, in denen das Zeckenrückfallfieber bislang nachgewiesen wurde, gehören lediglich Portugal und Spanien. Gelegentlich kommt es auch durch infizierte Bluttransfusionen zu einer Infektion mit den Borrelien.
Typisch für das Rückfallfieber ist das wiederholte Auftreten von Fieber, das etwa drei bis sieben Tage dauert. Darüber hinaus leiden die Patienten unter Beschwerden wie Kopfschmerzen, Gliederschmerzen, Schüttelfrost, Hautausschlag und Gelbsucht. Häufig kommt es auch zu einer Vergrößerung von Milz und Leber. Nach einer Fieberphase geht das Fieber wieder zurück und die Körpertemperatur normalisiert sich ein paar Tage. Nach jedem Fieberanfall verlängern sich die fieberfreien Phasen. Mit der Zeit verkürzt sich die Dauer des Fiebers, das auch immer leichter ausfällt. Während beim Läuserückfallfieber bis zu vier Fieberanfälle auftreten können, sind beim Zeckenrückfallfieber sogar bis zu elf Anfälle möglich. Die Inkubationszeit beträgt bei beiden Krankheitsformen vier bis achtzehn Tage.
Diagnostiziert wird das Rückfallfieber durch Blutuntersuchungen, bei denen die Erreger unter dem Mikroskop nachgewiesen werden. Zur Behandlung der Krankheit verabreicht man dem Patienten das Antibiotikum Doxycylin. Manchmal müssen die Betroffenen auch isoliert werden. Ohne Behandlung kann die Krankheit sogar tödlich verlaufen.
Im Gegensatz zu anderen Erkrankungen kann dem Rückfallfieber nicht durch eine Impfung entgegengewirkt werden. Um der Krankheit vorzubeugen, ist es ratsam schlechte hygienische Verhältnisse auf Reisen zu meiden. Außerdem wird empfohlen lange Hosen, langärmelige Hemden, feste Schuhe und Socken zu tragen, um Zeckenbissen vorzubeugen. Auch Insektenschutzmittel, die man auf die Haut aufträgt, helfen bei der Abwehr von Zecken.
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