Bauchspeicheldrüsenkrebs - Ursachen, Formen, Symptome und Behandlung

Die Entstehung von Bauchspeicheldrüsenkrebs und wie man ihn erkennen und behandeln kann

Welche Ursachen einen Bauchspeicheldrüsenkrebs hervorrufen, ist noch unbekannt. Häufig endet die Erkrankung tödlich. Lange Zeit verursacht ein Bauchspeicheldrüsenkrebs keine Beschwerden. Die Diagnose stellt in der Regel der Internist.

Bunte Grafik der menschlichen Organe vom Hals bis zum Unterleib

Krankheitsbild und Formen

Bauchspeicheldrüsenkrebs bezeichnet man auch als Pankreastumoren. Man unterscheidet mehrere Arten; in den meisten Fällen sind sie bösartig und bilden früh Metastasen.

Exokrine Pankreastumore - Tumore des exokrinen Pankreas

Man unterscheidet bei Bauchspeicheldrüsenkrebs zwischen unterschiedlichen Tumortypen. Diese entstehen aus verschiedenen Geweben. Zu 95 Prozent handelt es sich um so genannte exokrine Pankreastumore, die sich im exokrinen Pankreas bilden. Das heißt, die Tumore entstehen in den Zellen des Bauchspeicheldrüsengangs.

Dieser Gang gibt den Verdauungssaft aus der Bauchspeicheldrüse (Pankreas) in den Zwölffingerdarm (Duodenum) ab.

Duktales Adenokarzinom des Pankreas

Der am häufigsten auftretende Tumortyp ist das duktale Adenokarzinom. Das Adenokarzinom wird zu den bösartigen Neoplasien (Neubildungen) gezählt. Meistens entsteht der Tumor im vorderen Bereich des Organs, den man als Pankreaskopf bezeichnet.

Sehr häufig tritt diese Krebserkrankung in den USA auf. Besonders betroffen sind Menschen, die zwischen 65 und 85 Jahre alt sind. Menschen unter 40 Jahren erkranken dagegen nur sehr selten. Bei Männern kommt es häufiger zu einem duktalen Adenokarzinom als bei Frauen.

Muzinös-zystischer Tumor

Der muzinös-zystische Tumor wird in der Medizin auch als Zystadenokarzinom oder muzinöses Zystadenom bezeichnet. Bei Zystadenomen besteht eine hohe Entartungstendenz zu einem Zystadenokarzinom. Da sich durch bildgebende Verfahren keine Differenzierung erzielen lässt, fasst man sowohl bösartige als auch gutartige Tumortypen unter der Bezeichnung muzinös-zystischer Tumor zusammen.

Besonders betroffen sind Frauen, die zwischen 40 und 60 Jahre alt sind. Die Tumore haben einen Durchmesser von zwei bis zwölf Zentimetern und verfügen über eine fibröse Kapsel.

Zusammengesetzt werden sie zumeist aus sechs Zysten, die einen einzelnen Durchmesser von zwei Zentimetern aufweisen. Ist es möglich einen muzinös-zystischen Tumor komplett operativ zu entfernen, kann eine positive Prognose gestellt werden.

Intraduktaler papillär-muzinöser Tumor

Den intraduktalen papillär-muzinösen Tumor bezeichnet man auch als intraduktales papillär-muzinöses Karzinom. Typisch für diese Tumorform ist, dass sie innerhalb des Gangsystems entsteht und sich dort verbreitet.

So bildet sich der Tumor in den meisten Fällen im Pankreasgang. Differenziert wird zwischen

  1. einem Seitenasttyp
  2. einem Hauptgangtyp sowie
  3. einer Mischform.

Mitunter breiten sich die Tumorzellen auf die Seitengänge aus und erfassen die gesamte Bauchspeicheldrüse. Betroffen von diesem Tumortyp sind vor allem Menschen zwischen 60 und 70 Jahren. Dabei kommt es zu Schmerzen, die einer Bauchspeicheldrüsenentzündung ähneln.

Im weiteren Verlauf fallen die Verdauungsenzyme aus. Wird der Tumor vollständig entfernt, ist die Prognose positiv.

Azinuszellkarzinom

Das Azinuszellkarzinom ist sehr selten und tritt vor allem bei Männern zwischen 55 und 65 Jahren auf. Häufig bilden sich Metastasen, die auf die Leber übergreifen. In manchen Fällen verursacht das Karzinom Polyathralgien oder subkutane Fettgewebsnekrosen.

Tumore der Papilla vateri

Bei Tumoren an der Vaterschen Papille oder Papilla vateri handelt es sich zumeist um Adenokarzinome. Da es bei solchen Tumoren schnell zu einer Gelbsucht kommt, werden sie meist frühzeitig entdeckt, wodurch die Prognose günstiger ausfällt als bei einem Pankreaskarzinom.

Seröses Zystadenom

Das seröse Zystadenom ist ein gutartiger Tumor, der vorwiegend bei älteren Frauen auftritt. Da der Tumor keine Tendenz zur Entartung hat, ist die Prognose nach seiner Entfernung meist positiv.

Endokrine Tumore - Tumore des endokrinen Pankreas

Endokrine Tumore treten nur sehr selten auf. Bei 95 Prozent aller Bauchspeicheldrüsenkrebsfälle handelt es sich um exokrine Pankreastumore. Das heißt, dass der Tumor in den exokrinen Anteilen des Organs entsteht.

Bildet sich der Tumor jedoch im hormonproduzierenden Teil der Bauchspeicheldrüse, handelt es sich um einen endokrinen Tumor. Endokrine Tumore werden in der Medizin auch als Inselzelltumore bezeichnet.

Arten

Als endokrine Tumore der Pankreas gelten

  1. das Insulinom, das am häufigsten von allen endokrinen Pankreastumoren auftritt,
  2. das Glucagonom
  3. das Gastrinom, das man auch als Zollinger-Ellison-Syndrom bezeichnet
  4. das Somatostatinom sowie
  5. das VIPom, das man auch Verner-Morrison-Syndrom nennt.

Endokrine Pankreastumore haben lediglich einen Anteil von 1 bis 2 Prozent an den Tumoren der Bauchspeicheldrüse. Prinzipiell ist ihr Auftreten in jedem Lebensalter möglich. Männer und Frauen sind gleichermaßen betroffen.

Merkmale
  • Typisch für endokrine Pankreastumore ist, dass sie rund und gut begrenzt sind.
  • Meistens haben sie einen Durchmesser von 1–4 Zentimetern.
  • Sie können an sämtlichen Teilen der Bauchspeicheldrüse entstehen.
  • Aus histologischer Sicht sind die Tumorzellen monomorph und verfügen über feingranuläres Zytoplasma.
  • Mit Ausnahme des Insulinoms verhalten sich die endokrinen Pankreastumore maligne.
  • Metastasen (Tochtergeschwülste) bilden sich meist in der Leber und den umgebenden Lymphknoten.
Hormoninaktive neuroendokrine Pankreastumore

Eine Sonderform sind die hormoninaktiven neuroendokrinen Pankreastumore. Sie sind zwar in der Lage, kleine Mengen an Hormonen herzustellen, setzen diese aber nicht frei, wodurch es nicht zu hormonbedingten Beschwerden wie zum Beispiel beim Insulinom oder Gastrinom kommt. So bleiben neuroendokrine Tumore oft lange symptomlos.

Ursachen

Ein Bauchspeicheldrüsenkrebs entsteht in den meisten Fällen dann, wenn sich einige ehemals normale Zellen in Krebszellen verwandeln. Selten liegen auch hormonelle Ursachen zugrunde.

Es gibt jedoch einige Risikofaktoren, die diese Krebserkrankung begünstigen können. Dazu gehören

  • Rauchen
  • eine frühere Magenoperation
  • eine chronische Entzündung der Bauchspeicheldrüse und
  • der regelmäßige Alkoholkonsum.

Selten kann der Bauchspeicheldrüsenkrebs auch vererbt werden.

Mitunter scheint auch die Ernährung eine Rolle zu spielen, wie zwei Studien zeigen...

Laut Studie erhöht zu viel Zucker das Risiko der Krebsentstehung

Experten zufolge ist die Notwendigkeit der Gesundheitsvorsorge ein immer bedeutenderes Thema. Speziell Erkrankungen, denen durch eine gesunde Ernährung vorgebeugt werden kann, sollten hierbei genannt werden. Denn wer vorsorgt, kann gesund bleiben und erspart sich so manche Krankheit und aufwändige Behandlungen.

Beispiel Bauchspeicheldrüsenkrebs

Als typische Erkrankung könnte hierbei der Bauchspeicheldrüsenkrebs genannt werden. Die Heilungschancen für diese Krebserkrankung sind niedrig, da sie in den meisten Fällen zu spät diagnostiziert wird. Es ist demnach wichtig, über die Ursachen der Entstehung Bescheid zu wissen und darüber, wie man dem Krebs vorbeugen kann.

Wie in einer Studie in Schweden herausgefunden wurde, kann auch diese Erkrankung durch Folgen schlechter Ernährungsweisen entstehen, nämlich durch eine zu hohe Zuckerzufuhr. Nebenbei kann diese auch weitere gesundheitliche Folgen haben, wie zum Beispiel Diabetes durch mögliche Insulinresistenz.

Bei der Studie kam heraus, dass nur zwei Gläser Limonade täglich das Risiko, an Bauchspeicheldrüsenkrebs zu erkranken, um 90 Prozent erhöhen können. Auch gesüßte Getränke wie beispielsweise Kaffee fallen in diese Kategorie; hier betrug das Risiko 70 Prozent.

Studie: Viele Kohlenhydrate gleich hohes Krebsrisiko?

Wie die Nahrungsfette, werden auch Kohlenhydrate bei übermäßigen Verzehr in unsere körpereigenen Lipidspeicher eingelagert. Doch neue wissenschaftliche Erkenntnisse deuten darauf hin, dass der exzessive Genuss von Kohlenhydraten noch weitaus schlimmere Folgen haben kann: Bauchspeicheldrüsenkrebs.

Erklärung der Zusammenhänge

Eines der ersten Anzeichen für Bauchspeicheldrüsenkrebs, das häufig Jahre vor der eigentlichen Diagnose bemerkt wird, ist das vermehrte Auftreten von Magenverstimmungen. Eine aktuelle Studie deutet daraufhin, dass es eine Verbindung zwischen den Magenschmerzen und einen hohen Kohlenhydrat-Konsum geben könnte.

Das "National Cancer Institute", eine Forschungseinrichtung im US-Bundesstaat Maryland, führte eine Untersuchung durch, die die Daten von mehr als 100.000 älteren Männern und Frauen berücksichtigte. Die Wissenschaftler stellten eine Reihenfolge der Personen auf, die sich nach deren durchschnittlichen Kohlenhydratverzehr richtete. Es zeigte sich, die die oberen 10 Prozent des Rankings ein um fast 50 Prozent höheres Risiko hatten, an Pankreas-Krebs zu erkranken, als die letzten 10 Prozent des Feldes.

Es ist hierbei jedoch wichtig anzumerken, dass das Erkrankungsrisiko hinsichtlich Bauchspeicheldrüsenkrebs an sich äußerst gering ist. Lediglich ein Prozent aller an der Studie teilnehmenden Personen entwickelte tatsächlich einen bösartigen Tumor an der Bauchspeicheldrüse.

Mit ihren Ergebnissen haben die Forscher zunächst keine überraschende Entdeckung gemacht. Denn bereits im Vorfeld wurde von anderen Institutionen ähnliche Studien mit vergleichbaren Resultaten durchgeführt. Den Wissenschaftlern des "National Cancer Institute" ging es mit ihrer Arbeit in erster Linie darum, vorige Studien zu bestätigen, so dass ein möglicher Zusammenhang zwischen Kohlenhydraten und Krebsrisiko gegebenenfalls statistisch untermauert werden könnte.

Tatsächlich machten sie dabei eine Beobachtung, die die Zuverlässigkeit früherer Untersuchungen zu diesem Thema ins Wanken bringt.

Kohlenhydratkonsum eher ein Symptom für Pankreas-Krebs

Bei der Erstellung des Rankings fiel den Wissenschaftlern auf, dass jene Personen, die im Laufe des 7-jährigen Studienzeitraumes eine Diagnose auf Pankreas-Krebs gestellt bekamen, diese innerhalb der ersten vier Jahre erhielten. Das heißt, es ist also anzunehmen, dass diese von Beginn an der Untersuchung an chronischen Magenverstimmungen litten.

Magenverstimmungen werden vor allem durch fettreiches Essen ausgelöst. Es ist daher anzunehmen, dass die Krebspatienten im Frühstadium ihrer Erkrankung bewusst oder unbewusst deftiges Essen mieden, weil sie um ihren empfindlichen Magen wussten und deshalb sich eher kohlenhydratreich ernährten. So betrachtet müsste man einen exzessiven Kohlenhydratkonsum eher als Symptom für Pankreas-Krebs deuten, als darin eine Ursache zu sehen.

Risikofaktoren des duktale Adenokarzinoms

Wodurch das duktale Adenokarzinom verursacht wird, ist bislang nicht bekannt. Es gibt aber bestimmte Risikofaktoren, die das Entstehen eines Tumors begünstigen können. Dies sind unter anderem

  • chronische Bauchspeicheldrüsenentzündungen,
  • Alkoholmissbrauch
  • Tabakkonsum
  • Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit)
  • Fettsucht (Adipositas) aufgrund fettreicher Ernährung
  • chemische Kanzerogene sowie
  • zystische Veränderungen.

Ursachen des endokrinen Tumors

Kommt es zur unkontrollierten Sekretion von Hormonen wie

kann dies zu Syndromen führen.

Verlauf

Wird der Bauchspeicheldrüsenkrebs frühzeitig erkannt, hat der Patient oftmals gute Überlebenschancen. Da der Patient jedoch in den meisten Fällen lange Zeit keine Beschwerden verspürt, wird die Diagnose meist erst dann gestellt, wenn der Krebs bereits Metastasen gebildet hat.

In diesen Fällen stehen die Überlebenschancen sehr schlecht. Nur wenige Menschen überleben die ersten fünf Jahre.

Symptome

Das Tückische des Bauchspeicheldrüsenkrebses ist, dass er über lange Zeit hinweg keine oder kaum Beschwerden verursacht. Lediglich eine gewisse Übelkeit verspüren die Patienten hin und wieder.

Im Verlauf der Erkrankung verspüren die Patienten Schmerzen im Oberbauch, haben kaum Appetit und verlieren dadurch rasch an Gewicht. Zusätzlich bestehen Durchfall und Juckreiz.

Oft zeigt ein Bauchspeicheldrüsenkrebs auch ein Symptom wie Rückenschmerzen. Im fortgeschritteneren Stadium der Erkrankung leiden die Patienten auch an Gelbsucht, bei der sich die Haut und der weiße Bereich der Augen gelblich verfärben.

Da der Bauchspeicheldrüsenkrebs lange Zeit keine Beschwerden verursacht, gehen die Betroffenen meist erst sehr spät zum Arzt, so dass der Krebs auch erst dann diagnostiziert wird, wenn er bereits sehr weit fortgeschritten ist.

Folgen eines duktalen Adenokarzinoms

In den meisten Fällen bildet sich das duktale Adenokarzinom am Pankreaskopf. Mitunter wächst der Tumor auch in die Wand des Zwölffingerdarms ein.

Durch das Wachstum des Tumors wird der Gallengang mit der Zeit immer mehr zusammengedrückt, was zur Folge hat, dass die gebildete Gallenflüssigkeit nicht mehr richtig abfließen kann. Es kommt zu einem Rückstau der Galle in der Gallenblase und der Leber, wodurch sie ins Blut übertritt.

Des Weiteren wird die Drüsenfunktion durch den Verschluss des Gallengangs immer mehr beeinträchtigt, was eine Bauchspeicheldrüsenentzündung, Verdauungsbeschwerden und Diabetes mellitus zur Folge haben kann.

Diagnose

Zuerst führt der Arzt eine eingehende körperliche Untersuchung durch. Die einzelnen Organe im Bauchraum werden mit Hilfe des Ultraschallgerätes untersucht.

Zusätzlich erfolgt meist noch eine Computertomografie oder Magnetresonanztomografie. Sind diese Untersuchungen positiv, das heißt es wurde Bauchspeicheldrüsenkrebs festgestellt, müssen weitere Untersuchungen erfolgen, um das genaue Krankheitsstadium feststellen zu können.

Dem Patienten wird dann Blut abgenommen und besonders die so genannten Tumormarker untersucht, spezielle Werte, die bei einer Krebserkrankung erhöht sind.

  • Das duktalen Adenokarzinom produziert den Tumormarker CA 19-9.
  • Als ein verhältnismäßig zuverlässiger Tumormarker für neuroendokrine Pankreastumore gilt CgA (Chromogranin A). So haben etwa 60 bis 80 Prozent aller von einem endokrinen Pankreastumor Betroffenen einen erhöhten Wert an Chromogranin A.

Auch eine Magenspiegelung wird meist durchgeführt. Der Patient erhält dazu vor Beginn der Behandlung eine leichte Beruhigungsspritze sowie ein betäubendes Spray in den Rachen, um den Würgereiz zu hemmen.

Der Arzt führt einen langen biegsamen Schlauch, das so genannte Endoskop, durch den Mund ein. Sollen Gewebeproben entnommen werden, führt der Arzt zusätzlich eine dünne Zange über das Endoskop ein und entnimmt damit die Probe.

Neben dieser Form der Endoskopie gibt es auch die so genannte ERCP, eine spezielle Endoskopie des Bauchspeicheldrüsen- und Gallenganges. Diese Untersuchung wird im Rahmen einer Magen-Dünndarmspiegelung durchgeführt.

Auch hier wird ein Endoskop eingeführt, bis zu der Stelle, an der Bauchspeicheldrüsengang und Gallengang in den Dünndarm münden. An diese Stelle wird Kontrastmittel gefüllt und eine Röntgenaufnahme angefertigt.

Durch das Kontrastmittel kann der Arzt feststellen, ob die Gänge durchgängig sind und ob sich hier tumoröses Gewebe befindet. Auch eine (normale) Röntgenaufnahme wird meist angefertigt.

Selten wird im Rahmen der Diagnostik auch eine Laparoskopie, eine Bauchspiegelung, durchgeführt. Die Untersuchung erfolgt in Vollnarkose. Am Bauch werden kleine Schnitte gesetzt, durch die der Arzt die notwendigen Geräte einführen kann.

Therapie

Je früher der Krebs entdeckt wird, desto größer sind die Chancen auf Heilung.

Operation

Befindet sich der Krebs noch im Bereich der Bauchspeicheldrüse, wird meist operiert. Je nachdem, wie sich der Tumor ausgebreitet hat, ist es oftmals auch möglich, Teile der Bauchspeicheldrüse zu erhalten und nur den Bereich des Tumors zu entfernen.

Muss die komplette Bauchspeicheldrüse entfernt werden, hat dies zur Folge, dass der Patient Diabetiker wird, da die Bauchspeicheldrüse kein Insulin mehr bilden kann. Der Patient müsste somit folglich Insulin spritzen wie andere Diabetiker auch.

Kann der Tumor nicht komplett entfernt werden, wird oftmals trotzdem ein Teil der Bauchspeicheldrüse entfernt und ein Rest erhalten. Der Krebs kann dadurch zwar nicht besiegt und der Patient auch nicht geheilt werden, dennoch fühlt sich der Patient nach der Operation besser. Es handelt sich hierbei um eine so genannte palliative Operation.

Bei einer Pankreasoperation erhält der Patient eine Vollnarkose. Danach wird vom behandelnden Arzt ein Einschnitt an der oberen Bauchdecke vorgenommen, was man als Laparotomie bezeichnet. Die weitere Vorgehensweise hängt davon ab, welcher Bereich der Drüse von dem Tumor befallen ist.

Enukleation und Pankreaslinksresektion

Bei gutartigen Wucherungen wird eine Enukleation (Tumorausschälung) vorgenommen, wobei der Sicherheitsabstand nur gering ist. Führt der Chirurg eine Pankreasschwanz- oder Pankreaslinksresektion durch, operiert er die befallenen Stellen von der linken Seite her heraus. Auf diese Weise bleibt die wichtige Gangmündung in den Zwölffingerdarm erhalten.

Pankreaskopfresektion

Eine andere Variante ist die Pankreaskopfresektion, bei der der rechte Anteil des Organs, der Pankreaskopf, entfernt wird. Dabei werden zudem Teile des Gallengangsystems, die Gallenblase und der Zwölffingerdarm herausoperiert. Auch das untere Magendrittel wird bei diesem Eingriff entfernt, was man als Whipple-Operation bezeichnet.

Ebenso herausgenommen werden die Lymphknoten, die im Bereich des Tumors liegen. Anschließend erfolgt das Vernähen der Stümpfe der verbliebenen Organe. Auf diese Weise bleibt der Nahrungstransport gewährleistet. In manchen Fällen kann auch eine komplette Entfernung der Bauchspeicheldrüse erforderlich sein.

Postoperatives Vorgehen

Zum Abschluss der Pankreasoperation führt man Drainageschläuche ein, damit das Wundsekret und andere Flüssigkeiten abfließen können. Die dazu erforderlichen Schläuche werden nach ein paar Tagen wieder entfernt.

Mögliche Komplikationen

Bei einer Bauchspeicheldrüsen-Operation besteht das Risiko von schweren Komplikationen. So können benachbarte Organe, Nerven oder Blutgefäße durch den Eingriff in Mitleidenschaft gezogen werden. Auch starke Blutungen oder eine gefährliche Bauchfellentzündung sind im Bereich des Möglichen.

Strahlen- und Chemotherapie

Konnte nur ein Teil des Tumors bei der Operation entfernt werden oder ist eine Operation nicht (mehr) möglich, wird oftmals eine Strahlentherapie durchgeführt. Diese hat jedoch schwere Nebenwirkungen, da häufig die umliegenden Organe "mitbestrahlt" und somit geschädigt werden.

Neben der Strahlentherapie wird auch meist eine Chemotherapie durchgeführt. Beide Behandlungen können den Patienten meist nicht heilen, jedoch verbessern sie sein körperliches Wohlbefinden.

Nach der Behandlung eines Bauchspeicheldrüsenkrebses erfolgt in der Regel eine mehrwöchige stationäre Rehabilitationsbehandlung in einer speziellen Fachklinik. Auch nach dieser Rehabehandlung erfolgt eine engmaschige Nachsorge in mehrmonatigen Abständen.

Prognose

In den meisten Fällen werden endokrine Pankreastumore operativ entfernt. Während die Prognose bei benignen (gutartigen) Pankreastumoren positiv ist, liegt sie bei malignen (bösartigen) Tumoren nur bei einer Überlebensdauer von ein bis zwei Jahren.

Bei einem duktalen Adenokarzinom ist die Prognose in der Regel überaus schlecht. Da der Tumor bei der Diagnose meist schon sehr groß ist, lässt sich eine Operation lediglich in zehn bis fünfzehn Prozent der Fälle durchführen.

Da die Bauchspeicheldrüse zudem schlecht auf eine Chemotherapie anspricht, ist die Sterblichkeit bei Pankreaskarzinomen sehr hoch. Daher leben nur wenige Patienten noch länger als fünf Jahre. Zur Linderung der Symptome können palliative Operationen durchgeführt werden, bei denen zum Beispiel die Gallenflüssigkeit aus der Leber abgeleitet wird.

Vorbeugung

Vorbeugen kann man einem Bauchspeicheldrüsenkrebs nicht, da die auslösenden Ursachen bisher noch nicht bekannt sind. Wer jedoch die Risikofaktoren für diese Erkrankung meidet, kann der Erkrankung in gewissem Maße entgegenwirken.

Grundinformationen zu Bauchspeicheldrüsenkrebs

  • Bauchspeicheldrüsenkrebs - Ursachen, Formen, Symptome und Behandlung

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Quellenangaben

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Paradisi-Redaktion - Artikel vom (zuletzt überarbeitet am )

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