Gewitter-Asthma: Warum Asthmatiker mit Pollenallergie kurz nach einem Gewitter besonders leiden

Forscher versuchten zu klären, was ein Gewitterwetter für Pollenallergiker so extrem macht

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  • von Paradisi-Redaktion
Waldlandschaft unter blauem Himmel mit Regenbogen

Die plötzlichen Probleme, normal Luft zu holen, belasten Patienten mit Asthma auch nach vielen Jahren noch extrem und können regelrechte Angststörungen verursachen. Die verschiedenen Formen von Asthma werden noch immer erforscht, wobei allergisches Asthma am häufigsten Gegenstand diverser Studien ist.

Schwere Asthmaschübe nach Gewitter

Betroffene erleiden einen Asthma-Schub, wenn für sie belastende Stoffe (Allergene) in der Luft liegen. Pollenallergiker beispielsweise haben bestimmte Monate im Jahr, in denen der Pollenflug ihr Problem ist. Diese Menschen erleiden oft genau dann schwere Schübe, wenn ein Gewitter gerade vorbei ist. Das Phänomen wird als Gewitter-Asthma bezeichnet und gibt den Ärzten noch immer Rätsel auf. Denn sollten trockener Husten und Brustenge bis hin zur Atemnot nicht eigentlich besser werden, wenn durch den Regen die Pollen nicht mehr fliegen, sondern die feuchte Luft sie zu Boden gedrückt hat?

Elektrostatischen Ladung und Luftfeuchtigkeit erhöhen Allergenbelastung

Ein Erklärungsansatz beruht auf den elektrostatischen Ladungen während eines Gewitters. Sie könnten mehr Pollen durch die Luft tragen und damit insgesamt die Luftbelastung erhöhen. Zudem wäre denkbar, dass die Luftfeuchtigkeit die Pollen noch vor ihrem Absinken auf den Boden aufplatzen lässt, wodurch ebenfalls mehr Allergene in der Luft sind.

Menschen, die nur an einem leichten Asthma leiden, können dann bei Gewitter für sie ungewohnt starke Schübe erleben, während chronische Asthmatiker mit teils lebensgefährlichen Schüben rechnen müssen. Zu diesem Schluss kommen Forscher aus Kanada, die sich mit den bekannten Fällen von Gewitter-Asthma beschäftigt haben. Sie untersuchten dafür, wann auffallend oft Asthmatiker direkt nach einem Gewitter in die Notaufnahme kamen. Sie fanden einen Fall in den USA, drei in Großbritannien und sechs in Australien. Die Dunkelziffer dürfte jedoch bedeutend höher sein, da lange Zeit Asthma-Verschlechterungen und Gewitter nicht in einen Zusammenhang gebracht wurden.

Die klare Empfehlung lautet: Asthmatiker mit Pollenallergie sollten während eines Gewitters nach Möglichkeit in geschlossenen Räumen bleiben und auch nach dem Ende des Unwetters mindestens 30 Minuten warten, bevor sie nach draußen gehen. In dieser Zeit dürften die meisten Pollen auf den Boden gesunken und die Allergenbelastung in der Luft wieder gering sein.

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