16. Juli 2009
Von Andreas Hadel
Fitness-Enthusiasten werden regelmäßig mit vielen bisher unbekannten Abnehmkonzepten konfrontiert, die schnellere Erfolge als die althergebrachten Ernährungsprogramme versprechen. Wir haben uns die aktuellen Stars der internationalen Diätenlandschaft etwas genauer angesehen.

Bei der Bewertung der einzelnen Diäten haben wir neben gesundheitlichen Aspekten unsere Aufmerksamkeit vor allem auf die Durchführbarkeit im Alltag gelegt.
In den Vereinigten Staaten geistert die "Flat Belly Diet" schon seit dem Ende des letzten Jahres durch die Fitnessblätter. Und es wird nicht lange dauern, bis auch in Deutschland die Medien diese Diät eine Heimat geben werden. Die Kernstrategie lautet, dass die Abnehmwilligen täglich nicht mehr als 1600 Kalorien, verteilt auf vier Mahlzeiten, zu sich nehmen sollen. Dazu kommt das grundsätzliche Prinzip, dass jede Mahlzeit mindestens ein Nahrungsmittel enthalten muss, das reich an einfach ungesättigten Fettsäuren ist. Als bevorzugte Quelle gibt die "Flat Belly Diet" Nüsse und Nussöle an. Dies soll dazu führen, dass hauptsächlich die Fettzellen am Bauch zurückgebildet werden.
Unsere Meinung: Bei der "Flat Belly Diet" handelt es sich um einen Ansatz, der zu einer gesunden und zuverlässigen Gewichtsabnahme führt. Die feste Vorgabe für die tägliche Kalorienangabe kann jedoch für körperlich schwer arbeitende Personen problematisch werden, da sie leicht einen deutlich höheren Energieverbrauch haben. Wenn Sie dazu gehören und sich bei 1600 Kalorien schlapp und ausgebrannt fühlen, sollten Sie mit der Kalorienanzahl höher gehen. Die Behauptung, dass einfach ungesättigte Fette zu einem größeren Reduktion des Bauchumfanges führen ist aus wissenschaftlicher Sicht schlicht nicht zu begründen. Je nach individueller Veranlagungen baut jeder Mensch sein Körperfett in einer unterschiedlichen Reihenfolge ab. Manche verlieren während einer Diät zuerst das lästige Hüftgold, andere sehen schnellere Fortschritte an den Schenkeln und im Gesicht.
Unsere nordischen Nachbarn aus Schweden beschäftigen sich zur Zeit mit der Vollfett-Diät, die im Wesentlichen den Genuß von Vollmilch-Produkten propagiert. Das Konzept geht auf eine Studie zurück, die im Jahr 2007 publiziert wurde. Demnach haben schwedische Wissenschaftler herausgefunden, dass Frauen, die jeden Tag mindestens ein Glass Vollmilch tranken, in den folgenden neun Jahren weniger an Gewicht zunahmen, als Frauen, die keinen ausgeprägten Faible für Molkereiprodukte hatten. Obwohl die Forscher selbst eher zögerlich mit der Interpretation der Ergebnisse hinsichtlich ihrer Bedeutung für die gängigen Diätempfehlungen waren, fanden sich schnell einige Abnehmbücher auf dem Markt wieder, die diese Studie zum zentralen Gegenstand ihrer ganz eigenen Anti-Fett-Strategie machten. Die Kernaussage lautet in diesen Publikationen stets, dass man sich vornehmlich von Milchprodukten der Vollfettstufe ernähren sollte. Auf die Gesamtkalorienaufnahme sowie einer ausgewogenen Ernährung, die Diätiker mit genügend Vitaminen und Mineralien versorgt, wird hierbei in der Regel eher sekundär eingegangen.
Unsere Meinung: Ohne ein Kaloriendefizit ist das Abnehmen nicht möglich. Allein diese simple Tatsache erklärt die angepriesene Effektivität der Vollfett-Diät für hinfällig. Hinzu kommt, dass die Beispiel-Pläne dieser Diät auffällig oft Vitamin-Präparate vorsehen. Ein gut durchdachtes Abnehmkonzept zeichnet sich jedoch gerade darin aus, dass es Präparate eher als Ergänzung in Sonderfällen vorsieht und nicht zur Regel macht.
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