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AnkeBeitrag von einem Gast oder ehemaligen Mitglied
Nachts aufwecken? Weniger zu trinken geben? Klingeltöne? Kinder anspornen? So ein Blödsinn! Kinder reagieren nie unnormal, allenfalls normal auf unnormale Lebensumstände. Meiner Erfahrung nach ist das Einnässen viel häufiger seelisch bedingt, als man wahrhaben will. Es ist ja auch leichter, das Kind dursten zu lassen oder aus dem Schlaf zu reißen, als die familiäre und gesellschaftliche Situation zu überprüfen. Und die ist heutzutage so fatal, dass Einnässen eine der harmlosesten Antworten der Seele auf unser katastrophales Wertsesystem ist.
Es war keine leichte, aber lohnende Aufgabe, mich mit diesem Problem auseinander zu setzen. Das Mädel war acht als es zu uns kam, das Bett war jede Nacht nass, tagsüber ging's auch schon mal schief, und natürlich waren wir zuerst total von der Situation überfordert. Dazu kamen ungeheure Aggressionen, die sich aber nicht gegen uns, sondern gegen 'tote' Gegenstände richtete.
Eine vielleicht ungewöhnliche Idee war, besonders nach Wutanfällen einfach mit ihr in die Dusche zu gehen, ich hatte da einen Minisizplatz eingerichtet, und einfach angenehm warmes Wasse über uns laufen zu lassen. Irgendwann fing sie dann an zu sprechen, nicht direkt zu mir, wir saßen ja immer nebeneinander mit ganz leichten Körperkontakt, sondern einfach so. Das dauerte bis zu einer Stunde, aber immer fanden wir einen Konsens. Am Schluß trockneten wir uns gegenseitig ab und quatschten einfach so locker miteinander, machtem Blödsinn und waren auch albern. Aber sie LACHTE und war aufgeräumt.
Die nassen Laken kamen einfach in einen großen, halb mit Wasser gefüllten und verschließbaren Eimer und wurden alle drei Tage gewaschen. Alle halben Jahre kaufte ich einfach ein neues Deckbett, so teuer sind die gar nicht und kanadische Daunen müssen es ja nicht sein. Die Bettwäsche durfte sie sich immer selbst aussuchen (allerdings mit Preislimit). Zu allen Reparaturarbeiten an ihrem Zimmer zog ich sie mit heran, ließ sie viel selber machen und unterstützte jede kreative Idee durch mein handwerkliches Können.
Das Endergebnis ist eine junge, (selbst-)kritische Frau, die uns mit einer Liebe belohnt, die wir nicht erwarten konnten, die uns aber 1000fach entschädigt. Mein Resumee gebe ich hier gerne weiter.
Behutsam prüfen (lassen), ob organische Störungen vorliegen.
Auf keinen Fall diesen Unsinn mit Klingelhosen und schon gar nicht Windeln, keine Vorschrift im Flüssigkeitskonsum, auf keinen Fall nachts aufs Klo schleppen. Das erniedrigt und zerstört jedes Selbstvertrauen.
Psychater und Therapeuten graben viel zu viel Schlamm auf und schauen vor allem auf's eigene Portemonaie (tät ich auch). Nur, wenn es gar nicht anders geht. Viel selber nachdenken und dann handeln.
Sorgsam die Entwicklung beobachten, besonders da das Verhältnis zum eigenen Körper. Das ist wichtig, weil meist das Selbstvertrauen nicht da oder gestört ist. Die beginnde Sexualität muß mit ganz liebevoller Einfühlsamkeit so gefördert werden, daß sie zum selbstverständlichen Bestand des Daseins wird, ohne Angst und vor allem ohne erhobenen Zeigefinger.
Natürlich werden mir hier einige Leute widersprechen. Sollen sie auch. Aber auf der anderen Seite waren meine Überlegungen erfolgreich und haben einem Kind auf dem Weg in seine Welt geholfen. Ehrlich gesagt haben mich hier viele der Antworten erschreckt, aber auch Hilflosigkeit und dumme Klischees aufgedeckt.
Wirkliche Hilfe bringt nur die liebevolle Hingabe zum Kind, viel Verständnis und Anteilnahme.
08.04.12 | |
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27.03.12 | |
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13.03.12 | |
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