18. Dezember 2003
Von Britta Josten
Zu hoher Blutdruck ist hierzulande sehr weit verbreitet, was nicht zuletzt auf die oft hektische Lebensweise unserer Gesellschaft zurückzuführen ist. Studien zufolge leidet sogar jeder zweite Erwachsene an Bluthochdruck. Wir sagen Ihnen, wie Sie Bluthochdruck frühzeitig erkennen und was Sie dagegen unternehmen können.
Jedes mal wenn sich der Herzmuskel zusammenzieht, wird Blut durch die Arterien gepumpt. Die Gefäße setzen dem eingepumpten Blut einen gewissen Widerstand entgegen. Dieser Gefäßwiderstand und die Pumparbeit des Herzens werden als Blutdruck bezeichnet. Angegeben wird der Blutdruck in Millimetern auf der Quecksilbersäule (mmHg). Bei der Blutdruckmessung werden zwei Werte ermittelt, der systolische und der diastolische Wert. Der systolische Blutdruck ist der höchste Druck der herscht, wenn das Herz Blut in die Arterien pumpt. Entspannt sich der Herzmuskel und füllt sich das Herz mit Blut, dann herscht der geringste Druck in den Arterien und man spricht vom diastolischen Blutdruck. Der Blutdruck wird daher mit zwei Werten angegeben, z.B. 130 zu 85, geschrieben 130/85 mmHg. Der systolische Blutdruck liegt hier also bei 130 mmHg und der diastolische Blutdruck bei 85 mmHg. Statt vom systolischen und diastolischen Blutdruck spricht man auch einfach vom oberen und unteren Blutdruck.
Das Herz passt seine Aktivität dem aktuellen Bedarf des Körpers an Sauerstoff an, wodurch sich der Blutdruck im Laufe eines Tages ständig verändert. Bei Anstrengung oder Aufregung geht der Blutdruck in die Höhe und in Ruhephasen sinkt der Blutdruck hingegen ab. Leidet ein Mensch unter Bluthochdruck, so ist der Blutdruck permanent hoch und das Herz schlägt ständig unter erhöhter Anstrengung. Bereits ab einem Blutdruck von 140/90 mmHg spricht man von Bluthochdruck, oder auch arterieller Hypertonie. Ist bloss der systolische Wert zu hoch, spricht man von einer systolischen Hypertonie, ist nur der diastolische Wert zu hoch, dann spricht man entsprechend von einer diastolischen Hypertonie. Sind beide Werte zu hoch, so liegt eine kombinierte Hypertonie vor.
Zunächst sei gesagt, dass Bluthochdruck jeden treffen kann, ganz gleich welchen Alters oder Geschlechts. Meistens lässt sich auch überhaupt keine organische Ursache für den zu hohen Blutdruck feststellen, in diesem Fall spricht man von primärer Hypertonie. Die sekundäre Hypertonie ist hingegen ein Bluthochdruck in Folge anderer Erkrankungen, z.B. Nierenleiden.
Die primäre Hypertonie kann allerdings auch durch einige Faktoren begünstigt werden. Zum Beispiel Mangel an Bewegung, Übergewicht, Alkohol, Nikotin, häufiger Stress, zu hoher Salzkonsum oder geerbte Neigung zu hohem Blutdruck.
Erhöhter Blutdruck wird meist kaum bemerkt. Erst häufige Kopfschmerzen, Schwindel oder Übelkeit lassen den Verdacht nahe, dass man unter Bluthochdruck leidet. In diesen Fällen sollte ein Arzt aufgesucht werden. Dieser wird zwar zunächst den Blutdruck messen, aber kein hundertprozentig brauchbares Ergebnis bekommen, da der Patient bei einem Arztbesuch zum Beispiel oft nervös ist und der Blutdruck allein aus diesem Grunde schon in die Höhe geht. Brauchbare Messungen sollten daher über 24 Stunden durchgeführt werden. So kann genau festgehalten werden, wie sich der Druck in den Arterien über den Tag hinweg verhält.
Bei der primären Hypertonie sollte natürlich als erstes versucht werden, durch Abstellen möglicher Ursachen den Blutdruck zu senken, z.B. durch vermehrte Bewegung und Reduzierung des Körpergewichts. Liegt eine sekundäre Hypertonie vor, so wird die Grunderkrankung behandelt.
Ist der Bluthochdruck nicht in den Griff zu bekommen, so werden Medikamenten wie zum Beispiel Betablocker, Alphablocker oder ACE-Hemmer zur Behandlung eingesetzt. In extremen Fällen werden auch mehrere Medikamente miteinander kombiniert.
Am besten ist es jedoch, wenn man es erst gar nicht so weit kommen lässt und selbst etwas unternimmt, um zu hohen Blutdruck zu verhindern oder wenigstens gut in den Griff zu bekommen. Messen Sie regelmäßig Ihren Blutdruck, vor allem wenn Bluthochdruck in Ihrer Familie ein weit verbreitetes Problem ist und Sie zu den sogenannten Risikogruppen gehören. Blutdruckmessgeräte gibt es in unterschiedlichen Preisklassen, für das Handgelenk oder den Oberarm. Treiben Sie außerdem regelmäßig Sport und achten Sie auf Ihr Gewicht. Leiden Sie unter Stress, dann versuchen Sie Entspannungstechniken aus, um Ihre Anspannungen zu lösen.
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