31. Januar 2012
Unter ADHS versteht man die Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung. Diese im Kindesalter beginnende psychische Störung lässt sich am wirkungsvollsten mit der multimodalen Therapie behandeln.
Menschen, die unter der Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS) leiden, bedürfen unterschiedlicher Behandlungsmethoden. Bei der so genannten multimodalen Therapie kombiniert man verschiedene Therapien unter individueller Berücksichtigung miteinander. Dabei bezieht man auch die Angehörigen und Lehrer mit ein.
ADHS macht es erforderlich, dass man bei der Behandlung des Patienten flexibel und individuell vorgeht. Das heißt, dass eine enge Kooperation zwischen Ärzten, Psychologen, Ergotherapeuten, Eltern und Lehrern erforderlich ist. Ohne eine wirksame Behandlung der psychischen Störung besteht die Gefahr, dass es bei den betroffenen Kindern zu verzögerter Lernfähigkeit, schlechten Leistungen in der Schule, geringem Selbstbewusstsein, sozialen Ängsten und Problemen im Berufsleben kommt.
Eine individuelle Behandlung ist deshalb so wichtig, weil ADHS bei jedem Patienten unterschiedlich ausgeprägt ist. Das bedeutet, dass man die Therapiebausteine der Persönlichkeit und dem Alter des Betroffenen anpasst. Die multimodale Therapie setzt sich aus fünf Säulen zusammen:
Eine wichtige Grundlage für eine erfolgreiche Behandlung ist die Aufklärung der Eltern. So sollten Eltern die Situationen, in denen es aufgrund von ADHS zu Schwierigkeiten bei ihren Kindern kommen kann, kennen, damit sie diese entsprechend unterstützen können.
Dabei werden die Eltern über die biologischen Ursachen der Erkrankung aufgeklärt. Auf diese Weise lernen sie, mehr Verständnis für ihre Kinder aufzubringen und sie nicht mehr für Dinge zu bestrafen, für die sie nicht verantwortlich sind.
Beim Elterntraining wird den Eltern vermittelt, wie sie ihrem Kind am besten helfen und den Alltag strukturieren können. Durch die geeignete Unterstützung lassen sich zahlreiche schwierige Situationen für das Kind vermeiden, was positive Auswirkungen auf dessen Selbstwertgefühl hat.
Genauso wichtig wie die Aufklärung der Eltern über ADHS, ist es, auch das Kind über die Störung zu informieren, damit es seine Probleme und Fähigkeiten richtig einschätzen kann. Dies muss jedoch in geeigneter Weise geschehen. So darf sich das Kind keinesfalls für dumm oder faul halten.
Bei einer Verhaltenstherapie können die Betroffenen gemeinsam mit anderen Kindern lernen, Strategien für eine bessere Aufmerksamkeit und eine bessere Steuerung ihrer Impulse zu entwickeln. Ein großes Problem ist allerdings, dass hierzulande nicht ausreichend Therapieplätze zur Verfügung stehen, sodass es lange Wartelisten gibt.
Eine Behandlung mit Medikamenten ist nicht in jedem ADHS-Fall notwendig. Manchmal wird jedoch erst durch eine medikamentöse Therapie die Grundlage für eine Verhaltenstherapie geschaffen. So dient sie dazu, die betroffenen Kinder aus einer schweren Krise zu holen.
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