15. Februar 2011
Unter einem lumbalen Bandscheibenvorfall versteht man einen Bandscheibenvorfall der Lendenwirbelsäule. Diese Form tritt am häufigsten auf.
Einen Bandscheibenvorfall bezeichnet man in der Medizin auch als Diskusprolaps. Am häufigsten kommt es zu Vorfällen an der Lendenwirbelsäule. In diesem Fall spricht man von einem lumbalen Bandscheibenvorfall.
Insgesamt besitzt der Mensch 23 Bandscheiben. Diese Bandscheiben befinden sich zwischen den Wirbelkörpern, wo sie wie ein Puffer liegen. Zusammengesetzt wird eine Bandscheibe aus einem weichen Gallertkern. Dieser wird von einem Ring aus Faserknorpeln gehalten. Zu einem Bandscheibenvorfall oder Diskusprolaps kommt es, wenn der Kern der Bandscheibe entweder verrutscht oder sich verlagert und dabei die faserige Hülle durchbricht. Dadurch tritt jedoch die Gallertmasse aus und drückt auf die umgebenden Nerven, was dann schmerzhafte Beschwerden zur Folge hat. Dagegen kommt es bei einer Bandscheibenvorwölbung zu einer Verlagerung des Bandscheibengewebes nach außen. Der Bindegewebsring der Bandscheibe zerreißt dabei jedoch nicht.
Am häufigsten treten Bandscheibenvorfälle an der Lendenwirbelsäule auf. Das liegt vor allem daran, dass die Lendenwirbel durch das Gewicht des Körpers stark belastet werden. Besteht zudem Übergewicht, kann sich das Risiko für einen lumbalen Bandscheibenvorfall erhöhen. Das Durchschnittsalter für einen Bandscheibenvorfall beträgt 40 Jahre.
Zu einem lumbalen Bandscheibenvorfall kann es aus unterschiedlichen Gründen kommen. Dazu gehören u.a. eine belastungs- und altersbedingte Schwächung des Bandscheiben-Bindegewebsrings, länger bestehende Vorschädigungen der Bandscheiben, Verletzungen am Rumpf durch Stürze oder Unfälle, eine geschwächte paravetrebrale Muskulatur sowie Fehlbelastungen oder Überbelastungen, die durch das Heben von schweren Gegenständen hervorgerufen werden, was jedoch eher selten der Fall ist. Darüber hinaus gibt es auch einige Risikofaktoren, die einen Bandscheibenvorfall begünstigen können wie zum Beispiel Fehlhaltungen, Übergewicht, Bewegungsmangel, eine unzureichende Ernährung der Bandscheiben sowie bei Frauen eine Schwangerschaft.
Die Symptome bei einem lumbalen Bandscheibenvorfall fallen von Patient zu Patient unterschiedlich aus. Nicht immer kommt es bei einem Diskusprolaps zu Beschwerden. Symptome zeigen sich vor allem dann, wenn die Nervenstrukturen in Mitleidenschaft gezogen werden. Treten Beschwerden auf, liegt dies zumeist an dem Druck, der auf bestimmte Nervenwurzeln, Nervenfaserbündel in der Lendenwirbelsäule oder das Rückenmark ausgeübt wird. Typische Symptome bei einem lumbalen Bandscheibenvorfall sind lokale Rückenschmerzen. Diese Schmerzen strahlen manchmal bis in die Beine aus. Mitunter kann es auch zu Lähmungserscheinungen an den Beinen, Taubheitsgefühlen im Bereich der eingeklemmten Nervenwurzeln sowie Harn- oder Stuhlinkontinenz kommen.
In den meisten Fällen lässt sich ein lumbaler Bandscheibenvorfall konservativ behandeln. Lediglich bei rund zehn Prozent der Patienten ist ein operativer Eingriff erforderlich. Ein solcher Eingriff muss dann durchgeführt werden, wenn sich die Beschwerden nicht bessern oder es zu zunehmenden Lähmungen kommt. Für die konservative Therapie ist Schonung sehr wichtig, wobei Bettruhe jedoch nicht nötig ist. Zur Bekämpfung der Schmerzen verabreicht man dem Patienten, je nach Bedarf, mild oder stark wirkende Schmerzmittel. Darüber hinaus werden Wärmeanwendungen wie Rotlicht oder Fangopackungen durchgeführt, um Schmerzen und Muskelverspannungen entgegenzuwirken. Auch eine Physiotherapie ist oft hilfreich. Für den Fall, dass eine Operation vorgenommen werden muss, räumt man dabei das zerstörte Bandscheibengewebe aus. Auf diese Weise wird der Druck auf die eingeengten Nervenwurzeln reduziert. Allerdings führt ein operativer Eingriff nicht immer zu Schmerzfreiheit. Außerdem kann es in manchen Fällen erneut zu Bandscheibenvorfällen kommen.
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