20. November 2008
Von K. Schumann
Die Asbestose ist eine Lungenkrankheit, die zu den Pneumokoniosen (Staublungenkrankheiten) zählt und vor allem bei ehemals Beschäftigten in der Asbestzement-, Asbesttextil- und Asbestisolierindustrie vorkommt. Sie tritt aber auch bei Personen auf, die in der Herstellung von Bremsbelägen und Gummiprodukten beschäftigt sind bzw. waren.

Asbest in einer alten Fabrik
Asbest ist ein Sammelbegriff für eine Gruppe von verschiedenen feinfaserigen Mineralien. Ungefähr 90 Prozent aller gewonnen Asbeste sind Chrysotil (Weißasbest). Auf Grund seiner Isolationsfähigkeit und seiner großen Festigkeit wurde Asbest vor allem in der Bauindustrie gern genutzt. Schon 1900 wurde Asbest als gesundheitsgefährdend erkannt, doch erst 1970 wurde Asbest erstmals als krebserregend eingestuft. Seit 1993 ist Asbest in Deutschland und seit 2005 in der gesamten EU verboten.
Beim Bearbeiten von Asbest werden Asbestfasern frei und können so leicht eingeatmet werden. Sind die Fasern größer als fünfzehn Mikrometer können sie vom Körper nicht mehr beseitigt werden. In der Lunge spalten sie sich in noch kleinere Teilchen auf und setzen sich im Lungengewebe fest. Dies führt nach einer Verzögerung von bis zu zwanzig Jahren zu einer Bildung von Bindegewebe in der Lunge. Dies kann zu Atembeschwerden, Husten oder Brustschmerzen führen. Zusätzlich haben Asbestfasern eine karzinogene (krebserregende) Wirkung. So kann es nach 25 bis 50 Jahren zu Lungen- oder Lungenfellkrebs kommen. Rauchen Patienten mit Asbestose, erhöht sich das Risiko, an Bronchial- oder Lungenkrebs zu erkranken um ein Vielfaches.
Die Diagnose wird mithilfe einer Röntgen- oder CT-Aufnahme des Brustraums sowie einem Nachweis von Asbestfasern in der Lunge gestellt.
Eine Heilung der Asbestose ist nicht möglich. Ein weiterer Kontakt ist auf jeden Fall zu vermeiden. Zusätzlich erfolgt eine Gabe von bronchialerweiternden Medikamenten, um das Befinden des Patienten zu verbessern.
Die Asbestose ist entschädigungspflichtig und gehört zu den häufigsten gesetzlich anerkannten Berufskrankheiten. Derzeit sind bei der Zentralstelle asbestgefährdeter Arbeitnehmer in Deutschland ungefähr 500.000 Betroffene gemeldet. Auf Grund der langen Latenzzeit von bis zu 50 Jahren rechnet man mit einem Höhepunkt der Erkrankungsrate um das Jahr 2020.
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