Durch Komasaufen wird das Gedächtnis von Jugendlichen dauerhaft beeinträchtigt

Häufige Alkoholexzesse mindern die Gedächtnisleistung

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  • von Paradisi-Redaktion
Jugendlicher in rotem Kapuzenpullover sitzt mit Bierflasche neben Tabletten, ein Erwachsener reicht ihm die Hände

Wer sich (fast) bis zur Bewusstlosigkeit mit Alkohol volllaufen lässt, betreibt umgangssprachlich Komasaufen. Leider ist dieser Vollrausch gerade bei Heranwachsenden noch immer beliebt und wird geradezu als Mutprobe betrieben.

Studie zur Veränderung der Gedächtnisleistung durch Alkoholexzesse

Eine aktuelle Studie wollte sich ansehen, ob bei Jugendlichen mit häufigem Vollrausch die Gedächtnisleistung dauerhaft verändert ist. Man nutzte die Daten der ALSPAC, der "Avon Longitudinal Study of Parents and Children", um sich die Geburtsjahrgänge 1991 und 1992 anzusehen. Kinder und Eltern geben in dieser Langzeituntersuchung immer wieder Auskunft, über die Lebensgewohnheiten. Im Zuge der Studie hatten damals zehn Prozent der 15-Jährigen angegeben, über 20 Mal in nur zwei Jahren Komasaufen betrieben zu haben.

Als die Jugendlichen dann 18 waren, untersuchte man ihr Gedächtnis durch einen Test. Auf einem Monitor sahen sie zufällige Buchstaben. Im einfachen Durchgang sollten die Teilnehmer immer dann mit der Maus klicken, wenn nach einem Buchstaben der vorherige wieder erschien, also beispielsweise F D F. Im schwierigeren Durchlauf kam ein weiterer Buchstabe hinzu, richtig wäre dann zum Beispiel F D A F. Wer häufig Komasaufen betrieben hatte, kam mit dem 2-back-Test ebenso zurecht, wie Gleichaltrige ohne diese Alkoholexzesse in der Vergangenheit. Jedoch machte die Vollrausch-Gruppe deutlich mehr Fehler beim 3-back-Test. Dies zeigt, dass das Arbeitsgedächtnis der Betroffenen bereits mit Einschränkungen arbeitet.

Auswirkungen bis ins Erwachsenenalter

Die Forscher gehen davon aus, dass eine schlechtere Gedächtnisleistung in diesem jungen Alter dafür spricht, dass die Jugendlichen im Erwachsenenleben erhebliche Nachteile haben werden. Geistig anspruchsvollere Arbeit dürfte ihnen schwerer fallen, was sich auf die Berufswahl auswirken dürfte.

Das unterstreicht auch ein Tierversuch mit Mäusen. Deren Gehirne wurden durch Komasaufen dauerhaft im präfrontalen Cortex verändert. Dort sitzt beim Menschen der Verstand und das Arbeitsgedächtnis.

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Quellenangaben

  • Bildnachweis: Teenager mit Suchtproblem © mma23 - www.fotolia.de

Autor:

Paradisi-Redaktion - News vom

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