Eine App als Therapiemaßnahme für Manisch-Depressive

Pilotstudie zeigt, dass sich Patienten einer bipolaren Störung durch die App besser betreut fühlen

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  • von Paradisi-Redaktion
Geschäftsfrau sitzt am Tisch eines Büros und bedient ihr Smartphone

An der Dresdner Universitätsklinik wurde eine Pilotstudie ins Leben gerufen, die Menschen mit einer bipolaren Störung mittels moderner Technik helfen soll. Es handelt sich um eine medizinische App, die Patienten auf ihrem Smartphone installieren können.

Regelmäßig Feedback via App

Über diese App geben sie ihrem Arzt regelmäßig Feedback darüber, wie sie sich gerade fühlen. Dabei erscheint auf dem Display ein Regler, der sich von links "depressiv" bis rechts "manisch" verschieben lässt. Die App hält außerdem mittels GPS fest, wie aktiv die Patienten unterwegs sind und ob und wie viele Telefonate beziehungsweise SMS sie tätigen.

Die Selbsteinschätzung und die Aktivität wird in einem Profil beim Arzt abgespeichert und kann so Tag für Tag genaue Auskunft über das Befinden der Patienten geben. Dabei legen die Mediziner durch Vorabgespräche und Einschätzungen fest, was ein normales Aktivitätsmuster für den Patienten ist und können entsprechend reagieren, wenn es an einem Tag ungewöhnlich wird.

Engmaschige Betreuung

Schreibt ein Teilnehmer beispielsweise circa zehn SMS am Tag und geht jeden Tag außer Haus, ist plötzliche Funkstille und ein unbewegliches GPS-Signal ein Zeichen für einen depressiven Tag. Andersherum kann Nonstop-Aktivität und 100 SMS am Tag auf eine manische Phase hindeuten. Übermittelt die App dem Arzt solche abweichenden Muster, kann er den Patienten mittels

  • Anruf,
  • SMS oder
  • Mail

sofort kontaktieren. Dieses permanente Feedback und der daher intensive Kontakt zum Arzt soll den Manisch-Depressiven effektiver helfen, als das bisher möglich ist.

Erfolge und Marktreife

Die 40 Teilnehmer der Pilotstudie bestätigen bereits, dass sie den Einsatz der App für sinnvoll halten und sich besser betreut fühlen. Daher soll in wenigen Wochen eine weitere Testphase mit circa 120 Patienten starten. Geplant ist der Einsatz über 18 Monate. Stellt die App sich weiterhin als Erfolg heraus, soll sie auf den Markt kommen.

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Quellenangaben

  • Bildnachweis: Geschäftsfrau im Büro schaut auf Smartphone © Robert Kneschke - www.fotolia.de

Autor:

Paradisi-Redaktion - News vom

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