Bluthochdruck - Ursachen, Symptome, Formen und Behandlung

Zwei Hände einer Ärztin checkt oder überprüft den Blutdruck am rechten Arm einer Frau in Praxis

Die Entstehung von Bluthochdruck und wie man ihn erkennen und behandeln kann

Zu hoher Blutdruck ist hierzulande sehr weit verbreitet, was nicht zuletzt auf die oft hektische Lebensweise unserer Gesellschaft zurückzuführen ist. Studien zufolge leidet sogar jeder zweite Erwachsene an Bluthochdruck. Wir sagen Ihnen, wie Sie Bluthochdruck frühzeitig erkennen und was Sie dagegen unternehmen können. Die Symptome eines Bluthochdrucks sind trotz der eigentlich schwerwiegenden Erkrankung harmlos. Die Diagnosestellung hingegen ist für den Arzt Routine.

Definition Blutdruck

Jedes Mal, wenn sich der Herzmuskel zusammenzieht, wird Blut durch die Arterien gepumpt. Die Gefäße setzen dem eingepumpten Blut einen gewissen Widerstand entgegen.

Dieser Gefäßwiderstand und die Pumparbeit des Herzens werden als Blutdruck bezeichnet. Angegeben wird der Blutdruck in Millimetern auf der Quecksilbersäule (mmHg).

Systolischer Wert

Bei dem systolischen Wert handelt es sich um den Maximalwert. Dieser ist unter anderem von der Auswurfleistung des Herzens abhängig. Zum systolischen Druck kommt es beim maximalen Zusammenziehen des Herzens.

Mögliche Gründe für einen Anstieg des systolischen Blutdrucks können

  • psychische Anspannung
  • Aufregung oder
  • körperliche Tätigkeiten

sein.

Diastolischer Wert

Der diastolische Wert, der den minimalen Wert während der Herzfüllungsphase darstellt, entsteht beim Ausdehnen und Zusammenziehen des Herzmuskels. Zum Entstehen des diastolischen Drucks kommt es durch die Widerstandsfähigkeit innerhalb der Blutgefäße. So kann zum Beispiel durch Gefäßablagerungen, die sich bei einer Arterienverkalkung bilden, der diastolische Wert ansteigen.

Der Blutdruck wird daher mit zwei Werten angegeben, z.B. 130 zu 85, geschrieben 130/85 mmHg. Der systolische Blutdruck liegt hier also bei 130 mmHg und der diastolische Blutdruck bei 85 mmHg. Statt vom systolischen und diastolischen Blutdruck spricht man auch einfach vom oberen und unteren Blutdruck.

Die Parameter nach der WHO

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat für die Messung des Blutdrucks bestimmte Parameter aufgestellt. Demnach spricht man von einem optimalen Blutdruck, wenn der systolische Wert bei 120/80 mmHg liegt. Als normale Blutdruckwerte gelten 130/90 mmHg.

Blutdruck-Schweregrade

Von hochnormal spricht man, wenn die Werte 130-139/85-89 mmHg betragen.

  • Um Bluthochdruck bzw. eine Hypertonie Grad I (leichter Bluthochdruck) handelt es sich, wenn die Werte dauerhaft über 140-159/90-99 mmHg liegen.
  • Übersteigen die Messwerte 160-179/100-109 mmHg, wird dies als Hypertonie Grad II (mittelschwerer Bluthochdruck) eingestuft.
  • Eine Hypertonie Grad III (schwerer Bluthochdruck) liegt bei Werten von 180/110 mmHg vor.

Parameter nach der Deutschen Hochdruckliga

Die Messwerte der WHO werden auch von der Deutschen Hochdruckliga verwendet, mit dem Unterschied, dass der diastolische Blutdruck lediglich bis 84 mmHg als normal gilt. Die Deutsche Hochdruckliga gibt außerdem die Isolierte systolische Hypertonie an. Dabei misst man einen systolischen Druck über 140 mmHg.

Der diastolische Wert beträgt unter 90 mmHg. Das heißt, dass der diastolische Druck normal ist, der systolische Druck sich jedoch im Bluthochdruck-Bereich befindet.

Krankheitsbild Bluthochdruck

Das Herz passt seine Aktivität dem aktuellen Bedarf des Körpers an Sauerstoff an, wodurch sich der Blutdruck im Laufe eines Tages ständig verändert. Bei Anstrengung oder Aufregung geht der Blutdruck in die Höhe und in Ruhephasen sinkt der Blutdruck hingegen ab.

Leidet ein Mensch unter Bluthochdruck, so ist der Blutdruck permanent hoch und das Herz schlägt ständig unter erhöhter Anstrengung. Bereits ab einem Blutdruck von 140/90 mmHg spricht man von Bluthochdruck, oder auch arterieller Hypertonie.

  • Ist bloß der systolische Wert zu hoch, spricht man von einer systolischen Hypertonie.
  • Ist nur der diastolische Wert zu hoch, dann spricht man entsprechend von einer diastolischen Hypertonie.
  • Sind beide Werte zu hoch, so liegt eine kombinierte Hypertonie vor.

Ursachen

Der Mediziner unterscheidet verschiedene Formen des Bluthochdrucks, je nach Art der Ursache.

Primäre Hypertonie

Vererbung

Bluthochdruck kann vererbt werden; meist ist in diesem Fall die Rede von primärer Hypertonie. Wenn demnach in der Verwandtschaft gehäuft Bluthochdruck auftritt, sollte man selbst auch regelmäßig seinen Blutdruck kontrollieren lassen.

Salzreiche Ernährung

Auch Personen, die sehr salzreich essen, sind stark gefährdet, einen Bluthochdruck zu erleiden. Wird die Nahrung salzarmer gekocht, sinkt der Blutdruck bei den betroffenen Personen wieder.

Stress

Bluthochdruck kann auch durch Stress ausgelöst werden. Wer beruflich oder privat starkem Stress ausgesetzt ist, neigt zu hohem Blutdruck.

Übergewicht

Auch das Gewicht hat Einfluss auf unseren Blutdruck. Übergewichtige Menschen haben fast immer auch einen zu hohen Blutdruck.

Besonders der so genannte Bierbauch begünstigt den Bluthochdruck. Je mehr Gewicht abgenommen wird, desto weiter sinkt der Blutdruck wieder.

Rauchen und Alkohol

Weitere Faktoren für die Entstehung eines Bluthochdrucks sind das Rauchen und der Alkohol. Alkohol erhöht die Herzfrequenz und somit letztlich auch den Blutdruck.

Sekundäre Hypertonie

Schließlich gibt es noch eine Form des Bluthochdrucks, die so genannte sekundäre Hypertonie, die das Symptom anderer Erkrankungen ist. Dazu zählen zum Beispiel Schilddrüsen- und Nierenerkrankungen. Dabei wird zwischen Erkrankungen des Nierengewebes und der Nierenarterien differenziert.

Zu Erkrankungen des Nierengewebes kann es durch diabetische Schäden, chronische Entzündungen oder mechanische Kompressionen kommen. Ebenso kann ein Nebennierentumor für die Hypertonie ursächlich sein.

Auch das Einnehmen der Pille kann einen erhöhten Blutdruck als Nebenwirkung haben. Ebenso - wenn auch seltener - können hormonelle Störungen Ursache einer Hypertonie sein. Hierzu zählen:

  • Cushing-Syndrom
  • Conn-Syndrom
  • Akromegalie
  • Phäochromozytom
  • Androgenitales Syndrom und
  • Funktionsstörungen der Schilddrüse

Ein weiterer möglicher Grund ist eine Verengung der Hauptschlagader, der Aorta, im Aortenbogen (Aortenisthmusstenose). Diese Verengung bewirkt einen Anstieg des Blutdrucks. Da die Nieren, die sich unter der Engstelle befinden, nur vermindert durchblutet werden, führt dies schließlich zu einer arteriellen Hypertonie.

Gelegentlich kann auch das Schlafapnoe-Syndrom eine sekundäre Hypertonie auslösen. Die Erhöhung des Blutdrucks tritt dabei vor allem in der Nacht auf.

Verlauf

Wird der Blutdruck konsequent behandelt, kann der Betroffene damit sehr gut leben. Werden die Medikamente jedoch nur unregelmäßig eingenommen, das Gewicht nicht reduziert, Alkohol und Nikotin nicht aufgeben, so kann der Bluthochdruck schwerwiegende Folgen haben. Bluthochdruck kann zu

führen.

Symptome

Im Gegensatz zum niedrigen Blutdruck verursacht der hohe Blutdruck anfangs kaum Symptome. Dies ist auch das Tückische an dieser Erkrankung.

Wer bereits einige Jahre lang einen Bluthochdruck, der Mediziner sagt auch Hypertonie dazu, hat, bemerkt Symptome wie

Im weiteren Verlauf kann der Bluthochdruck auch Symptome wie

verursachen.

Wann zum Arzt?

Da Bluthochdruck eine der Volkskrankheiten überhaupt ist, wird oft das Risiko verkannt, dass hinter einem dauerhaften Bluthochdruck steht. Langfristig erhöhter Blutdruck kann zu Organschäden führen, wie zum Beispiel bei Herz oder Niere.

Ein deutlicher Warnhinweis auf Schädigungen der Organe ist ein Angina pectoris-Anfall, doch wenn dieser auftritt, dann sind die Blutdruckwerte schon länger erhöht und dieses Risiko muss niemand eingehen. Sobald regelmäßig

  • Schwindelgefühl
  • Kopfschmerz
  • Müdigkeit
  • Kurzatmigkeit oder
  • Nervosität und
  • innere Unruhe

auftritt, sollte ein Arzt konsultiert werden, denn diese Anzeichen sprechen eindeutig für einen stark erhöhten Blutdruck. Wenn der Blutdruck sich sehr schnell erhöht, kann es zu einer hypertensiven Krise kommen und diese kann sogar lebensgefährlich werden und deshalb sollte bei plötzlichem starken Unwohlsein sofort ein Arzt um Hilfe ersucht werden.

Diagnose

Oft wird ein Bluthochdruck im Rahmen einer Routineuntersuchung festgestellt.

Blutdruckmessung

Da die Betroffenen in den ersten Jahren meist keine Beschwerden haben, fällt der Bluthochdruck erst durch Zufall bei der Blutdruckmessung auf. Für eine Blutdruckmessung wird eine Manschette um den Oberarm gelegt und ein Stethoskop in die Ellenbeuge gesetzt. Der Arzt oder die medizinische Fachangestellte pumpen die Manschette auf und lassen die Luft dann langsam entweichen.

Ab einem bestimmten Druck gelangt nun wieder Blut in die zusammengedrückte Schlagader. Die Strömungsgeräusche hört der Arzt mithilfe eines Stethoskops ab, das an der Ellenbeuge aufgesetzt wird.

Wird der erste Klopfton gehört, markiert dies den oberen Blutdruckwert. Beim Zusammenziehen des Herzens und dem Pumpen von Blut in die Gefäße, lässt sich dieses Geräusch wahrnehmen.

Der diastolische Wert wird durch das Ende des Geräusches markiert. So kann das Blut wieder ungehindert durch die Arterie fließen. Ein strömendes Geräusch lässt sich nicht mehr hören.

Der normale Blutdruck liegt bei 120/80. Liegen die Werte konstant über 140/90, spricht man von Hypertonie.

24-Stunden-Blutdruckmessung

Viele Patienten sind beim Arzt so aufgeregt, dass ihre Blutdruckwerte in die Höhe schnellen, obwohl sie sonst normale Blutdruckwerte aufweisen. Bei diesen Patienten ist es für den Arzt besonders schwierig, einen Bluthochdruck zu diagnostizieren.

Hilfreich ist hier die 24-Stunden-Blutdruckmessung. Der Patient bekommt hier ein Blutdruckmessgerät für 24 Stunden angelegt, das er Tag und Nacht am Körper trägt.

In regelmäßigen Abständen (meist alle 15 Minuten) misst das Gerät den Blutdruck. Der Patient geht dabei seinen normalen alltäglichen Tätigkeiten nach.

Bei dieser Untersuchung kommen weitaus aussagekräftige Werte heraus, als wenn extrem nervöse Menschen regelmäßig zum Arzt gehen und sich dort den Blutdruck messen lassen. Die 24-Stunden-Messung wird jedoch auch bei fast allen anderen Hypertonikern durchgeführt, um den Blutdruckverlauf am Tag und in der Nacht verfolgen zu können.

Blutdruckmessung zuhause

Es ist auch möglich, den Blutdruck selbst in den eigenen vier Wänden zu messen. Zu diesem Zweck werden unterschiedliche elektronische Messgeräte angeboten.

Mediziner raten, zur Blutdruckmessung auf Oberam-Messgeräte zurückzugreifen, denn diese gelten als weniger fehleranfällig. Bei korrekter Anwendung werden jedoch auch Messgeräte für das Handgelenk als zuverlässig eingestuft. Es ist durchaus sinnvoll, die gemessenen Werte zu protokollieren.

Um Bluthochdruck festzustellen, reicht eine einzige Messung allerdings nicht aus. Ermittelt man also bei einer Blutdruckmessung Werte über dem Normalbereich, muss dies noch kein Alarmsignal bedeuten.

Aussagekräftiger sind dagegen Werte von mehrfachen Messungen, die zu verschiedenen Zeiten erfolgen. Treten nach mehrmaligem Messen erhöhte Blutdruckwerte auf, sollte ein Arzt zu Rate gezogen werden.

Für eine korrekte Messung sollte auf folgende Punkte geachtet werden:

  • Messung sollte sitzend und ca. nach einer dreiminütigen Ruhezeit erfolgen
  • Es sollte immer der gleiche Arm gewählt werden
  • Der Arm sollte während der Messung nicht bewegt werden
  • Bei Druckunterschieden sollte der Arm mit dem höheren Blutdruckwert gewählt werden
  • Der Unterarm sollte entspannt auf den Tisch gelegt werden; die Manschette wird etwa drei Zentimeter über der Ellenbeuge angesetzt

Belastungs-EKG

Zur Diagnosesicherung wird oft auch ein Belastungs-EKG durchgeführt. Unter Belastung auf dem Ergometer (ein Fahrrad) wird hier ebenfalls in regelmäßigen Abständen der Blutdruck gemessen.

Auch diese Untersuchung ist gut geeignet, einen nervösen Bluthochdruck von einem dauerhaften Bluthochdruck zu unterscheiden. Spätestens nach fünf Minuten Fahrradfahren ist bei den nervösen Patienten die Aufregung verflogen, da ihre gesamte Aufmerksamkeit dem Treten gilt.

Anamnese

Selbstverständlich gehört auch eine gründliche Befragung des Betroffenen zur Diagnostik. Der Arzt notiert sich, ob in der Familie bereits gehäuft Bluthochdruck aufgetreten ist.

Zusätzlich prüft der Arzt auch, ob der Patient

Weitere Untersuchungen

Als ergänzende Untersuchungen führt der Arzt eine

durch, um Organschäden rechtzeitig erkennen zu können. Auch eine augenärztliche Untersuchung und eine Röntgenaufnahme können notwendig werden.

Behandlung

Liegt eine sekundäre Hypertonie vor, so wird die Grunderkrankung behandelt. Daher hängt die Behandlung von der jeweiligen Krankheitsursache ab.

Besteht zum Beispiel eine Nierenarterienstenose, verabreicht man dem Patienten entweder Medikamente oder nimmt eine Erweiterung der Nierenarterien mithilfe eines Katheters vor, was man als perkutane transluminale Arteriendilatation bezeichnet.

Wird die Verengung der Arterie beseitigt, kann der Blutdruck wieder absinken. Bei endokrinen Erkrankungen wird oftmals ein operativer Eingriff durchgeführt, um den Auslöser der sekundären Hypertonie zu beseitigen.

Medikamente

Medikamente werden vom Arzt verschrieben, wenn der Blutdruck sehr hoch ist oder durch andere Maßnahmen nicht gesenkt werden kann. Während der medikamentösen Therapie ist von entscheidender Bedeutung, den Blutdruck regelmäßig zu kontrollieren. Bluthochdruckpatienten haben daher meist ein Blutdruckmessgerät zu Hause, um den Blutdruck täglich zu kontrollieren und gegebenenfalls die Medikamentendosis zu erhöhen.

Die Erhöhung der Medikamente muss jedoch unbedingt mit dem Arzt abgesprochen werden. Zu den verwendeten Wirkstoffen in der Therapie gehören

  • Beta-Blocker
  • Diuretika (Entwässerungsmittel)
  • ACE-Hemmer
  • Kalzium-Antagonisten und
  • AT1-Antagonisten

Was man für seine Gesundheit tun kann

Bei der primären Hypertonie sollte natürlich als erstes versucht werden, durch Abstellen möglicher Ursachen den Blutdruck zu senken. Neben der Verschreibung blutdrucksenkender Medikamente ist die Ernährung bei Bluthochdruckpatienten von entscheidender Bedeutung.

Die richtige Ernährungsweise bei Bluthochdruck

Mit der richtigen Ernährung kann man die Senkung des Blutdrucks fördern, ganz ohne Tabletten. Bei sehr hohem Blutdruck kann freilich auf die Medikamente nicht komplett verzichtet werden, doch die Dosis kann mit salzarmer Ernährung erheblich reduziert werden.

Auf zu viel Salz verzichten

Wer unter einer Hypertonie, also einem zu hohen Blutdruck, leidet, der sollte möglichst salzarm essen. Die Menschen nehmen heutzutage meist viel zu viel Salz zu sich, was sich negativ auf den Blutdruck auswirkt. Bis zu sechs Gramm Salz täglich oder besser noch weniger, sollte man zu sich nehmen, wenn man unter Bluthochdruck leidet.

Damit ist jedoch nicht nur das Kochsalz gemeint, das man zum Würzen selbstgekochter Speisen verwendet. In den meisten Fertiggerichten sind hohe Mengen Salz enthalten. Daher empfiehlt es sich, die Speisen selbst zu kochen, so kann man die Salzmenge auf ein Minimum reduzieren. Statt viel Salz zum Würzen zu verwenden, empfiehlt es sich, lieber auf Kräuter umzusteigen, da dass im Salz befindliche Natrium das Wasser bindet und somit den Blutdruck durch ein vermehrtes Blutvolumen in die Höhe treibt.

Beachten sollte man auch, dass in Wurstwaren oft viel Salz enthalten ist. Beim Metzger sollte man dies also bedenken.

Förderliche Nahrungsmittel

Stattdessen sollten lieber frisches Obst und Gemüse auf dem Speiseplan stehen. Auch tiefgekühltes Gemüse ist erlaubt.

Daneben sollten auch magerer Fisch wie z.B. Seezunge oder Zander regelmäßig gegessen werden. Dieser enthält mehrfach ungesättigte Fettsäuren, die sich positiv auf den Blutdruck auswirken.

Fleisch kann in Maßen gegessen werden, wobei Fleischsorten mit wenig Fett bevorzugt werden sollten. Statt Bratfett sollten Bluthochdruckpatienten lieber Pflanzenöle zum Braten verwenden, da diese für den Körper viel gesünder sind.

Der Konsum von Eiern muss stark eingeschränkt werden, wenn man seinen Blutdruck senken möchten. Diesbezüglich sind nicht nur die Eier gemeint, die man morgens zum Frühstück verzehrt, sondern auch verarbeitete Eier zum Beispiel in Gebäck oder Kuchen.

Mit gesunder Ernährung ist es meist auch kein Problem, abzunehmen. Jedes Kilo weniger merkt man nicht nur auf der Waage, sondern auch beim Blutdruck. Gesunde Ernährung und ein normales Gewicht sind von entscheidender Bedeutung bei der Behandlung des Bluthochdrucks.

Eine Studie zum Thema

Wie stark einige kleine Essgewohnheiten den Gesundheitszustand eines Menschen beeinflussen können, fanden Wissenschafter bei einer Langzeitstudie zum Thema Gesundheitsrisiken heraus. Sie befragten über 4.000 junge Erwachsene zwischen 18 und 30 über einen Zeitraum von 15 Jahren nach ihren Ernährungsgewohnheiten und kontrollierten parallel ihren Gesundheitszustand.

Eines der auffälligsten Ergebnisse war, dass am Ende knapp 23 Prozent der Teilnehmer hohe Blutdruckwerte aufwiesen. Das waren genau jene Teilnehmer, die besonders gerne und viel Fleisch verzehrten. Insbesondere die Vermutung, dass rotes und bearbeitetes Fleisch zu einem erhöhten Blutdruck führt, erwies sich als bestätigt.

Die Teilnehmer mit den besten Werten dagegen waren jene, die gerne Vollkornprodukte, Nüsse, Obst und Milch verzehrten. Die Wissenschaftler gehen davon aus, dass dies mit vielen der wertvollen Nährstoffen zusammenhängt, die in jenen Produkten stecken, z.B. Magnesium, Kalium und Kalzium, aber auch verdauungsfördernde und sättigende Ballaststoffe.

Dagegen sind in rotem Fleisch vor allem gesättigte Fettsäuren, Nitrat und Natrium enthalten, was eher schlechte Auswirkungen auf den Blutdruck hat.

Die genauen Zusammenhänge sind wissenschaftlich noch nicht sicher geklärt, allerdings scheint außer Frage zu stehen, dass man mit einer fleischarmen Ernährung, vielen pflanzlichen Lebensmitteln und Milchprodukten dem Bluthochdruck und anderen Faktoren des Metabolischen Syndroms vorbeugen kann.

Bewegung und Entspannung

Auch regelmäßige Bewegung ist wichtig. Nur 30 min pro Tag genügen bereits, um einen Blutdruck senkenden Effekt erzielen zu können. Besonders Ausdauersportarten wie

sind für die Betroffenen sehr empfehlenswert.

Wer an Übergewicht leidet, wird vom Arzt einen speziellen Diätvorschlag erhalten, um das Gewicht zu reduzieren. Jedes verlorene Kilo senkt den zu hohen Blutdruck und verschafft mehr Lebensqualität.

Liegt die Ursache des Bluthochdrucks an Stress, so empfehlen sich Entspannungstechniken, die regelmäßig angewendet werden müssen. Im Alltag müssen Ruhepausen eingebaut werden, um schwerwiegende Folge des hohen Blutdrucks zu vermeiden.

Verzicht auf Alkohol und Rauchen

Bluthochdruck hat allerdings noch mehr Auslöser als nur eine fehlende Bewegung, falsche Ernährung und ein Übergewicht. So treibt auch das Rauchen diesen in die Höhe. Schon knapp fünf Minuten nach der Zigarette steigt der Blutdruck um 20mmHg (Blutdruck-Maßeinheit) an.

Auch der Genuss von Alkoholika in einem Übermaß ist nicht dazu geeignet, um für stabile Werte zu sorgen. Allerdings kann man mit ab und zu einem Glas Rotwein oder Bier den Blutdruck auf einem gesunden Niveau halten.

Studie: Weniger Bluthochdruck bei glücklichen Paaren

Wer die berühmten Schmetterlinge im Bauch verspürt, kann sich glücklich und gesund schätzen, wie eine US-Studie der Brigham Young University belegt. Zumindest Bluthochdruck, ein entscheidender Faktor des metabolischen Syndroms, ist bei Paaren in einer glücklichen Beziehung seltener.

An der Studie nahmen 300 Frauen und Männer teil, die bislang keine blutdrucksenkenden Medikamente genommen hatten. Sie wurden zuvor auch detailliert zu ihrem seelischen Befinden und ihren Sozialkontakten befragt.

Der nächtliche Blutdruck

Anschließend wurde eine 24-stündige Blutdruckmessung vorgenommen, um sowohl die Werte am Tag als auch die in der Nacht festzuhalten. Gerade der nächtliche Blutdruck war für die Forscher interessant. Es stellte sich heraus, dass eine intakte Beziehung offensichtlich heilsam für den Blutdruck ist.

Pflegen Sie Ihre sozialen Kntakte

Auch deutsche Mediziner beschäftigen sich zunehmend mit dem Phänomen, dass Menschen in gesunden sozialen Gefügen, glücklichen Familien und Partnerschaften auch körperlich gesünder sind. Ähnliches gilt für solche, die in Teams arbeiten statt als Einzelkämpfer.

Ein gutes Netzwerk an Sozialkontakten ist immer hilfreich. Und ein liebevoller Partner.

Vorbeugung

Oftmals kann man gegen die Entstehung des Bluthochdrucks nichts unternehmen. Durch

  • gesunde Ernährung
  • regelmäßige Bewegung und
  • ein Gewicht im Normalbereich

kann jedoch jeder etwas dazu beitragen, dass ein Bluthochdruck möglicherweise erst später auftritt. Zusätzlich zu einer gesunden Lebensführung sollte man sich regelmäßig beim Arzt oder in der Apotheke den Blutdruck messen lassen, um rechtzeitig zu erkennen, wenn sich ein Bluthochdruck ankündigt. Vor allem, wenn Bluthochdruck in der Familie ein weit verbreitetes Problem ist und man zu den so genannten Risikogruppen gehört, ist dies wichtig. Blutdruckmessgeräte gibt es in unterschiedlichen Preisklassen, für das Handgelenk oder den Oberarm.

Als besondere Form gilt der Bluthochdruck während der Schwangerschaft, auf den wir im Folgenden einmal genauer eingehen...

Präeklampsie: In der Schwangerschaft kann es zu gefährlich hohem Blutdruck kommen

Bei Präeklampsie, auch Schwangerschaftsintoxikation, EPH-Gestose oder Spätgestose genannt, handelt es sich um eine hypertensive Erkrankung, die nur während der Schwangerschaft auftritt. Dabei kommt es zu erhöhtem Blutdruck, Ödemen sowie vermehrter Ausscheidung von Eiweiß im Urin.

Risikogruppen

In Deutschland sind etwa 5–8 Prozent aller schwangeren Frauen von Präeklampsie betroffen. Normalerweise beginnt die Erkrankung erst in der zweiten Hälfte der Schwangerschaft.

Nur in seltenen Fällen zeigen sich die Symptome bereits vor der 20. Schwangerschaftswoche. Wodurch die Präeklampsie verursacht wird, konnte bislang noch nicht hinreichend geklärt werden.

Als besonders gefährdet gelten Frauen mit Mehrlingsschwangerschaften sowie junge Frauen, die zum ersten Mal ein Kind austragen. Aber auch Frauen, die grundsätzlich hohen Blutdruck aufweisen, gehören zur Risikogruppe.

Ebenfalls als Risikofaktoren gelten

Kam es bereits einmal bei einer Frau während der Schwangerschaft zu Präeklampsie, besteht bei einer erneuten Schwangerschaft wiederum das Risiko, dass die Krankheit auftritt. Das Gleiche gilt bei familiären Vorbelastungen.

Symptome

Typische Symptome einer Präeklampsie sind

  • erhöhter Blutdruck, der höher als 140 zu 90 mmHg ist
  • Ödeme in den Füßen, den Beinen, dem Gesicht oder den Händen
  • deutliche Zunahme von Gewicht
  • verminderte Urinausscheidung sowie
  • Eiweiß im Urin.

In der Regel klingen die Beschwerden einige Tage nach der Geburt wieder ab. Bei manchen Frauen kann es jedoch 4-6 Wochen dauern, bis sich der Urin und der Blutdruck wieder normalisieren.

Eine besonders schwere Verlaufsform der Präeklampsie, die sogar lebensgefährlich sein kann, ist die Eklampsie, bei der es zu

kommt. Eine Eklampsie tritt jedoch nur in seltenen Fällen auf.

Diagnose und Behandlung

Um schwangerschaftsbedingten hohen Blutdruck rechtzeitig zu diagnostizieren, nimmt der behandelnde Arzt bei jeder Schwangerschaftsuntersuchung eine Messung des Blutdrucks vor. Darüber hinaus testet man den Eiweißgehalt des Urins. Bei auffälligen Werten erfolgen eine 24-Stunden-Blutdruckmessung sowie eine gründliche Untersuchung des in den letzten 24 Stunden ausgeschiedenen Urins.

Da die Ursachen der Präeklampsie nicht bekannt sind, lassen sich lediglich die Symptome behandeln. Bei leichten Verlaufsformen sind normalerweise Entlastung und Ruhe ausreichend, um eine Besserung zu erzielen.

Bleibt der Blutdruck jedoch gefährlich hoch, ist eine Behandlung im Krankenhaus erforderlich. Besteht durch die Erkrankung sogar Lebensgefahr für Mutter und Kind, weil die Präeklampsie in eine Eklampsie übergeht, muss ein Kaiserschnitt zur Beendigung der Schwangerschaft erfolgen, denn wenn der Bluthochdruck länger anhält, besteht das Risiko von irreparablen Schäden an den Gefäßen der Plazenta.

Grundinformationen zu Bluthochdruck

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Quellenangaben

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Autor:

Paradisi-Redaktion - Artikel vom (zuletzt überarbeitet am )

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