26. Juni 2008
Von Annett Biermann
Es gibt sehr viele verschiedene Arten der Angst: Prüfungsangst, Angst vor der Dunkelheit bis hin zu krankhafter Angst und Angstattacken, bei denen man ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen sollte.
Angst ist ein natürlicher Instinkt, der den Menschen vor zu schnellem oder unüberlegtem Handeln schützt. Es ist auch völlig normal, dass bestimmte Alltagssituationen Angst hervorrufen können, sei es eine dunkle Straße, ein Menschenauflauf, Prüfungsangst oder eine Situation im Straßenverkehr. Der Körper reagiert darauf mit einer Art Frühwarnsystem und es heißt dann: Achtung, erhöhte Aufmerksamkeit.
Bei sehr vielen Menschen steht aber die Angst vor einer Situation oder einem Objekt im Vordergrund, ihr ganzes Leben werden sie von dieser permanenten Angst begleitet. Hier spricht man dann auch von Angstzuständen oder Phobien. Das bedeutet, dass diese Menschen Angst vor Dingen haben, vor denen Gesunde keine Angst haben.
Es gibt verschiedene Arten von Ängsten, sie werden eingeteilt in die Klassen: Panikstörungen, generalisierte Angststörungen, spezifischen Phobien und soziale Phobien. Der Beginn einer Angstattacke zeigt sich durch Schweißausbruch, Zittern, Beben und Herzklopfen. Dazu können Atembeschwerden und Beklemmungsgefühle bis hin zu Erbrechen und Durchfall auftreten.
In unserer heutigen Gesellschaft leben junge wie alte Menschen oft allein und zurück gezogen. Auch durch Einsamkeit können sich krankhafte Ängste entwickeln. Die bekannteste aller Ängste ist die Platzangst. Betroffene sind nicht in der Lage, in Bussen, Flugzeugen, Fahrstühlen oder Zügen zu fahren. Auch die Angst vor Tieren nimmt starken Einfluss auf das Leben der Betroffenen. Als besonders extrem wird die Angst vor der Angst eingestuft, ein normales Leben ist den Erkrankten in dem Fall nicht möglich.
Panik- oder Angstattacken kommen ohne Vorwarnung, ein winziger Auslöser oder allein nur der Gedanke lassen die oben bereits genannten Symptome auftreten. Hilfe finden Betroffene bei Psychiatern oder Psychotherapeuten. Allem Voraus steht eine gründliche medizinische Untersuchung an, bei welcher körperliche Erkrankungen ausgeschlossen werden, erst dann kann eine seelische Störung diagnostiziert werden. Steht das Untersuchungsergebnis fest, gibt es verschiedene Behandlungsmöglichkeiten, die je nach Art der Angstzustände eingesetzt werden.
Bei leichten Ängsten hilft meist schon eine Entspannungstherapie, hier speziell Autogenes Training und Muskelentspannung. Tiefergründige Ängste werden mit einer Psychotherapie behandelt, bei der der Patient unter Anleitung und Begleitung mit seinen Ängsten konfrontiert wird. Man spricht dann von Reizüberflutung oder auch Schocktherapie.
Als letzte Behandlungsmaßnahme hilft dann nur noch die Gabe von Medikamenten. Zum Einsatz kommen hier Antidepressiva und verschiedene Benzodiazepine. Diese Medikamente dürfen nur unter ärztlicher Aufsicht genommen werden, da sie ein sehr hohes Suchtpotential haben.
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