1. Dezember 2011
Die oligoantigene Diät beruht auf der Meinung, dass gewisse Nahrungsmittel Verhaltensstörungen und andere medizinische Erkrankungen auslösen können. Doktor Joseph Egger entwickelte die oligoantigene Diät, bei der nur Lebensmittel erlaubt sind, die wenige Allergien und Unverträglichkeiten auslösen.
Die Diät basiert auf der verbreiteten Annahme, dass hyperaktive Menschen (vor allem Kinder) durch ihre genetische Veranlagung auch auf gewisse Nahrungsmittel negative Reaktionen zeigen. Deshalb sollen möglichst alle allergenen Nahrungsmittel vermieden werden. Folgende Lebensmittel lösen laut dem Mediziner Joseph Egger kaum Unverträglichkeiten aus: Kartoffeln, Reis, die meisten Kohlsorten, Spargel, Zwiebeln, Bananen, Äpfel, Aprikosen, Birnen, Fruchtsäfte, Olivenöl und Mineralwasser. Auch zwei kombinierte Fleischsorten (etwa Pute und Lamm) sind während der oligoantigenen Diät erlaubt. Schokolade, Weizen, Zitrusfrüchte, Eier, Käse und Konservierungs- und Farbstoffe zählen zu den bekanntesten Allergieauslösern und sind aus diesem Grund bei der oligoantigenen Diät nicht erlaubt. Interessant ist, dass wissenschaftliche Studien bestätigen, dass bei Patienten, die am hyperkinetischen Syndrom litten, Anzeichen von Verhaltensstörungen im Zuge dieser Diät abnahmen. Die geistige Konzentrationsfähigkeit, das Sozialverhalten und motorische Unruhe konnte hingegen bei etwa 70 Prozent der Anwender deutlich verbessert werden.
Die Diät wird vor allem bei Patienten mit ADH-Syndrom, Migräne und Neurodermitis eingesetzt, ist aber umstritten, da die Ernährung einerseits sehr einseitig und andererseits kosten- und zeitintensiv ist. Für die betroffenen Patienten kann die oligoantigene Diät sehr belastend sein.
Diese strenge Diät sollte unbedingt von einem Arzt beaufsichtigt werden. Da nur sehr wenige Lebensmittel verzehrt werden dürfen, ist es durchaus möglich, dass es in den ersten Wochen zu Mangelerscheinungen kommt, die mit Vitaminzusätzen und Mineralstoffpräparaten ausgeglichen werden müssen. Nach etwa vier Wochen wird der karge Speiseplan nach und nach durch einzelne Lebensmittel ergänzt. Dies geschieht immer im Abstand von etwa einer Woche, sodass eventuelle Unverträglichkeiten sofort auffallen. Bis man herausgefunden hat, welche Nahrungsmittel ein Patient verträgt und welche nicht, können bis zu sechs Monate vergehen. Hier steht nicht der Gewichtsverlust im Vordergrund, wie bei anderen Diäten. Es geht hauptsächlich darum, die Hyperaktivität, Anzeichen der Migräne und der Neurodermitis einzudämmen.
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