18. August 2006
Die Borderline-Störung ist eine Belastung für die Betroffenen und deren Angehörige. Während der Borderline-Patient unter starken Gefühlsschwankungen leidet, fühlen sich Freunde, die Familie oder der Partner durch immer wiederkehrende unangebrachte Reaktionen vor den Kopf gestoßen.
Borderline-Patienten erleben jeden Tag als Belastung. Kleine Reize, wie eine Verspätung zum gemeinsamen Essen, reichen oft aus und sie reagieren mit Wutausbrüchen, die sie nicht kontrollieren können. Oder sie werden scheinbar aus heiterem Himmel von einem Gefühl der inneren Leere und Taubheit heimgesucht und meinen, neben sich zu stehen.
Der Betroffene scheint zwischen solchen Zuständen der Leere und starker emotionalen Erregung hin und her zu pendeln und die Kontrolle über seine Gefühle verloren zu haben. Genau diese emotionale Instabilität macht die Borderline-Persönlichkeitsstörung (BPS) aus.
Das Unvermögen, Gefühle zu steuern, kann in vielen Lebensbereichen Probleme bereiten und die Betroffenen, die generell eine geringere Belastungsgrenze haben, in immer wieder neue emotionale Krisen stürzen. Gerade in Partnerschaften zeigt sich die emotionale Instabilität in widersprüchlichem Verhalten. Obwohl eine große Angst davor besteht, vom Partner verlassen zu werden, fordern die betroffenen Personen eine Trennung immer wieder heraus. Das kann durch eine Demütigung des Partners, durch Untreue oder andere verletzende Handlungen geschehen. Auffällig ist auch, dass die Personen sehr intensive Beziehungen eingehen, den Partner jedoch schon bald abwerten, wenn er ihren Ansprüchen nicht genügt. Idealisierung und Herabsetzung können sich immer wieder phasenweise abwechseln. Beständig sind die Beziehungen von Borderline-Patienten in der Regel nicht.
Symptomatisch sind jedoch nicht nur Probleme in zwischenmenschlichen Beziehungen. Betroffene erleben sich selbst sehr widersprüchlich. Die verzerrte Selbstwahrnehmung kann sich in darin äußern, dass die Schuld für Ereignisse mit dem eigenen Unvermögen gesucht wird. Diese Schuldzuweisung kann darin gipfeln, dass sie die Betroffenen Schaden zufügen, um sich selbst zu strafen. Diese Bestrafung kann sich indirekt, etwa durch zu schnelles Autofahren, oder direkt, durch Verletzen der Gliedmaßen mit scharfen Gegenständen, äußern. Die Gewalt gegen sich selbst kann auch als Druckmittel gegen Freunde oder Partner eingesetzt werden, um Zurückweisungen oder Trennungen zu verhindern.
Diese Symptome müssen nicht bei jedem Betroffenen gleich stark auftreten. In jedem Fall stellt die Borderline-Störung eine Dauerbelastung da, die starkes Leid verursachen kann.
Eine Therapie kann den Patienten dabei helfen, die Ursachen zu erarbeiten und in Übungen zu lernen, Gefühle zu deuten und zu steuern. Neben der klassischen Psychotherapie hat die Dialektisch-behavioralen Therapie immer weiter an Bedeutung bei der Behandlung dieser Persönlichkeitsstörung gewonnen. Während zunächst eher praktische Übungen zum Beherrschen von Reaktionen im Vordergrund stehen, werden später die Traumate aufgedeckt und analysiert, die als Auslöser der Störung gelten. Eine medikamentöse Unterstützung durch Antidepressiva oder Stimmungsaufheller kann angeraten sein.
ich glaube meine frau zeigt Borderline Sysndrome - es geht etwa 1 Jahr - Depression, tiefe niedergeschlagenheit, oft keine kraft zum ausstehen...
Da ich selbst Borderlinerin bin kann ich sagen, dass Ihre Annahme so nicht richtig ist. Für viele Borderliner ist die Selbstverletzung eine Ar...
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