8. Januar 2010
Von Andreas Hadel
Die Diagnose auf Typ-2-Diabetes resultiert in vielen Änderungen in der täglichen Lebensweise, die gleichermaßen drastisch wie notwendig sind, um trotz der Erkrankung ein langes und möglichst beschwerdefreies Leben zu führen. Eine Studie hat nun gezeigt, dass eine Mehrzahl an Diabetikern sich nur bedingt an die medizinischen Richtlinien halten. Folgende Tipps sollen dabei helfen, sich der Krankheit erfolgreich zu stellen.

Nehmen Sie sich die Zeit herauszufinden, wie Sie sich bisher ernährt haben und führen Sie mindestens eine Woche lang ein Mahlzeitentagebuch. Sie können Ihre Essgewohnheiten nur bedingt verbessern, wenn Sie keine genaue Vorstellung davon haben, was Sie eigentlich falsch gemacht haben. Natürlich wissen Sie, ob Sie in der Kantine regelmäßig ein Dessert auf Ihr Tablett gestellt haben oder ob das gelegentliche Feierabendbier nicht zur täglichen Gewohnheit geworden ist. Ein Mahlzeitentagebuch hilft Ihnen jedoch dabei, die genauen Fakten zu sammeln. Wie viele Kohlenhydrate und Kalorien nehmen Sie durchschnittlich pro Tag zu sich und haben Sie auch immer die empfohlene Mindestmenge an Proteinen, Vitaminen und Mineralstoffen zu sich geführt? Das Mahlzeitentagebuch sollten Sie nicht nur nutzen, um Ihre bisherige Esskultur auszuwerten, sondern auch während der Umgewöhnung an die neuen Ernährungsrichtlinien fortführen, damit Sie frühzeitig erkennen, ob Sie tatsächlich allen Empfehlungen ihrer Ärzte folgen.
Planen Sie Ihre Mahlzeiten, um nicht in die Verlegenheit zu kommen, auf ungesunde Notlösungen ausweichen zu müssen. In den meisten Fällen lässt sich ein Speiseplan für die nächsten zwei bis drei Tage erstellen, ohne dass er von den täglichen Überraschungen wie plötzlicher Besuch oder Überstunden zerstört zu werden droht. Wenn Sie genau wissen, was Sie an welchen Tagen essen werden, können Sie die Mahlzeiten entsprechend früh vorbereiten und sich zum Beispiel auf lange Meetings im Büro vorbereiten, indem Sie einen Snack einpacken, der Ihren Blutzuckerspiegel stabil hält.
Auch wenn Diabetes mittlerweile zu den typischen Volkskrankheiten gezählt wird und in den Medien immer wieder Berichte und Artikel darüber zu finden sind, bleiben Sie bitte hinsichtlich Ihres eigenen Kenntnisstand immer kritisch. Versuchen Sie sich regelmäßig über Ernährung und Gesundheit zu informieren und auf den Laufenden zu halten. Gehen Sie zu Ernährungsseminaren und insbesondere zu Veranstaltungen, die sich gezielt an Diabetiker richten. Gerade in den Wissensgebieten der Medizin, Ernährung- und Sportwissenschaften kommt es immer wieder zu neuen Erkenntnissen, die Sie für sich nutzen können.
Finden Sie persönliche Unterstützung. Obwohl die Diagnose auf Diabetes natürlich in erster Linie nur Sie selbst betrifft, müssen Sie damit nicht allein klar kommen. Vertrauen Sie sich Freunden an und bitten Sie sie um moralische Hilfe, wenn Sie beim gemeinsamen Länderspielgucken gern zur Bierflasche greifen möchten. Aber auch Personen, die bisher außerhalb ihres sozialen Umfeldes standen, können einen entscheidenden Beitrag leisten, damit Sie die Krankheit effektiv bekämpfen können. Ein persönlicher Trainer oder Ernährungsberater kann durch seine professionelle Distanz Ihren Umgang mit der Diagnose objektiv einschätzen und ggf. justierend auf Sie einwirken, und verfügt zudem über die nötige Kompetenz, Ihnen wichtige Ratschläge geben zu können.
Seien Sie stets wählerisch, wenn es um kulinarische Genüsse geht. Machen Sie sich bewusst, dass alles, was in Ihren Mund landet, eine körperliche Reaktion zur Folge hat. Im Fall von Diabetes müssen Sie um so mehr darauf achten, was und wann Sie etwas essen. Wählen Sie Restaurants mit Bedacht aus und setzen Sich sich nicht bewusst ungesunden Verlockungen aus. Recherchieren Sie, ob es Gastronomen in Ihrer Nachbarschaft gibt, die sich auf gesundes Essen spezialisiert haben und versuchen Sie ihren Freundeskreis für diese Lokale und Restaurants zu begeistern. Schließlich geht es um Ihre Gesundheit.
Neben der Verfeinerung Ihrer Ernährungsgewohnheiten sollten Sie auch Ihr Sportprogramm überdenken. Sportarten wie Golf oder Yoga sind großartige Bewegungsmöglichkeiten, jedoch dann ungeeignet, wenn es um den Verbrauch möglichst vieler Kalorien und Kohlenhydrate geht. Suchen Sie nach einer Sportart, bei der Sie möglichst viele der großen Muskelgruppen wie Beine, Rücken und Brust beanspruchen. Ein Zirkeltraining im Fitness-Studio, CrossFit, Leichtathletik, Rudern am Ergometer oder auf dem Wasser oder Triathlon wären einige denkbare Aktivitäten. Trainieren Sie 3 bis 5 mal pro Woche für je 15-30 Minuten und Sie werden nicht nur fit, sondern fühlen sich auch insgesamt besser. Studien haben gezeigt, dass eine Diät allein neben dem Körperfett auch Muskelmasse abbaut. Doch letztere brauchen Sie gerade, um Energie zu verbrennen. Wenn Sie Ihre an Diabetes angepasste Diät mit regelmäßigem Training kombinieren, sind Sie auf der sicheren Seite.
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