1. Februar 2011
Unter einer generalisierten Angststörung versteht man eine besondere Form von Angststörungen. Dabei kommt es zu einer diffusen Furcht vor alltäglichen Dingen und Problemen.
Die generalisierte Angststörung (GAS) bezeichnet man auch als allgemeine Angststörung oder Angstneurose. Der Betroffene leidet dabei unter einer diffusen Angst, obwohl überhaupt kein logischer Grund dazu vorliegt. Häufig kommt es bei einer generalisierten Angststörung auch zu weiteren Angststörungen oder Depressionen.
Besonders betroffen von einer Angstneurose sind Frauen.
Besteht eine generalisierte Angststörung, hat der Betroffene ständig Angst. Diese beschränkt sich jedoch nicht, wie bei einer Phobie, auf eine bestimmte Situation oder ein Objekt, sondern ist eher allgemein. So macht sich die betroffene Person ständig unbegründete Sorgen, dass ein Unglück passieren oder eine schwere Erkrankung eintreten könnte, die sie selbst oder nahe stehende Menschen betrifft. Diese Angst ist so stark, dass der Patient schließlich kaum noch seinem Alltag nachgehen kann. Die Angstzustände werden mit der Zeit so groß, dass an einen normalen Lebenswandel nicht mehr zu denken ist. Zu Angstzuständen kann es in den unterschiedlichsten Situationen kommen, zum Beispiel in einem Aufzug, einem öffentlichen Verkehrsmittel oder in größeren Menschenansammlungen. Selbst ganz normale und alltägliche Situationen können mitunter den Ausbruch einer Panikattacke zur Folge haben. Der Erkrankte führt ein Leben voller Sorgen. So sorgt er sich beispielsweise um familiäre oder soziale Beziehungen, seine Gesundheit, seine Arbeit, die Finanzen oder seine Existenz. Aber auch ganz banale alltägliche Dinge wie der Straßenverkehr oder sportliche Aktivitäten bereiten ihm Sorgen, da er überall Gefahren sieht. In den meisten Fällen beginnt die generalisierte Angststörung bei Menschen, die zwischen 20 und 30 Jahre alt sind.
Durch die ständige Angst kommt es bei den Betroffenen auch zu körperlichen Problemen. Dazu gehören Beschwerden wie Nervosität, Herzrasen, Schwindelgefühle, Übelkeit, Zittern, Schlafstörungen, innere Unruhe, Muskelverspannungen, Kopfschmerzen und Hitzewallungen. Der Patient leidet deswegen unter einer starken Beeinträchtigung seiner Lebensqualität.
Wodurch die generalisierte Angststörung verursacht wird, konnte bis heute nicht eindeutig geklärt werden. Man weiß aber, dass es bestimmte Risikofaktoren gibt, die zu dieser Erkrankung führen können. So sind vor allem Menschen betroffen, die als introvertiert und schüchtern gelten. Zudem denken sie mehr an andere Menschen, als an sich selbst. Darüber hinaus spielen auch kognitive Faktoren sowie gesellschaftliche Verunsicherung eine bedeutende Rolle.
Dauern die beschriebenen Symptome länger als zwei Wochen an, sollte ein Arzt oder Psychotherapeut aufgesucht werden. Ein Problem ist jedoch, dass man die generalisierte Angststörung aufgrund der starken körperlichen Beschwerden nicht immer als psychische Erkrankung erkennt. Auch die Betroffenen selbst denken zumeist nicht an eine psychische Krankheit, was eine Diagnose natürlich erschwert.
Konnte die generalisierte Angststörung jedoch festgestellt werden, ist es möglich, eine entsprechende Behandlung vorzunehmen. Dabei werden in der Regel psychoanalytische Therapien oder Verhaltenstherapien durchgeführt. Sind die Beschwerden sehr stark ausgeprägt, verabreicht man auch Psychopharmaka wie Benzodiazepine oder Antidepressiva sowie Betablocker. Im Rahmen einer Psychotherapie soll die gestörte Wahrnehmung des Patienten wieder normalisiert werden. Dabei erfolgen auch Entspannungstechniken, durch die die körperlichen Symptome der Angststörung verringert werden. Zusammen mit dem Patienten geht der Psychotherapeut der Erkrankung auf den Grund und versucht dabei, die bei dem Betroffenen vorherrschenden negativen Überzeugungen durch positives Denken zu ersetzen. Häufig erhält der Patient auch ein Training in sozialer Kompetenz und Selbstsicherheit.
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