4. Juni 2010
Von Andreas Hadel
Der Anblick von grünen Bohnen und Karotten motiviert Kinder nicht selten zu einer erstaunlichen Kreativität, wie sie das Essen am Mittagstisch boykottieren können. Für Eltern bleibt es eine tägliche Herausforderung, ihren Nachwuchs gesunde Essgewohnheiten beizubringen. Ein paar einfache Strategien machen es ihren Kindern leichter, sich trotz der Verlockungen von Überraschungseiern und gezuckerten Cornflakes mit einer gesunden Lebensweise anzufreunden, die dann bis ins Erwachsenenalter bestehen bleibt.
Viele Ernährungsexperten machen es sich ziemlich einfach, wenn Sie sagen, dass Eltern den Zuckerkonsum ihrer Kinder einschränken sollen. Das ist leicht gesagt, erweist sich aber in der Praxis häufig als Garantie für eingeschnappte Mienen oder gar kullernden Tränen. Und manchmal weinen sogar die Kinder. Anstatt Süßigkeiten generell zu verbieten, sollten Sie ihren Kindern zeigen, dass Süßes nicht unbedingt nur Schokolade oder Kuchen sein muss. Machen Sie frisches Obst für Kinderauen attraktiver, indem Sie es in lustige Formen schnitzen. Stellen Sie dazu mit Honig gesüßten Joghurt als Dip. Selbstgemachtes Eis am Stiel aus pürierten Früchten werden ebenfalls von den wenigsten Kindern abgelehnt.
Machen Sie eine Familienangelegenheit daraus. Es sind nicht nur die Kleinen, die von einer gesunden Ernährung profitieren. Wenn Sie ihren Kindern vorleben, eher in einen Apfel zu beissen, anstatt sich vor dem Fernseher über eine Tüte Kartoffel-Chips herzumachen, bleibt das nicht ohne Wirkung. Gerade kleine Kinder übernehmen das Verhalten ihrer Eltern ohne es zunächst zu Hinterfragen. Das kommt dann erst später mit mehr oder weniger dramatischen Folgen für den Familienfrieden.
Es gehört zum Kind sein dazu, in zuverlässiger Regelmäßigkeit die sozialen Grenzen auszutesten. Häufig manifestiert sich das am Mittagstisch und der rigiden Forderung nach einer anderen Mahlzeit. Vermeiden Sie in solchen Situationen die direkte Konfrontation und sagen Sie der kleinen Diva, dass es nun mal zum Nachtisch nur die geschälten Pfirsiche gäbe und keinen Milchreis mit Zucker und Zimt. Wenn Sie ihr Kind dazu zwingen wollen, den gesunden Nachtisch zu essen, kann das zu größeren Widerwillen führen, der vom kindlichen Verstand auf Obst und Früchte generell übertragen wird. Wenn der Nachwuchs jedoch merkt, dass es keine Alternative zu den Pfirsichen gibt, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass diese wenigstens gekostet werden.
Studien haben gezeigt, dass Kinder eine größere Neugier an Essen entwickeln, wenn sie in den Kochprozess mit einbezogen werden. Für kleine Kulleraugen ist es faszinierend mit anzusehen, wie zum Beispiel aus Eiern einmal etwas Festes und mal etwas eher breiiges werden kann. Die Kinder lernen dabei auch, wie wichtig es ist, die verschiedenen Zutaten abzuwiegen und in das richtige Verhältnis zu setzen, um am Ende eine leckere und gesunde Mahlzeit zu haben.
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