22. September 2011
Von Andreas Hadel
Eine Vielzahl von Programmen zur Gewichtsreduktion empfiehlt, die Diät mit einem eintägigen oder mehrere Tage anhaltenden Schnellstart zu verbinden, um die Fettverbrennung zu beschleunigen und die Entgiftung des Körpers zu unterstützen.

Eine faszinierende Studie aus dem Journal Obesity verweist auf einen biologischen Mechanismus, der deutlich macht, dass dieses Vorgehen bei der Fettverbrennung eine kontraproduktive Strategie darstellt. Erfahrungen belegen, dass bei einer rapiden Änderung vom bisherigen, meist ungesunden Lebensstil auf einen gesunden der Körper aggressiv reagiert und sich regelrecht zur Wehr setzt.
Das nachfolgende Experiment wurde von Forschern aus Illinois durchgeführt. Sie nahmen Mäuse und teilten diese in zwei Gruppen auf. Für die Dauer von zehn bis zwölf Wochen bekam die eine Gruppe eine Diät mit geringem Fettanteil. Der Fettanteil lag bei zehn Prozent. Die andere Gruppe bekam eine Diät mit hohem Fettanteil. In dieser Gruppe lag der Fettanteil bei 60 Prozent.
Es ist nicht überraschend, dass die Gruppe Mäuse mit der fetthaltigen Nahrung schnell fettleibig wurden, so wie der Großteil der Menschen, die nur Doughnuts zum Frühstück, Hamburger zum Mittag, Pizza mit extra viel Käse zum Abendbrot und Popcorn als Abendsnack zu sich nehmen. Eine alltägliche Ernährungsgewohnheit, die in den westlichen Ländern häufig schon bei Kindern, Jugendlichen bis hin zu Erwachsenen beobachtet werden kann.
Im nächsten Schritt des Experiments mit den Mäusen erhielten beide Gruppen eine 24-stündige Schnelldiät. Man kann vermuten, dass die beleibten Mäuse ihr Gewicht schneller verloren. Falsch! Während der 24-stündigen Diät verloren die dünnen Mäuse 18 Prozent ihres Körpergewichts, die fettleibigen Mäuse dagegen verloren nur fünf Prozent.
Experten nehmen an, dass für diese körperliche Reaktion das Immunsystem verantwortlich ist. Das Immunsystem im Körper der dünnen Mäuse stellt demnach eine Schlüsselrolle dar, die das Gewicht reduziert! Die Auswertung der Testdaten zeigt auf, dass das Fasten selbst eine entzündungshemmende Wirkung auf das Immunsystem von dünnen Tieren aufweist. Dieser Effekt wird durch eine fettreiche Ernährung gehemmt. Einige der gehirnbasierten, chemischen Veränderungen, die bei dem Gewichtsverlust im Körper von dünnen Tieren erfolgen, konnten bei übergewichtigen Tieren nicht nachgewiesen werden. Während der Diät zeigten die fettleibigen Mäuse Anzeichen von Lethargie, Ängstlichkeit und Depressionen auf.
Diese Ergebnisse stellen keine Überraschung dar! In jedem Fall ist der beste Ratschlag für Menschen, die abnehmen wollen, die tägliche Menge an Kalorien über einen langsamen Zeitraum hinweg zu reduzieren. Typischerweise handelt es sich bei der Reduktion Ihrer täglichen Kalorienwerte um Werte von 300 bis 500 Kalorien unterhalb der Menge an Kalorien, die Sie sonst alltäglich zu sich nehmen.
Diese Werte stellen eine stabile Grundlage dar, um regelmäßig Gewicht zu verlieren, keinen frustrierenden Jojo-Effekt zu erwarten und in absehbarer Zeit fühlbare und sichtbare Erfolge zu verzeichnen. Geben Sie sich Zeit und verzagen Sie nicht, wenn Sie ab und an doch mehr Kalorien zu sich nehmen. Versuchen Sie stets, die ungefähren Kalorienwerte einzuhalten und seien Sie nachsichtig mit sich, wenn Sie ab und an doch ein paar mehr Kalorien zu sich nehmen.
Wichtig ist, die Diät über einen längeren, konstanten Zeitraum durchzuführen. Seien Sie nicht zu ernst mit sich und Ihren Ernährungsrichtlinien. Diät kann und soll auch Spaß machen, auch wenn er Anfang schwer ist, so werden Sie sich nach dem Eingewöhnen in die neue Ernährungsweise und die damit verbundene, gesunde Gewichtsabnahme immer wohler fühlen!
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