(dgk) Übergewicht gilt seit langem als Risikofaktor für zahlreiche Erkrankungen, vor allem des Herz-Kreislaufsystems, für Bluthochdruck und Diabetes.
Dass Menschen mit Übergewicht auch ein gesteigertes Risiko haben, an Demenz zu erkranken, ist ebenfalls aus verschiedenen Untersuchungen bekannt. In jüngster Zeit zeigen immer mehr Studien, dass diese Aussagen konkretisiert werden müssen. Nicht jede Form von Übergewicht macht krank. Gefährlich ist das viszerale Fett, das sind Fettansammlungen um die inneren Organe, auch Bauchfett genannt.
Viszerale Fettansammlungen im mittleren Alter wirken sich negativ auf die geistige Fitness im Alter aus. Zu diesem Ergebnis sind Wissenschaftler aus Boston nach der Auswertung von Daten der Framingham Offspring Kohorte gekommen. Im Rahmen dieser seit Ende der 1940er Jahre laufenden Studie zur Ermittlung kardiovaskulärer Risikofaktoren waren bei den Teilnehmern unter anderem auch der BMI, Hüftumfang, das Taille-Hüft-Verhältnis, der Anteil von subkutanem und viszeralem Fett ermittelt sowie teilweise MRT-Messungen von Hirnvolumen und Hirndichte vorgenommen worden. Die Analyse der Werte ergab eine inverse Beziehung zwischen dem BMI sowie dem Anteil an viszeralem Fett auf der einen Seite und dem Hirnvolumen auf der anderen. Daraus leiten die Autoren ab: Übergewicht vom viszeralen Typ stellt einen Risikofaktor für eine spätere Demenz dar.
Quelle:
Stephanie Debette et al, Visceral fat is associated with lower brain volume in healthy middle-aged adults, Annals of Neurology, Volume 68, Issue 2, pages 136–144, August 2010
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