9. Januar 2009
Von K. Schumann
Der amerikanische Arzt Benjamin Feingold stellte seine Ernährungsratschläge erstmals 1973 in seinem Buch "Warum ist ihr Kind hyperaktiv" vor. Er geht davon aus das ADS (Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom) und ADHS (Aufmerksamkeitsdefizit- / Hyperaktivitätssyndrom) durch eine Unverträglichkeit von synthetischen Farb- und Aromastoffen sowie so genannten Salicylaten verursacht werden.

Eine Ernährung mit natürlichen Lebensmitteln soll sich laut der Feingold-Diät positiv auf ADS/ADHS auswirken
So sollte laut Feingold in der Ernährung von Kindern mit ADS bzw. ADHS auf salicylathaltige Lebensmittel wie Mandeln, Apfelessig, Aprikosen, Kirschen, Nelken, Gurken, Trauben, Rosinen, Nektarinen, Orangen, Pfirsiche, Pflaumen, Erdbeeren, Tomaten oder Himbeeren verzichtet werden. Auch Produkte mit künstlichen Salicylaten wie Aspirin, andere Arzneien oder auch bestimmte Zahnpasten sind verboten. Ebenso sollten Produkte, die künstliche Farbstoffe oder Aromen enthalten, gemieden werden.
Die Theorie Feingolds ist immer noch umstritten. Durchgeführte Doppelblindstudien zeigten, dass keine deutliche Verbesserung der Symptome während der Feingold-Diät auftrat. Jedoch gibt es auch zahlreiche Erfahrungsberichte, die das Gegenteil behaupten.
Der Nutzen des kompletten Verzichts auch auf natürliche Salicylate ist fragwürdig. Eine Ernährung mit möglichst natürlichen Lebensmitteln und ein Verzicht auf Fertigprodukte mit künstlichen Farbstoffen, Aromen und Konservierungsstoffen hingegen können sehr sinnvoll sein. Bestimmte Bestandteile der Nahrung wie Glutamat (ein Geschmacksverstärker, der im Körper als erregender Neurotransmitter vorkommt), können zu einer Hyperaktivität führen. Auch Allergien können bei der Entstehung von ADS/ADHS eine Rolle spielen. So können chemische Substanzen bzw. die Reizung von Nerven durch allergische Reaktionen die Gehirnfunktion beeinflussen. Zudem sollten Lebensmittel mit hohem Zuckergehalt gemieden werden, da Zucker die Hyperaktivitätssymptome oft verstärkt.
Da an der Entstehung von ADS/ADHS immer mehrere Faktoren beteiligt sind, von denen viele noch nicht einmal erforscht sind, ist eine Ernährungsumstellung als alleinige Therapie nicht genug. Zu einer Behandlung gehören immer eine Psychotherapie und Therapien, in denen die Konzentration und Aufmerksamkeit gefördert wird. Ebenso wichtig ist es das Umfeld, wie Lehrer oder Eltern im Umgang mit dem betroffenen Kind zu schulen.
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