15. Februar 2011
Bei der extraurethralen Inkontinenz handelt es sich um eine seltene Form von Blasenschwäche. Der Urin wird dabei durch Urinfisteln ausgeschieden.
Unter einer extraurethralen Inkontinenz versteht man eine sehr seltene Inkontinenzform. Bei den Betroffenen tritt der Urin dabei nicht durch die Harnröhre aus, sondern aus Öffnungen, die man als Urinfisteln bezeichnet. Die Harnröhre wird in diesem Fall umgangen.
In manchen Fällen ist eine extraurethrale Inkontinenz angeboren. Sie kann aber auch durch Tumore, Verletzungen, Entbindungen, primäre Blasenerkrankungen, Bestrahlungen oder Operationen entstehen. Vor allem bei Frauen ist diese Form von Inkontinenz am häufigsten anzutreffen. So besteht bei ihnen die Gefahr, dass sich eine Fistel zwischen den Geschlechtsorganen und den ableitenden Harnwegen bildet. Bei Kindern kann es auch durch eine fehlerhafte Anlage der Harnröhre oder eine Fehlmündung des Harnleiters zu einer extraurethralen Inkontinenz kommen.
Durch die Fisteln, die sich an der Harnblase befinden, wird beispielsweise die Scheide der Frau mit dem Enddarm verbunden. Dies hat zur Folge, dass der Urin kontinuierlich und gleich stark über den Darm abfließt. Dabei ist der Abgang des Urins unwillkürlich und kann nicht kontrolliert werden. Ist eine extraurethrale Inkontinenz angeboren, bleibt sie das ganze Leben lang bestehen. Für den Fall, dass sie im Laufe des Lebens erworben wird, lässt sie sich jedoch wirksam behandeln.
Eine extraurethrale Inkontinenz zu diagnostizieren, ist nicht immer ganz einfach. Zu den unbedingt erforderlichen Untersuchungen gehören gründliche körperliche Untersuchungen des Anal- und Genitalbereichs, ein so genanntes Miktionsprotokoll, bei dem der Patient Buch über sein Trinkverhalten und seine Toilettengänge führt, Windeltests (PAD-Tests), eine Sonographie des unteren und oberen Harntrakts, eine Urethrozystoskopie oder eine Ausscheidungsurographie. Bestehen kombinierte Fehlbildungen von Harn- und Darmtrakt, können auch eine Rektoskopie, eine Vaginoskopie, eine Laparoskopie (Bauchspiegelung) oder eine Computertomographie (CT) durchgeführt werden.
Sofern der Patient noch über einen funktionstüchtigen Schließmuskel verfügt, ist es möglich, die extraurethrale Inkontinenz durch einen operativen Eingriff zu beheben. Dabei entfernt man die Fisteln und verschließt die Fistelgänge. Auf diese Weise kann der Urin wieder über den natürlichen Weg durch die Harnröhre abfließen. Für den Fall, dass der Schließmuskel nicht mehr funktionstüchtig ist, bildet man ihn zusätzlich nach oder ersetzt ihn durch ein Implantat, wodurch zumindest eine manuelle Entleerung möglich ist. Gelegentlich wird zur Vorbeugung einer lebenslangen Harninkontinenz auch ein Urostoma zur Ableitung des Urins angelegt.
Hier ist Platz für Ihre Meinung zu diesem Artikel.
Lesermeinung schreiben |
27.05.12 | |
![]() | BLASENSCHWäCHE |
24.05.12 | |
![]() | BLASENSCHWäCHE |
13.04.12 | |
![]() | BLASENSCHWäCHE |
01.04.12 | |
![]() | BLASENSCHWäCHE |
27.03.12 | |
![]() | BLASENSCHWäCHE |
Stellen Sie eine Frage oder lesen Sie mehr im Blasenschwäche Forum

