29. März 2011
Aufgrund von Arterienverkalkung kann es zu einer Verengung der Nierenarterie kommen. Eine mögliche Therapiemaßnahme ist das Einsetzen eines Stentimplantats.
Eine Nierenarterienverengung wird auch als Nierenarterienstenose bezeichnet. Verursacht wird eine solche Stenose in den meisten Fällen durch Arterienverkalkung (Arteriosklerose) der Aorta (Hauptschlagader) sowie der abgehenden Nierenarterie. Besonders betroffen von einer Verengung der Nierenarterie sind ältere Menschen und Raucher. Bei einigen Patienten kann eine Enge der Nierenarterie jedoch bereits angeboren sein. Oftmals kommt es bei einer Nierenarterienstenose auch zu Bluthochdruck.
Bei einer Nierenarterienverengung wird zwischen einer arteriosklerotischen Nierenarterienstenose sowie einer fibromuskulären Nierenarterienstenose unterschieden. Während unter einer fibromuskulären Stenose in erster Linie junge Menschen leiden, betrifft die arteriosklerotische Stenose vorwiegend ältere Leute. Neben Arterienverkalkung und einer fibromuskulären Dysplasie können auch ein Aneurysma der Arteria renalis, Thrombosen, Verletzungen oder Arteriitiden der Grund für eine Verengung der Nierenarterie sein.
Zu Beschwerden kommt es bei einer Nierenarterienverengung nicht immer. Allerdings tritt in vielen Fällen eine renovaskuläre Hypertonie (Bluthochdruck) auf. Aufgrund der verringerten Blutzufuhr zu den Nieren oder zu einer Niere besteht zudem die Gefahr einer Nierenfunktionsstörung. Diagnostizieren lässt sich die Gefäßverengung in der Regel durch eine Ultraschalluntersuchung der Nierengefäße und der Nieren. Bei schlanken Menschen ist es sogar möglich, die Nierenarterienverengung mit einem Stethoskop zu hören. Eine zusätzliche Diagnosemöglichkeit bietet eine MRT-Angiographie, bei der die Nierengefäße detailliert dargestellt werden. Kommt es an der Nierenarterie zu einer starken Verengung mit niedriger Fließgeschwindigkeit des Blutes, muss eine medizinische Behandlung vorgenommen werden.
Um eine Nierenarterienverengung zu behandeln, gibt es mehrere Möglichkeiten. Bevor eine Operation durchgeführt wird, versucht man zuerst mit einer konservativen Therapie eine Besserung zu erzielen. Dabei verabreicht man dem Patienten eine Arzneimittelkombination aus ACE-Hemmern und Betablockern. Allerdings ist diese Behandlungsmethode nicht bei einer beidseitigen Stenose geeignet, da es sonst zu akuten Nierenversagen kommen kann.
Bringt eine medikamentöse Behandlung keinen Erfolg, wird eine interventionelle Therapie bzw. eine Perkutane transluminale Angioplastie (PTA) vorgenommen. Dabei schiebt man mithilfe eines Katheters einen Ballon bis zur Nierenarterie vor, der dann an Ort und Stelle aufgedehnt wird. Durch dieses Verfahren kann das Gefäß erweitert werden. Um zu gewährleisten, dass die Nierenarterie offen bleibt, besteht die Möglichkeit eine Gefäßstütze, einen so genannten Stent, einzusetzen. Vor allem wenn die Nierenarterie zu mehr als zwei Dritteln verschlossen ist, kommt dieses Verfahren zur Anwendung. Erreicht man durch die Katheterbehandlung keine Besserung, wird ein operativer Eingriff durchgeführt. In diesem Fall entfernt der Chirurg das Gefäßstück, das unter der Verengung leidet, und überbrückt es, falls nötig, mit einer Gefäßprothese.
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