11. Juni 2008
Von Annett Biermann
Immer mehr Kinder erkranken am so genannten ADHS (Aufmerksamkeits–Defizit / Hyperaktivitätssyndrom). Schuld daran sind nach Ansicht der Fachleute die zunehmende Belastung und der Druck bereits im frühen Kindesalter. Aber auch Erwachsene sind betroffen.
Seit dem Jahre 1990 ist das so genannte Aufmerksamkeits–Defizit–Syndrom, das auch als Hyperaktivitätssyndrom bekannt ist (ADHS), als Krankheit anerkannt, da es sich dabei um eine psychische Störung handelt, die bei psychisch gesunden Menschen nicht vorzufinden ist.
ADHS erkrankte Menschen leiden an unkontrollierten, unbedachten Handlungen sowie an schwachem Durchhaltevermögen. Immer häufiger sind davon Kinder im Alter zwischen sechs und zehn Jahren betroffen. Laut medizinischen Angaben sind in Deutschland ca. 5 Prozent der Kinder betroffen. Es gibt jedoch eine hohe Dunkelziffer, da bei ADHS nicht immer ein Arzt aufgesucht wird, sondern das Verhalten vielmehr mit dem Kindsein an sich gerechtfertig wird.
Glaubt man Schätzungen von Fachleuten, so könnten bis zu 25 Prozent der Kinder in Deutschland davon betroffen sein. Besonders auffällig dabei ist, dass bei den bekannten Fällen ungefähr dreimal soviel Jungen wie Mädchen davon betroffen sind. Aus medizinischer Sicht wird dringend zu therapeutischen Behandlungen geraten, da erkrankte Kinder diese Störungen in aller Regel später nicht einfach verlieren, sondern sie diese vielmehr ihr ganzes Leben lang begleitet.
Die Zahl erkrankter Menschen im Erwachsenenalter wird auf zwischen zwei und vier Prozent geschätzt. Die Ursachen für eine Erkrankung hängen Forschungsergebnissen zur Folge an zwei Faktoren. Einerseits ist eine Erkrankung genetisch bedingt (ca. 20 Prozent), das heißt, dass Kinder, deren Eltern bereits an diesem Syndrom litten, häufiger davon betroffen sind, andererseits kann eine Erkrankung vom persönlichen Umfeld, wie Schule, Arbeitsplatz, Familie, etc. (ca. 80 Prozent) abhängen. Der zweite und stärkere Faktor erklärt demnach auch, weshalb heutzutage mehr Erkrankungen festgestellt werden.
Außerdem tritt ADHS heutzutage in deutlich stärkerer Form auf als noch vor zwanzig Jahren. Symptome, wie geringe Motivation, schwaches Durchhaltevermögen und Hyperaktivität sind besonders stark ausgeprägt. Werden derartige Symptome beobachtet, so ist eine Diagnose der Erkrankung leider nach wie vor nur schwer möglich. In aller Regel werden so genannte Konzentrationstests durchgeführt, deren Ergebnisse ein gewichtiges Indiz, jedoch noch keinen Nachweis einer tatsächlichen Erkrankung darstellen.
Konnte eine Erkrankung diagnostiziert werden, so gibt es je nach Erkrankungsgrad Therapiemöglichkeiten angefangen von ambulanten Therapien, über stationären Aufenthalten, bis hin zu Heim- oder Psychiatrieaufenthalten. Die Verabreichung von Medikamenten reicht in aller Regel nicht aus. Da einer Früherkennung eine hohe Bedeutung zukommt, ist eine präventive Untersuchung bei bereits nur leichten Symptomen anzuraten.
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