Bipolare Störung und Morbus Parkinson hängen zusammen

Personen mit einer bipolaren Störung erkranken laut Studie deutlich häufiger an Parkinson

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  • von Paradisi-Redaktion
Seniorin guckt nachdenklich aus einem verregneten Fenster und wirkt depressiv

Man spricht in der Medizin von affektiven Störungen, wenn das Gemüt eines Menschen sehr instabil ist. Bei einer bipolaren Störung beispielsweise wechselt die Stimmungslage zwischen den Extremen einer Manie und einer Depression. Affektive Störungen gehören daher in den Bereich der Psychologie, doch Ärzte kennen sie auch bei Patienten, die eigentlich wegen anderer Erkrankungen in Behandlung kommen. Morbus Parkinson gehört dazu.

Nun diskutieren Wissenschaftler weltweit, ob eine bipolare Störung nicht nur ein Begleitsymptom bei Parkinson ist, sondern ein fester Zusammenhang beider Krankheiten besteht. Es könnte sich um ein sogenanntes Prodromalsymptom handeln, also ein Symptom, das als Frühwarnzeichen auftritt.

Studie zum Zusammenhang einer bipolaren Störung mit Parkinson

Forscher aus Taiwan haben sich die Daten von 56.340 Männern und Frauen angesehen, die zwischen 2001 und 2009 die Diagnose einer bipolaren Störung bekamen. Ihnen stellte man 225.360 gleichaltrige Gesunde gegenüber. Bis zum Ende des Jahres 2011 erkrankten 372 Personen mit bipolarer Störung an Morbus Parkinson. Das sind 0,7 Prozent. In der Kontrollgruppe lag die Quote nur bei 222 Menschen und damit bei 0,1 Prozent. Das Risiko mit bipolarer Störung an Parkinson zu erkranken, war damit messbar erhöht.

Es wuchs zudem mit dem Schweregrad der psychischen Extremverfassungen. Wer öfter als zweimal im Jahr einer klinischen Behandlung bedurfte, hatte ein sechsfaches Risiko im Vergleich zu jenen, die seltener als einmal im Jahr wegen der bipolaren Störung ins Krankenhaus mussten.

Zudem erkrankten Patienten mit der affektiven Störung früher in ihrem Lebenslauf. Im Schnitt waren sie erst 64 Jahre, wenn Morbus Parkinson diagnostiziert wurde. In der Vergleichsgruppe lag der Altersdurchschnitt bei 73 Jahren.

Woher der Zusammenhang kommt, kann eine Beobachtungsstudie nicht erklären. Affektive Störungen könnten ein Prodromalsymptom sein, möglich sind jedoch auch gemeinsame Wurzeln beider Krankheiten.

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