19. März 2009
Von Andreas Hadel
Vegane oder vegetarische Diäten können zu einer Senkung der Blutfettwerte führen und auch den Blutzuckerspiegel normalisieren. Das sind nur zwei von vielen positiven Effekten, die eine fleischlose Ernährung auf unseren Organismus haben kann. Trotzdem behaupten einige Wissenschaftler und Ernährungsexperten, dass sie für Kinder schädlich sein würde, da diese sich mitten in der Wachstumsphase befinden und auf eine ausreichende Versorgung von vielen Nährstoffen angewiesen sind, die in pflanzlichen Erzeugnissen mitunter nur in geringen Mengen vorkommen.

Kinder sollten während des Wachstums nicht bloß von Obst und Gemüse leben
Die Befürworter vegetarischer Diäten, allen voran die in Amerika ansässige Vereinigung für Veganer, weisen diese Behauptung zurück und sagen, dass Personen, die sich von tierischen Produkten ernähren keineswegs gesünder als Vegetarier seien und alle wichtigen Nährstoffe auch in Pflanzen zu finden wären.
Die Wissenschaft antwortet darauf mit Studien, die zeigen, dass Mütter, die sich während der Schwangerschaft an eine strikte vegetarische Diät gehalten haben, oft untergewichtige Babys zur Welt gebracht haben. Ebenfalls sei statistisch betrachtet in diesen Fällen auch die Häufigkeit von Entwicklungsproblemen größer gewesen.
Gegenwärtig lautet daher die Empfehlung, dass schwangere Frauen und stillende Mütter auf Grund moralischer Wertvorstellungen in dieser Lebensphase tierische Lebensmittel nicht konsequent meiden sollten. Weiter raten die Experten dazu, Kinder solange nicht zu einer vegetarischen Lebensweise zu drängen, bis ihr Wachstum weitestgehend abgeschlossen ist, da bereits eine Mangelernährung im geringen Umfang zu einer ernsthaften Unterentwicklung führen kann. Und dies trifft auf Embryonen im Mutterleib genauso zu wie auf Kinder, die ihre Pubertät noch nicht abgeschlossen haben.
Eine Studie, die mit unterernährten Kindern in Afrika durchgeführt wurde, machte die Bedeutung von tierischen Nahrungsmitteln deutlich. Eine Gruppe bekam jeden Tag zu ihrer üblichen Ernährung zwei Esslöffel durchgedrehtes Fleisch zu essen. Eine zweite Gruppe von Kindern erhielt ein Proteinpräparat auf Milchbasis. Als Kontrollgruppe dienten alle übrigen Kinder, die sich unter den gegebenen Umständen nur von nährstoffarmen und vorwiegend pflanzlichen Nahrungsmitteln ernähren konnten.
Sowohl die Kinder, denen täglich etwas Fleisch erhielten, als auch jene, die Milchprotein bekamen, zeigten in wenigen Wochen einen deutlichen Entwicklungsvorsprung gegenüber ihrer Altersgenossen. Die Kinder waren nicht nur körperlich gesünder, sondern schnitten auch bei Intelligenztests besser ab.
Obwohl die Studie in einem sogenannten "Dritte-Welt-Land" durchgeführt wurde, wird sie von den meisten Experten als wissenschaftlich valide anerkannt und als Beleg dafür hergenommen, dass Protein aus tierischen Quellen eine bedeutsame Rolle für die kindliche Entwicklung hat.
Verfechter der vegetarischen Lebensweise können hierbei jedoch zu Recht anführen, dass man durch Eier, Molkereiprodukte, Bohnen und Nüsse seinen Proteinbedarf auch ohne Fleisch decken kann.
Die aktuelle Empfehlung der Ernährungsexperten, Kinder mit Fleisch zu versorgen, generiert sich neben den Studienergebnissen auch aus der praktischen Erfahrung, wonach es leichter ist, den Proteinbedarf mit einer Mischernährung zu decken.
Diese "Dritte-Welt-Land-Studie" ist meiner Meinung nach moralisch komplett verwerflich und selbstverständlich invalide. Warum?
...
Lesermeinung schreiben |
14.01.12 | |
![]() | VEGETARISCHE ERNäHRUNG |
25.11.11 | |
![]() | VEGETARISCHE ERNäHRUNG |
10.11.11 | |
![]() | VEGETARISCHE ERNäHRUNG |
09.11.11 | |
![]() | VEGETARISCHE ERNäHRUNG |
24.10.11 | |
![]() | VEGETARISCHE ERNäHRUNG |
Stellen Sie eine Frage oder lesen Sie mehr im Vegetarische Ernährung Forum


Wozu all das Kochen, wenn es keinen besseren Koch als die Sonne gibt? Nach mehrjährigen Experimenten hat David W...