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Felty-Syndrom - Folge einer schweren rheumatoiden Arthritis

Als Felty-Syndrom bezeichnet man eine Komplikation der Rheumatoiden Arthritis. Dabei treten neben der chronischen Gelenkentzündung auch weitere Erkrankungen auf.

Das Felty-Syndrom wird zu den rheumatoiden Erkrankungen gezählt. Bei dem Syndrom handelt es sich um die Folgeerscheinung einer schweren Rheumatoiden Arthritis, die auch als chronische Polyarthritis bezeichnet wird.

Zu einem Felty-Syndrom kommt es nur in seltenen Fällen. Lediglich ein Prozent aller Patienten, die an Rheumatoider Arthritis leiden, sind von dieser Komplikation betroffen. Am häufigsten tritt die Erkrankung bei Menschen, die zwischen 45 bis 50 oder 65 bis 70 Jahre alt sind, auf. Neben der Arthritis kommt es auch zu anderen Krankheitsbildern wie zum Beispiel einer Splenomegalie (Vergrößerung der Milz) oder Heptomegalie (Vergrößerung der Leber), Schwellungen der Lymphknoten, Geschwüre an den Beinen und Hautpigmentierungen. Des Weiteren tritt eine Reduzierung der weißen Blutkörperchen auf, was man als Leukozytopenie bezeichnet.

Erstmals beschrieben wurde das Felty-Syndrom im Jahr 1924. Die genaue Ursache des Syndroms konnte jedoch bis heute nicht geklärt werden. Ebenso unklar ist, warum es bei einigen Patienten, die unter Rheumatoider Arthritis leiden, zu dieser Folgeerscheinung kommt, bei anderen jedoch nicht. Es wird vermutet, dass eine Fehlfunktion im Blutzellbildungsbereich der Grund ist. Durch diese Fehlfunktion verbleiben die neu gebildeten weißen Blutkörperchen in der Milz und gelangen nicht ins periphere Blut, wo sie dann fehlen. Oftmals treten bei Patienten, die unter dem Felty-Syndrom leiden, Antiköper auf, die sich gegen Bestandteile der weißen Blutzellen richten.

Ein Patient, der von dem Felty-Syndrom betroffen ist, leidet nicht nur unter der typischen Gelenkentzündung, die sich an den Gelenken der Finger und Fußzehen sowie im weiteren Verlauf an den Schulter-, Hüft- und Kniegelenken bemerkbar macht, sondern auch an weiteren Symptomen. So können sich die Milz und die Leber vergrößern, die Lymphknoten anschwellen und Fieberschübe auftreten. Außerdem kommt es häufig zu einem starken Gewichtsverlust. Darüber hinaus sind die Betroffenen sehr anfällig für Infektionen, da ein Mangel an Abwehrzellen besteht. So können Hautentzündungen an den Unterschenkeln, Harnwegsentzündungen und sogar eine Lungenentzündung die Folge sein. Ein Problem ist, dass oftmals fälschlicherweise Beinvenenerkrankungen für die Unterschenkelgeschwüre verantwortlich gemacht werden, sodass eine falsche Therapie erfolgt.

Diagnostizieren lässt sich das Felty-Syndrom durch den Nachweis von Rheumafaktoren im Blut sowie Ultraschalluntersuchungen der Milz und der Leber. Auch bestimmte Blutmerkmale sind typisch für das Syndrom.

Um das Felty-Syndrom zu behandeln, geht man auf dieselbe Weise vor, wie gegen die Rheumatoide Arthritis. So verabreicht man dem Patienten schmerzlindernde und entzündungshemmende Arzneimittel. Dabei handelt es sich um Nichtsteroidale Antirheumatika wie Diclofenac, Ibuprofen oder Acetylsalicylsäure (ASS). Des Weiteren können Glukokortikoide wie Kortison verwendet werden. Ist der Krankheitsverlauf sehr ausgeprägt, gelangen rheumatische Basistherapeutika wie beispielsweise D-Penicillamin, Chloroquin oder Goldpräparate zum Einsatz. Diese haben jedoch den Nachteil von teilweise starken Nebenwirkungen. Besteht ein Mangel an weißen Blutkörperchen und kommt es deswegen häufig zu Infekten, nimmt man eine Behandlung mit Zellwachstumsförderern vor. Schlimmstenfalls muss eine operative Entfernung der Milz erfolgen, was man als Splenektomie bezeichnet. Auf diese Weise soll ein Anstieg der weißen Blutkörperchen erreicht werden.

Bei einer Rheumaerkrankung wie dem Felty-Syndrom ist es wichtig regelmäßig eine ärztliche Kontrolle vornehmen zu lassen, damit rechtzeitig auf mögliche Veränderungen reagiert werden kann.

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