Prinzip, Ernährungsplan so wie die Vor- und Nachteile der Atkins-Diät

Gabel mit aufgerollten Spaghetti, garniert mit frischem Basilikum

Die Atkins-Diät in der Kritik: Wirkungsweise, Ablauf und mögliche Nebenwirkungen

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  • von Paradisi-Redaktion

Viel diskutiert wird zur Zeit die Atkins-Diät. Die Meinungen gehen auseinander. Bei der Atkins-Diät handelt es sich um eine Low-Carb-Diät. Dabei wird auf Kohlenhydrate verzichtet, während sich Eiweiß und Fett genießen lassen.

Im Rahmen der Atkins-Diät werden die Kohlenhydrate zunächst drastisch reduziert. Dagegen dienen Protein und Fett als Hauptenergieträger. Auf diese Weise soll der menschliche Körper dazu gebracht werden, Fett in Ketonkörper umzuwandeln, was der Gewinnung von Energie dient.

Entwicklung

Entwickelt wurde die Atkins-Diät zu Beginn der 70er Jahre von dem amerikanischen Ernährungswissenschaftler und Kardiologen Robert Atkins (1930-2003). Atkins vertrat die These, dass Eiweiß und Fett bei einer Diät durchaus erlaubt sind. Dagegen musste auf Kohlenhydrate, die eine Menge von 5 Gramm am Tag überstiegen, verzichtet werden.

Dieses Motto galt für eine Einstiegsphase von 14 Tagen. In den folgenden Jahren änderte Atkins dieses Wirkungsprinzip jedoch. Dadurch ließen sich auch während der Anfangszeit der Diät kleinere Kohlenhydratmengen von maximal 20 Gramm pro Tag verzehren.

Atkins litt selbst an Fettleibigkeit. Nachdem er diese durch sein Prinzip losgeworden war, hielt er die neue Diät für so gut, dass er ein Buch zu diesem Thema schrieb. Dabei sorgte die Atkins-Diät für eine Revolution unter den Diät-Ansätzen.

Vor zehn Jahren starb Robert Atkins, doch seine umstrittene Atkins-Diät lebt weiter

Gegrilltes Steak auf weißem Teller mit Salat und Tomaten
Grilled steak © Elena Elisseeva - www.fotolia.de

Zum 10.Todestag erinnern sich Ernährungswissenschaftler an den Erfinder der Atkins-Diät, Dr. Robert Atkins. Dieser hatte bereits in den 1970er Jahren ein Diätbuch veröffentlicht, in dem er die Vorteile einer kohlenhydratarmen Ernährung beschrieb.

Diese fußte auf seinem Glauben, dass der Mensch Kohlenhydrate im Körper speichere, Proteine jedoch wieder ausscheide. Wer also vor allem Proteine aß und auf Kohlenhydrate verzichte, würde abnehmen, weil der Körper auf die Fettdepots im Körper zurückgreifen musste.

Es dauerte jedoch noch bis in die 90er Jahre, ehe sich die "Low Carb"-Diät von Atkins weltweit durchzusetzen begann. Dabei sollten vor allem in der ersten Diätphase Kohlenhydrate fast völlig weggelassen werden, zum Beispiel Kartoffeln, Pasta oder auch Brot. Um einer Mangelernährung vorzubeugen, schlug Atkins die Einnahme von Vitaminen und Mineralstoffen in Form von Nahrungsergänzungsmitteln vor und zog sich so den Ärger zahlreicher Mediziner und Ernährungsexperten zu.

Eine Diät, die vor allem auf Proteine setze, sei zu fettreich, meinte zum Beispiel die Deutsche Gesellschaft für Ernährung schon 2004, während Studien ergaben, dass Kohlenhydratmangel zu Gicht, Nierenproblemen und sogar Diabetes Typ-2 führen können. Dass diese Studien richtig lagen, bewies wohl auch der Tod von Robert Atkins selbst: Der Diatguru litt an Bluthochdruck und Herzproblemen und brachte bei seinem Tod über 100 Kilogramm auf die Waage.

Das Geheimnis der Kohlenhydrate

Einerseits leuchtet es ein, warum die Atkins-Diät funktionieren muss. Kohlenhydrate sind Energieträger.

Führt man dem Körper diese Energie zu, gibt es keine Notwendigkeit mehr, die körpereigenen Fettreserven zu verzehren. Jedes nicht verbrannte Kohlenhydrat wird in den Fettdepots abgelagert.

Eiweiß kann nur schwer in Fett umgewandelt werden, es dient vorrangig zur Rekonstitution vebrauchter Körperzellen. Wird dem Körper nicht ausreichend Eiweiß zugeführt (mindestens 1g pro Körperkilo), dann entsteht Hunger, weil die körpereigene Muskelsubstanz abgebaut wird.

Warum Kohlenhydrate nicht lange satt machen

Viele greifen in diesem Fall zu Kohlenhydraten und wundern sich, warum sie schon eine Stunde später wieder Hunger haben. Kohlenhydrate heben den Blutzuckerspiegel, es wird Insulin ausgeschüttet und eben dieses transportiert das Fett in die Zellen. Gleichzeitig wird in Übermaßen der Glücksbotenstoff Serotonin ausgeschüttet, eine Ursache für "Zuckersucht".

Gute und schlechte Kohlenhydrate

An dieser Stelle würde vor allem die Glyx-Fraktion sagen, dass man zwischen "guten" und "schlechten" Kohlenhydraten unterscheiden müsse. Jedoch darf man nicht vergessen, dass im Körper selbst Vollkornbrot zu Zucker abgebaut wird. Und auch vitaminreiches Obst besteht am Ende aus Fruchtzucker.

Problem: Zucker-Lobby

Ein Grund für die Verteufelung der Atkins-Diät in Deutschland liegt auch in der Macht der "Zucker-Lobby". Würde die Bevölkerung Deutschlands weniger Kohlenhydrate konsumieren, dann wären massive Einbrüche in der Zucker- und Kohlenhydrat-Industrie die Folge. Vielleicht arbeiten sogar öffentliche Institutionen, wie Ernährungsinformationsämter, mit der Zucker-Lobby zusammen.

Die Ladenregale biegen sich nur wegen des Überangebots von Nudeln, Reis, Brot etc. Mit der Verteufelung der Atkins-Diät geht die Verteufelung von Fett einher, bei gleichzeitiger Favorisierung von Kohlenhydraten.

Auf Fett zu verzichten wäre jedoch fatal, weil ohne Fett viele Stoffwechselprozesse sich einstellen. Aber welche Nahrung braucht unser Gehirn? Ist die aus der Umwandlung von Fett gewonnene Glucose ausreichend?

Wissenschaftlicher Segen für Atkins-Diät

Der Verzicht auf jegliche Kohlenhydrate erleichtert das Abnehmen, es gibt aber auch Kritik

Kotelett mit Blumenkohl und Brokkoli
pork chop dinner © Elena Elisseeva - www.fotolia.de

Wissenschaftliche Rückendeckung bekommen die Anhänger der fettreichen, kohlenhydratrarmen Diät, die nach ihrem Entwickler Atkins benannt ist. Gleich zwei Studien, so die Apothekenzeitschrift Gesundheit, bestätigten jüngst, dass damit die Pfunde sicherer purzeln.

Atkins-Diät

An einer Untersuchung nahmen 132 Freiwillige mit einem Durchschnittsgewicht von 130 Kilogramm teil. Eine Hälfte der Teilnehmer sollte täglich 500 Kalorien einsparen sowie den Fettgehalt der Nahrung unter 30 Prozent halten. In der anderen Gruppe durften sich die Übergewichtigen an Fleisch, Eiern und Milchprodukten satt essen. Stärkefreies Obst und Gemüse waren erlaubt, Brot, Nudeln und Kartoffeln verboten. Unter dieser auch als "Atkins-Diät" bekannten Ernährung verloren die Probanden innerhalb von sechs Monaten durchschnittlich sechs gegenüber zwei Kilogramm in der Vergleichsgruppe. Auch wichtige Blutwerte besserten sich.

In der zweiten Studie mit 63 Übergewichtigen schnitt die Fettdiät ebenfalls besser ab, wenn auch nicht so deutlich. Kritik an den Studien: Bei beiden Untersuchungen gab es viele Abbrecher, und für Schwerübergewichtige sind die erzielten Gewichtsverluste zu gering.

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    Studie zur Ernährungsforschung: Warum eiweißreiche Kost beim Abnehmen ideal ist

    Eine aktuelle Studie von Wissenschaftlern am Deutschen Institut für Ernährungsforschung (DIfE) bietet die Erklärung dafür, dass eiweißreiche Ernährung zu Gewichtsverlust führt.

    Dass man bei einer Diät weniger Fett und Kohlenhydrate zu sich nehmen soll, ist bekannt, doch weswegen Eiweiß die Kilos schmelzen lässt, war immer noch nicht ganz klar. Die Versuche um Professor Susanne Klaus legen nun nahe, dass Eiweiß den Körper dazu bringt, mehr Wasser aufzunehmen und in der Leben die Neubildung von Fett zu verringern.

    Die Wissenschaftler testeten verschiedene mit Eiweißen angereicherte Futtermischungen an Mäusen. Über eine Woche hinweg zeigte sich dann, dass die Mäuse, die ein besonders eiweißreiches Futter bekommen hatten, mehr tranken und nicht zunahmen, obwohl ihr Futter den gleichen Fettgehalt besaß wie das der Vergleichsgruppen.

    Der Grund: Mit Proteinen werden immer auch Stickstoffe aufgenommen. Damit diese nicht zu einer Vergiftung mit Ammoniak führen, braucht der Körper Wasser, damit der Stickstoff ausgeschieden werden kann. Als Nebeneffekt dieses Prozesses wird weniger Nahrung aufgenommen und damit weniger Kalorien.

    Erlaubte und unerlaubte Nahrungsmittel

    Die Atkins-Diät und eine fettarme Ernährung

    Wissenschaftler von der RVA Universität in Kopenhagen haben eine Untersuchung durchgeführt und dabei festgestellt, dass die Atkins-Diät und eine fettarme Ernährung langfristig zu den gleichen Ergebnissen führen.

    Die Forscher untersuchten drei Studien mit übergewichtigen Menschen. Die erste Gruppe ernährte sich nach der Atkins-Diät kalorienarm und die andere Gruppe führte dem Körper eine fettarme Ernährung zu. Die Atkins-Gruppe verlor zwar schneller an Gewicht, aber nach der Laufzeit von einem Jahr war der Gewichtsverlust bei beiden Gruppen identisch.

    Die Atkins-Diät basiert auf dem Low-Carb-Prinzip. Die Anhänger dieses Prinzips vertreten die Auffassung, dass nicht das Fett für Gewichtszunahme sorgt, sondern die Kohlenhydrate. So wird das Übergewicht im Rahmen der Atkins-Diät mit

    abgebaut, sodass der Ausführende uneingeschränkt Fett und Eiweiß verzehren kann.

    Weitgehend verzichten muss er dagegen auf Lebensmittel, die reich an Kohlenhydraten sind. Dazu gehören zum Beispiel:

    Auf Süßigkeiten und Gebäck muss sogar völlig verzichtet werden. Überraschenderweise sind auch Obst und Gemüse nur eingeschränkt erlaubt.

    Wirkungsprinzip

    Hat der Körper nicht mehr genügend Kohlenhydrate, wird Fett in Ketonkörper verwandelt, was die Gewinnung von Energie bewirkt. Ohne die Kohlenhydrate ist der menschliche Organismus nicht imstande, die Fette so zu verarbeiten, wie er es sonst tut. Aus diesem Grund reichert sich das Fett auch nicht so schnell an den üblichen Problemzonen an.

    Da die Atkins-Diät einen Mangel an Vitaminen und Mineralstoffen zur Folge hat, sollen zudem Nahrungsergänzungsmittel eingenommen werden. Eine wichtige Rolle spielt zudem die Zufuhr von viel Flüssigkeit, zu der auch Alkohol gehören darf.

    Ablauf

    Rätsel um Atkins-Diät gelöst

    Das Geheimnis um die bekannte Atkins-Diät ist gelüftet. Dies behauptet zumindest das University College London.

    Wissenschaftler stellten dort fest, dass die in der Diät verwendeten Eiweiße als Appetitzügler fungieren. Die Ursache liegt darin, dass bei Aufnahme einer großen Menge an Eiweißen das Sättigungshormon Peptide YY (PYY) vermehrt vom Körper hergestellt wird. Dadurch verspüren die Anwender der Atkins-Diät kein großes Hungergefühl mehr.

    Dennoch raten renommierte Mediziner von dieser Diät ab. In der Studie heißt es, dass kein Mediziner dazu raten würde, viele Fette und keine Kohlenhydrate in der Diät aufzunehmen.

    Heute, einige Jahre nach Atkins' Tod, erobert seine Diät erneut die Medienlandschaft. Die Atkins-Diät ist zurück - und zwar mit einigen Veränderungen, die das Konzept optimieren und die negativen Nebenwirkungen verringern sollen.

    Der Slogan ist noch immer der gleiche und verspricht jeden Anhänger von einem Fettspeicher in einen Fettverbrenner zu verwandeln. Nur diesmal mit Brot und Pasta.

    Die neue Atkins-Diät bietet noch immer den ursprünglichen Gewichtsverlustplan an, verspricht Sie glücklich und energiegeladener fühlen zu lassen und das alles ohne gesundheitliche Einbußen.

    Die Kontroverse hält ebenfalls nach wie vor an, da das Verkaufsargument immer noch das gleiche ist. Nämlich das zu essen, wofür unser Organismus laut Atkins gebaut wurde. Also mageres Fleisch, Eiweiß, Gemüse, Früchte und Nüsse, wobei die Kohlenhydratzufuhr weiterhin stark reduziert werden soll.

    Die Beilage zu Fisch oder Fleisch sollte klein ausfallen
    Die Beilage zu Fisch oder Fleisch sollte klein ausfallen

    Neuerungen

    Die Neuerung am Konzept wurde von Dr. Stuart Trager, dem heutigen Geschäftsführer des Atkins-Unternehmens, eingeführt und sieht vor, den Atkins-Willigen einen Salat mit einer Scheibe Brot zuzugestehen. Allerdings nur, wenn in zeitlicher Nähe zu dieser Mahlzeit auch körperlich schwer gearbeitet oder trainiert wird.

    Laut Trager sollte die Kohlenhydratzufuhr im Einklang mit der köperlichen Belastung stehen. In den ersten zwei Wochen sollten nicht mehr als 20 Gramm Kohlenhydrate pro Tag gegessen werden. In der "fortgeschrittenen Diätphase" sind täglich 30-60 Gramm erlaubt.

    Und sofern regelmäßig Sport getrieben wird, darf in der "Bewahrungsphase", in der das neue Gewicht ein Leben lang gehalten werden soll, 120 Gramm an Kohlenhydraten pro Tag verspeist werden.

    Die Atkins-Diät lässt sich in vier Phasen einteilen. Dabei handelt es sich um:

    1. die Einleitungsdiät (Phase I)
    2. die grundlegende Reduktionsdiät (Phase II)
    3. die Vor-Erhaltungsdiät (Phase III)
    4. die lebenslange Erhaltungsdiät (Phase IV)

    In der ersten Phase verzehrt der Anwender 14 Tage lang lediglich 20 Gramm Kohlenhydrate täglich. Besonders empfohlen wurden von Atkins:

    Um die vorgeschriebene Menge an Kohlenhydraten zu erreichen, isst der Anwender Gemüse und Salate. Auf diese Weise lässt sich einer Verstopfung entgegenwirken. Tabu ist dagegen Brot.

    Beginnt die zweite Phase, setzt der Anwender seine Ernährungsweise fort. Allerdings darf er nun von einer Woche zur anderen auf Kohlenhydrate zurückgreifen, die nährstoffreicher sind. Dazu zählen zum Beispiel:

    Pro Woche erhöht sich die Menge der Kohlenhydrate um 5 Gramm. Kommt es bei der Abnahme zu Einschränkungen, verringert sich die Menge an Kohlenhydraten wieder um 5 Gramm.

    In der dritten Phase setzt eine Stagnation des Abnehmens ein. Die Kohlenhydratmenge erhöht sich pro Woche auf 10 Gramm.

    Wurde das angestrebte Gewicht endlich erreicht, beginnt Phase IV. So können nun wieder deutlich mehr Lebensmittel genossen werden. Als besonders empfehlenswert gelten reichlich:

    • Obst
    • Gemüse
    • Fisch

    Dagegen dürfen Kartoffeln und Teigwaren noch immer nur ausnahmsweise verzehrt werden. Dabei stuft man Phase IV als beständige Form der Ernährung ein.

    Varianten der Atkins-Diät

    Im Laufe der Jahre entstanden immer mehr Varianten der Atkins-Diät. Dazu zählen:

    Diese Formen gelten zwar als gesünder, werden von Ernährungsexperten dennoch abgelehnt.

    Vorzüge

    Die Atkins-Diät hat durchaus einige Vorzüge. So braucht der Anwender beim Essen keine Kalorien zu zählen, was auch fettreiche Nahrungsmittel nicht ausschließt. Das Fett sorgt für eine schnellere Sättigung, die allerdings nicht von langer Dauer ist. Dagegen lässt sich dem Gefühl des Hungerns durch das Eiweiß einige Zeit entgegenwirken.

    Einige Studien zur Atkins-Diät stellten fest, dass übergewichtige Menschen zu Beginn der Diät mehr Gewicht einbüßten als mithilfe einer fettreduzierten Mischkost.

    Nachteile

    Als Nachteil der Atkins-Diät gilt, dass es Unterschiede zwischen erlaubten und verbotenen Lebensmitteln gibt, was ein konsequentes Verhalten der durchführenden Person erfordert. Dabei wechseln sich Diätphasen mit starken Essphasen ab, wodurch es nicht selten zu Regelübertretungen kommt.

    Auf diese Weise kann jedoch eine nachhaltige Ernährungsumstellung nicht erreicht werden. Außerdem droht häufig der Jo-Jo-Effekt nach Ende der Atkins-Diät.

    Ein weiterer großer Nachteil ist der Mangel an Kohlenhydraten, der zu einer erheblichen Umstellung des Stoffwechsels führt. Die Abbauprodukte, die dabei entstehen, wirken sich zwar positiv auf das Hungergefühl aus, belasten jedoch die Nieren. Außerdem erhöhen sich durch die fettreichen Nahrungsmittel die Blutfettwerte.

    Nebenwirkungen

    Vor wenigen Jahren beherrschte die Atkins-Diät zuerst in Amerika und dann fast auf der ganzen Welt die Schlagzeilen. Als überaus effektives Diätkonzept, dass nachweisliche Resultate innerhalb von wenigen Tagen brachte, wurde es als die allgültige Lösung für Übergewicht gewertet. Doch Dr. Atkins, der nicht nur Namensgeber, sondern auch Entwickler dieser Diät war, wurde von seinen Kollegen schwer kritisiert.

    Zu unausgewogen sei sein Ansatz, der ursprünglich auf eine Ernährungstherapie für Epilepsie-Patienten beruht und den fast vollständigen Verzicht auf Kohlenhydraten propagiert. Fleisch, Fisch, Eier und gesunde Fettquellen wie Öle und Nüsse bildeten die Hauptbestandteile dieser ketogenen Ernährungsweise.

    Obwohl die schnellen Fortschritte, die Atkins mit seiner Diät bei seinen Anhängern erzielte, ihn weltweite Popularität einbrachten, rissen die Stimmen der Skeptiker, Kritiker und erklärten Gegner nicht ab. "Ein Alptraum einer Diät" und "Direkter Weg in die Anorexie" waren die milderen Formulierungen, die damals gebraucht wurden.

    Ernährungswissenschafter halten die Atkins-Diät tatsächlich für wirksam. So ist eine Gewichtsabnahme in kurzer Zeit durchaus möglich.

    Allerdings besteht durch die spezielle Diät das Risiko von unerwünschten Nebenwirkungen, weil sie einen Mangel an Vitaminen, sekundären Pflanzenstoffen und Ballaststoffen hervorruft.

    Werden zudem Wurst und salzreicher Käse in größeren Mengen verspeist, ist es möglich, dass es bei empfindlichen Menschen zu Bluthochdruck kommt. Andere mögliche Nebenwirkungen sind:

    Darüber hinaus handelt es sich bei der Atkins-Diät um eine einseitige Ernährungsweise, die auf die Dauer nur schwer durchzuhalten ist. So benötigt der Körper schon nach kurzer Zeit Brot, Obst und Nudeln.

    Risikogruppen

    Als überaus riskant gilt die Atkins-Diät für Menschen, bei denen Nierenerkrankungen auftreten. Da geschwächte Nieren es nicht schaffen, die zahlreichen Eiweiß-Abbauprodukte aus dem Körper zu befördern, werden sie noch mehr in Mitleidenschaft gezogen.

    Zu diesen schädlichen Substanzen zählt auch die Harnsäure, wodurch es zu einem Gichtanfall kommen kann.

    Bei der Durchführung der Atkins-Diät ist Vorsicht geboten

    Zahlreiche gesundheitliche Nachteile durch langfristige Atkins-Diät

    Glas Wasser, Maßband, Ausschnitt Zeitschrift "Diät"
    diät © bilderbox - www.fotolia.de

    Wie in vielen Ländern der Erde zeigt sich auch bei der deutschen Bevölkerung eine beständige Zunahme des Körpergewichts. Diäten sollen hier nicht nur eine Hilfestellung beim Abnehmen bieten, sondern vor allem ihre Wirkung nicht verfehlen.

    Die Atkins-Diät schwimmt hierbei auch in Deutschland auf einer regelrechten Welle, wobei Experten vor einer langfristigen Durchführung dieser eiweißlastigen Diätform warnen. Bei dieser Diät liegen Eier, Fleisch, Fisch, fette Mayonnaise oder auch Käse absolut im Vordergrund und Lebensmittel mit Kohlenhydraten sind gerade zu Beginn der Diät verboten.

    Im weiteren Verlauf werden diese nur minimal im Speiseplan zugelassen und grundsätzlich regelmäßig der Urin mittels eines Teststäbchens auf Ketonkörper untersucht, der ein Stoffwechselprodukt ist und dann entsteht, wenn man sich einseitig ernährt.

    Die negativen Auswirkungen dieser Diätform

    Solch eine Einseitigkeit ist bei der Atkins-Diät gegeben, was sich bei einer längeren Durchführung dann unter anderem mit einem Mundgeruch, Müdigkeit, Benommenheit oder auch Verstopfung aufzeigt.

    Generell besteht die Gefahr einen Mangel an Vitaminen, Mineralstoffen, Spurenelementen und Ballaststoffen zu bekommen, was sich durchaus auch auf eine Erhöhung des Darmkrebsrisikos auswirken kann. Schwangere, Leberkranke, Menschen mit Herz- oder Nierenbeschwerden, Kranke und Alkoholiker sollten die Atkins-Diät nicht ausführen, da es zu schwerwiegenden Schädigungen kommen kann.

    Auch hinsichtlich eines Lerneffekts in Sachen gesunder und ausgewogener Ernährung kann man mit dieser Diät keinen Erfolg erzielen. Möchte oder muss man sein Gewicht reduzieren, dann wirkt auf Dauer immer noch am besten die Ernährung auf eine fettarme und vitaminreiche Kost umzustellen, viel Wasser oder Tee zu trinken und wesentlich mehr Bewegung in den Alltag einzubringen.

    Ärzte stehen der Atkins-Diät skeptisch gegenüber

    Die sogenannte Atkins-Diät arbeitet mit einem sehr ungewöhnlichem Konzept. Wer diesem Diätplan folgt, der darf so viele Eiweiße und so viel Fett zu sich nehmen, wie er nur möchte. Die einzige Bedingung: man muss komplett auf Kohlenhydrate im Essen verzichten.

    Das Konzept hat bereits viele Anhänger, doch Mediziner stehen dem eher skeptisch gegenüber. Kein Gemüse mehr, kein Obst? Die meisten gesunden Speisen enthalten Kohlenhydrate und ausgerechnet auf die soll man verzichten. Damit können zwar tatsächlich die Kilos schmelzen, aber zugleich nimmt man nur noch ungesunde Dinge zu sich und schadet damit dem Organismus.

    Die Atkins-Diät verbietet eben nicht nur Süßigkeiten, sondern auch Brot, Nudeln und Gemüse. Studien haben gezeigt, dass das Gesamtgewicht so zwar tatsächlich sinkt, doch die Nebenwirkungen können recht stark werden. Dem Körper fehlen auf Dauer Vitamine, was die Konzentration stören kann, die Knochen schwächer macht und das Immunsystem quasi entwaffnet.

    Außerdem fehlen Ballaststoffe für eine gesunde Darmaktivität und es steigt durch salzhaltige Speisen (die bei der Atkins-Diät in hohem Maße vorkommen) die Gefahr für Bluthochdruck. So kommt es also auch zu Kopfschmerzen, Verstopfungen und eventuell sogar Muskelkrämpfen und Dauererschöpfung.

    Das viele Eiweiß, das man als Alternative zu den Kohlenhydraten essen muss, kann außerdem die Nieren überfordern. Wer also bereits kranke Nieren hat, kann sich mit der Diät schaden und schwere Gicht provozieren.

    Mögliche Gefährdung der Gesundheit durch Atkins-Diät

    Erhebliche Gesundheitsschäden können durch eine starke Verminderung der Aufnahme von Kohlenhydraten entstehen.

    Eine der bekannten Diäten, die eine verminderte Aufnahme von Kohlenhydraten befürwortet, ist die "Atkins-Diät". Laut einem Fall, der von Wissenschaftlern in New York beschrieben wurde, musste eine Frau nach der so genannten "Atkins-Diät" in ein Krankenhaus mit einer Ketoazidose-Erkrankung, also einer Stoffwechselentgleisung, eingeliefert werden.

    Daraufhin gab die Atkins Foundation über ihren Sprecher bekannt, dass kein Zusammenhang zwischen der Diät und der Erkrankung bestehe.

    Wie sich die Atkins-Diät auf den Körper auswirken kann, zeigt die folgende Studie...

    Studie zum Zusammenhang der Atkins-Diät und der Verschlechterung der Blutfett- und Blutdruckwerte

    Eine der Nebenwirkungen der Atkins-Diät ist die erhebliche Verschlechterung der Blutfett- und der Blutdruckwerte. Als Beleg weisen viele Vertreter der Anti-Atkins-Bewegung gern auf die Ergebnisse einer Studie hin, die 2006 von Dr. Michael Miller am Zentrum für Kardiologie im amerikanischen Baltimore hin. Millers Auswertungen zeigten, dass eine stark fettreiche Ernährung unweigerlich zu Bluthochdruck führe.

    Probleme während der Studie

    Tatsächlich ist diese Studie jedoch in ihrer Interpretation umstritten, da sie bereits in ihrer Architektur von der eigentlichen Zielgruppe abweicht. Als Probanden standen nämlich 18 gesunde und normalgewichtige Personen zur Verfügung, die für vier Wochen je einen der folgenden drei Diätstrategien befolgen mussten:

    • Atkins (50% der täglichen Gesamtkalorien stammten aus Fett)
    • South-Beach (30% Fett)
    • Ornish (10% Fett)

    Problematisch hierbei ist jedoch bereits, dass die Anzahl der Testpersonen an sich zu klein ist, um eine Aussage treffen zu können, die statistisch solide abgesichert wäre. Hinzu kommt, dass auch der Studienzeitraum von nur vier Wochen zu kurz gewählt ist, um auf langfristige Nebenwirkungen schließen zu können.

    Ausschlaggebend für die schwache Aussagekraft der Studie ist jedoch, dass die Probanden während der Diätphase auf sich allein gestellt waren und offenbar nur eine grobe Anleitung für die Mahlzeitenzusammenstellung erhielten.

    Unterschiedliche Fettquellen wichtig zu beachten

    Gerade bei Fett ist jedoch wichtig zu wissen, um welche Fettquellen es sich handelt. Stammen die Fettkalorien vornehmlich aus gesättigten Fettsäuren wie Schweine- und Rindfleisch, ist es wenig verwunderlich, dass es zu einer Verschlechterung der Blutwerte kommt.

    Werden als Fettquellen jedoch überwiegend Fisch, Öle und Nüsse genutzt, ist auf Grund der ungesättigten Fettsäuren und der Omega-3-Säuren eher eine Verbesserung des Bluthochdrucks und ein Abbau des Blutfettes zu erwarten.

    So gesehen kann man also nicht behaupten, dass eine fettreiche Ernährung automatisch zu einer negativen gesundheitlichen Entwicklung führe. Hierbei verhält es sich ähnlich wie bei einer Diät, die auf einen hohen Kohlenhydratkonsum und fast völligen Verzicht auf Fetten ausgelegt ist.

    Werden bei einer solchen Diät eher einfache Kohlenhydrate zu sich geführt, die aus Weißmehlprodukten und Süßigkeiten stammen, kann rein formal die diätische Vorgabe eingehalten werden, ohne das dabei tatsächlich von einer gesunden Ernährung die Rede sein kann.

    Wie man anhand der Studie von Dr. Miller sehen kann, kommt es immer darauf an, den Versuchsablauf genau unter die Lupe zu nehmen, bevor man anhand der vorgestellten Ergebnisse eine allgemeingültige Aussage formulieren kann.

    Fazit

    Gut auszusehen und fit zu sein ist ein hohes Gut. In gewisser Hinsicht kann dieses Ziel mit der Atkins-Diät erreicht werden, dennoch sollte man die vielen Kritiker trotz Atkins' Popularität nicht einfach außer Acht lassen.

    Die Kohlenhydrate während einer Diät im Auge zu behalten, ist eine wichtige und richtige Entscheidung. Aber ob es gleich in eine ketogene Ernährungsweise münden muss, ist von wissenschaftlicher Seite noch immer höchst umstritten.

    Man kann das häufig angeführte Argument der gesundheitlichen Risiken der Atkins-Diät nicht ganz von der Hand weisen. Tatsächlich kann ein erhöhter Eiweißkonsum zu Gicht und anderen Krankheiten führen. Für eine zeitlich begrenzte Diät ist das Atkins-Konzept anwendbar, jedoch stellt es keine Dauerlösung dar. Wer sie dennoch vornehmen will, sollte sich zuvor mit seinem Arzt beraten.

    Erfolge und Misserfolge der Atkins-Diät

    Mann klagt gegen Atkins-Diät

    Ein Mann aus Florida wollte zwei Jahre lang sein Gewicht durch die Atkins-Diät reduzieren, nun musste er wegen verstopfter Arterien operiert werden. In der Zeit der Diät hat sich sein Cholesterinspiegel von 146 auf 230 erhöht.

    Er hat dennoch die Diät nicht abgebrochen, da die Auswirkung im Diät-Buch als normal beschrieben wird. Nach Abbruch der Diät und nach der Operation ist sein Cholesterinspiegel wieder auf 146 gesunken.

    Durch Atkins-Diät reduziert ein 18 Jahre alter dicker Kater sein Gewicht um die Hälfte

    Aus Großbritannien kommt jetzt ein neues Aushängeschild für die stark in der Diskussion stehende Atkins-Diät.

    Es handelt sich dabei um einen 18-jährigen Kater mit dem Namen Fidget, der einmal 10 Kilo wog. Dieser ehemals fette Kater hat mit Hilfe der kohlehydratarmen, aber proteinreichen Atkins-Diät sein Gewicht von 10 Kilo auf die Hälfte reduziert, wie der Besitzer Shaun Kirk mitteilte.

    Als Probleme beim Fressen des üblichen Trockenfutters beim Kater auftraten, hat Kirk diese außergewöhnliche Idee mit der Atkins-Diät gehabt.

    Großbritannien: Übergewichtiger Igel musste abspecken

    Ein Igel bringt im Durchschnitt 500 bis 700 Gramm auf die Waage. Dagegen ist der Igel George, der in einem britischen Wildpark entdeckt wurde, ein Schwergewicht. 2,2 Kilogramm wog das Tier, das sich hauptsächlich von Brotresten sowie fetthaltigen Nüssen ernährte, die eigentlich für die Vögel ausgelegt wurden.

    Die Angestellten des Parks unterzogen George daher der sogenannten Atkins-Diät, bei der man hauptsächlich Proteine zu sich nimmt. Nach einer anschließenden Bewegungstherapie hatte der Igel ein halbes Kilogramm verloren. Nun sollen noch mehr Pfunde purzeln, in der nächsten Zeit gibt es für George ausschließlich Katzenfutter.

    Sharon Osbourne hat mit Atkins-Diät 14 Kilo abgenommen

    Sharon Osbourne hatte schon immer ein großes Problem mit ihrem Gewicht. Jetzt scheint die Frau des Rock-Urgesteins Ozzy Osbourne aber endlich einen Weg gefunden zu haben, ihr Gewicht dauerhaft im idealen Bereich zu halten.

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    Mit der kohlenhydratarmen Atkins-Diät habe sie in den letzten zwei Monaten ganze 14 Kilo abgenommen. Drei weitere sollen aber noch runter. Die Atkins-Diät sei weniger eine Diät an sich als viel mehr eine gesunde Lebenseinstellung. Man müsse auf nichts verzichten. Sogar ihr Mann Ozzy, ihr Sohn Jack und ihr Assistent machen mit, so Sharon Osbourne.

    Kim Kardashian hat nach der Schwangerschaft mit Hilfe der Atkins-Diät abgenommen

    Manchmal ist es wirklich erstaunlich, wie schnell weibliche Stars nach einer Schwangerschaft wieder zu ihrer alten, schlanken Form zurückfinden. Auch Kim Kardashian gehört zu dieser Sorte.

    Wie sie es geschafft hat, nach der Geburt ihrer Tochter North ihre Babypfunde so schnell wieder loszuwerden, wurde die Reality-TV-Darstellerin kürzlich von einem ihrer Fans auf Twitter gefragt und Kim gab prompt ihr Geheimnis preis. Angeblich hält sich Kardashian seit der Geburt strikt an die so genannte Atkins-Diät.

    Diese Diät wurde von Dr. Robert Atkins entwickelt und ist besonders kohlenhydratarm, dafür aber sehr proteinreich. Neben der Diät scheint sich Kim Kardashian aber auch sportlich zu betätigen. Jedenfalls wurde sie kürzlich in Paris im Rahmen der Fashion Week dabei beobachtet, wie sie ein Fitnessstudio besuchte. Ganz ohne Sport funktioniert eine Diät eben doch nicht.

    Grundinformationen zur Atkins-Diät

    • Prinzip, Ernährungsplan so wie die Vor- und Nachteile der Atkins-Diät

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    Quellenangaben

    • Bildnachweis: pasta spaghetti © tlorna - www.fotolia.de
    • Bildnachweis: tuna steak with salad © M.studio - www.fotolia.de
    • Bildnachweis: Steak © Jacek Chabraszewski - www.fotolia.de
    • Bildnachweis: Steak Dinner © JJAVA - www.fotolia.de
    • Bildnachweis: Gegrillter Fisch mit kartoffeln © Hannes Eichinger - www.fotolia.de
    • Bildnachweis: Steak © Jacek Chabraszewski - www.fotolia.de

    Autor:

    lotta78 - Artikel vom (zuletzt überarbeitet am )

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