2. Dezember 2010
Als Abszesse bezeichnet man schmerzhafte und eitrige abgekapselte Entzündungen. Vor allem im Bereich des Afters können sie Fisteln ausbilden.
Abszesse, die so genannte Fisteln (Verbindungsgänge) ausbilden, kommen häufig im Afterbereich vor. Als Behandlungsmethode ist ein operativer Eingriff am wirkungsvollsten.
Betroffen von der Entstehung von Abszessen in der Afterregion sind in erster Linie die Afterdrüsen, die im inneren Analbereich enden. Bei einem anorektalen Abszess besteht zudem die Gefahr, dass sich ein Verbindungskanal, eine Fistel, ausbildet. Eine solche Fistel kann bis zur Darmwand oder den inneren Organen reichen. Außerdem können sich durch Fisteln weitere Abszesse bilden, wenn ein Abfluss des Sekrets nicht mehr möglich ist.
Zu den Symptomen eines Abszesses gehören Schwellungen, Rötungen, Überwärmung und Schmerzen. Bei Fistelgängen treten Schmerzen meist nur im Falle eines Sekretstaus auf. Da Fisteln in den meisten Fällen nicht von alleine abheilen, ist eine ärztliche Behandlung erforderlich.
Eine konservative Therapie erfolgt in der Regel durch die Gabe von Antibiotika. Allerdings lassen sich Abszesse im Afterbereich auf diese Weise nur unzureichend behandeln, denn durch die Abkapselung kann die Entzündung nur schwer erreicht werden. Als wesentlich wirkungsvoller gilt dagegen die operative Behandlung, bei der der Abszess chirurgisch geöffnet wird. Dazu ist es notwendig, dass der Patient eine Regionalanästhesie, bei der die ganze Körperregion betäubt wird, oder eine Vollnarkose erhält.
Während des Eingriffs wird zunächst ein größerer Schnitt durchgeführt, um dadurch den Abszess zu spalten, was zur Folge hat, dass der Eiter abfließen kann. Damit es nicht erneut zu einer Entzündung kommt, wird anschließend beschädigtes Gewebe entfernt. Darüber hinaus schabt der ausführende Chirurg sämtliche Fistelverbindungen komplett aus oder öffnet sie weit. Für den Fall, dass auch der Schließmuskel Teil des Fistelsystems ist, trennt der Operateur diesen gegebenenfalls durch. In den meisten Fällen legt man einen Faden in den Verbindungsgang, damit dieser wiedergefunden wird. Befinden sich die Fisteln in weiter oben liegenden Darmbereichen, ist es möglicherweise erforderlich, ein Stück von der Darmwand zu verschieben, damit die Öffnung abgedichtet werden kann.
Ein Darmausgang ist nur in seltenen Fällen notwendig. In diesem Fall verlegt man den Darm nach etwa drei Monaten wieder zurück.
Nach Beendigung der Operation lässt man die Wunde offen. Das bedeutet, dass sie nicht zugenäht wird, damit es nicht zur Aufstauung von Eiter kommt. Zur weiteren Unterstützung wird oftmals eine Drainage angelegt.
Aufgrund der offenen Wundbehandlung besteht das Risiko von Nachblutungen. Manchmal bilden sich auch starke Vernarbungen, die den Stuhlgang erschweren.
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