Arthritis Artikel
Rheumatoide Arthritis - Psyche und Körper unter Dauerbelastung
Von Viola Reinhardt
Rund 800.000 Menschen in Deutschland leiden an Rheumatoider Arthritis (RA). Zwei Drittel von ihnen sind Frauen. Wird die RA frühzeitig erkannt, ist zwar nicht heilbar, jedoch behandelbar. Wird sie nicht behandelt, kann dies zu Verformungen der Gelenke und Knorpel führen. Die Ursachen der RA liegen auch heute noch weitgehend im Dunkeln, es wird jedoch eine genetische Disposition ebenso in Betracht gezogen wie eine autoimmune Erkrankung.
Rheuma ist eine Frage des Alters. Dieser immer noch weit verbreitete Irrglaube führt dazu, dass oftmals Erkrankungen des so genannten Rheumatischen Formenkreises nicht oder zu spät erkannt werden. Die RA ist dabei nur ein Teil des Kreises, wenn auch ein sehr bedeutender. Denn weltweit ist sie die am häufigsten diagnostizierte rheumatische Erkrankung.

Arthritis an den Fingern
Meist beginnt die RA in den körperfernen kleinen Gelenken wie Finger oder Zehen. In oft sehr schmerzhaften Schüben greift das Immunsystem aus bisher ungeklärten Ursachen die Gelenke an und sorgt so für schmerzhafte Entzündungen. Mit jeder Entzündung verändert sich das Gelenk ein wenig mehr, so dass das Immunsystem im Verlauf der Krankheit immer mehr "Gründe" hat, es anzugreifen. Wenn die RA nicht behandelt wird, führen diese immer wiederkehrenden Entzündungen früher oder später zu schmerzhaften Verformungen der Gelenke. Teilweise kommt es auch zur teilweisen oder kompletten Ablösung der Muskeln und Bänder von den Gelenken, was wiederum zur Instabilität dieser führt. Hier hilft dann nur noch eine Operation das Leiden zu mindern.
In der Regel beginnt sich die Symptomatik zwar in späteren Lebensphasen zu zeigen, sie kann jedoch auch früher auftreten. Typisch für die RA ist der schubweise Verlauf, in dem sich schmerzhafte Phasen mit beschwerdefreien oder -armen Zeiten abwechseln. Wird RA rechtzeitig erkannt, kann sie mit einer medikamentösen Therapie in Kombination mit sanftem Sport, Physiotherapie, Massagen oder Krankengymnastik. Da sie nicht heilbar ist, muss die Therapie lebenslang weitergeführt werden. Ansonsten kommt es unweigerlich zu Bewegungseinschränkungen und im Endstadium sogar zur Invalidität.
Je früher die Krankheit erkannt und die Behandlung begonnen wird, desto größer sind die Chancen für die Betroffenen, ihr gewohntes Leben beizubehalten. Die frühe Diagnose ist jedoch nicht immer einfach, weil die Krankheit oft unentdeckt bleibt. Daher ist es ratsam, im Zweifelsfall mehrere Meinungen einzuholen oder sich direkt an Selbsthilfegruppen zu wenden, um sich über regionale Rheumatologen, die unter Umständen auch alternative Heilmethoden anbieten, zu informieren.