Beim Sport ausgeschüttetes Hormon könnte vor Alzheimer schützen

Das Sporthormon Irisin stimuliert die Gedächtnisleistung und könnte so zur Alzheimer-Prävention beitragen

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  • von Paradisi-Redaktion
Junge Frau und ein älteres Paar bei der Wassergymnastik mit blauen Hanteln

Morbus Alzheimer zählt zu den Krankheiten, vor denen sich Menschen beim Älterwerden besonders fürchten. Dem langsamen Abbau der geistigen Fitness soll man mit Denksport sowie gesunder Ernährung entgegenwirken und auch Tätigkeiten wie Laufen, Vereinssport etc. werden seit einiger Zeit als Prävention empfohlen. Studien hatten ergeben, dass sportlich aktive Menschen seltener an Morbus Alzheimer erkrankten. Warum dies so ist, blieb allerdings unklar - bis jetzt. Eine Studie der Universität von Rio de Janeiro fand heraus, warum Sport den Körper der Menschen gegen Alzheimer rüstet.

Sporthormon Irisin hält das Gehirn auf Trab

Die Forscher konzentrierten sich auf das 2010 entdeckte Hormon Irisin. Es wird auch als Sporthormon bezeichnet, da es von den Muskeln in größerer Menge ausgeschüttet wird, sobald wir sportlich aktiv werden. Die Muskeln setzen den Botenstoff zwar frei, doch er gelangt über das Blut in den gesamten Körper und überwindet auch die Blut-Hirn-Schranke. Irisin im Gehirn wirkt auf den Hippocampus und kann dort zur Bildung neuer Synapsen beitragen. Durch diese Stimulation nimmt die Gedächtnisleistung zu.

Das Forscherteam widmete sich Tieren, bei denen Alzheimer genetisch bedingt auftrat. Im Blut dieser Mäuse ließ sich eine unterdurchschnittliche Menge an Irisin nachweisen, was die Wissenschaftler als Stütze ihrer These ansahen. Schaltete man genetisch die Irisin-Produktion in den Muskeln der Tiere komplett ab, ging die Vernetzung ihrer Synapsen weiter zurück.

Im Umkehrschluss würde diese Erkenntnis bedeuten, dass man Menschen durch die Vergabe von Irisin vor Alzheimer schützen, beziehungsweise zumindest das individuelle Risiko senken kann. Bislang sind jedoch keine klinischen Studien in diese Richtung geplant und auch die möglichen Nebenwirkungen lassen sich noch nicht abschätzen. Die Forscher raten jedoch allen, nach eigenen Möglichkeiten sportlich aktiv zu werden. So kann das körpereigene Sporthormon dafür sorgen, dass das Gehirn auf Trab bleibt.

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  • Bildnachweis: Leute bei Wassergymnastik in Physiotherapie © Kzenon - www.fotolia.de

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