Auslöser für die Durchfallerkrankung Campylobacter-Enteritis ist meist Hühnerfleisch

Falsche Zubereitung von belastetem Hühnerfleisch ist größter Risikofaktor für Darminfektionen

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  • von Paradisi-Redaktion
3-D-Grafik dreier grüner Bakterien, die in rötliches Gewebe eindringen

Bei dem Zungenbrecher Campylobacter-Enteritis handelt es sich um eine Infektion mit Bakterien, die in den Magen-Darm-Trakt wandern und dort das Gleichgewicht nachhaltig stören. Das führt dazu, dass Betroffene starke Bauchschmerzen und plötzlich einsetzende Durchfälle bekommen. Die Infektion ist derart aggressiv, dass das Immunsystem mit Fieber reagiert und der Arzt kontaktiert werden sollte. Dieser fertigt aufgrund der Symptome meist ein Blutbild an und testet dabei auch auf den Bakterienstamm Campylobacter. Ein positiver Befund ist meldepflichtig und muss bis zum Abheilen überwacht werden.

Auf der Suche nach den Auslösern

Trotz der guten Heilungsprognose forschen Mediziner, wie es überhaupt zum Ausbruch der Campylobacter-Enteritis kommt und wie man entsprechend die Zahl der jährlichen Infektionen (rund 70.000 allein 2016 in Deutschland) senken kann.

Einen wichtigen Beitrag liefert nun das Robert Koch-Institut. Es hat 2.000 Patienten betreut, die einen ausführlichen Fragebogen ausfüllten. Ihnen gegenüber standen 4.000 weitere Teilnehmer, die bislang keine Campylobacter-Enteritis erlebt hatten.

Zubereitung von Hühnerfleisch größter Risikofaktor

In der Befragung ging es unter anderem um die regelmäßig konsumierten Lebensmittel. Dabei stach Hühnchen aus der Masse hinaus. Vor allem die Zubereitungsart der ehemaligen Patienten unterschied sich von der Kontrollgruppe. Demnach steigt das individuelle Risiko auf eine Campylobacter-Enteritis, wenn Hühnerfleisch gleichzeitig mit anderen Lebensmitteln zubereitet wird und diese Lebensmittel nicht erhitzt werden. Es besteht dann die Gefahr, dass Bakterien vom rohen Hühnerfleisch auf die übrigen Lebensmittel gelangen und somit beim Verzehr in den Körper aufgenommen werden.

Ein weiterer Risikofaktor war häufiges Essen von Geflügel in Restaurants und das häufige Kochen mit abgepacktem statt frischem Geflügel.

Maßnahmen gegen Campylobacter-Infektionen

Dass Campylobacter vermehrt in Geflügel leben, ist bereits seit einiger Zeit bekannt. Die EU arbeitet daher an der Festlegung von Grenzwerten, die vor dem Verkauf ermittelt werden sollen. Werden sie überschritten, soll das Fleisch nicht an den Konsumenten gehen.

Unabhängig davon ist jedoch nach wie vor der beste Rat: Geflügel vor dem Verzehr immer stark erhitzen und während der Vorbereitung nicht mit anderen Lebensmitteln in Berührung bringen.

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