29. August 2009
Von Viola Reinhardt
Wer ein Problem mit seinem Gewicht hat, sieht sich beinahe Tausenden Möglichkeiten gegenüber, die alle das Eine versprechen: Viel Gewicht verlieren in kurzer Zeit. Das scheint verlockend, doch bedeutet Diät in den meisten Fällen auch Einseitigkeit, Verzicht und Hunger. Nach den Diäten kann das Gewicht oft nicht gehalten werden.
Abnehmen ohne Diät? Ohne Hungergefühl und JoJo-Effekt? Es ist sogar besser und gesünder, ohne eine Diät abzunehmen. Denn die meisten Diäten beruhen auf bestimmten Nahrungsmitteln oder Wirkstoffen, was bedeutet, dass man sich über den Zeitraum der Diät an einen strengen Plan halten muss. Damit haben viele Menschen Probleme und es ist auch nicht hilfreich. Denn der so verursachte Mangel im Körper wird nach der Diät (oder auch schon währenddessen) mit Heißhunger bestraft.
Viel besser und effektiver bei Übergewicht ist eine langfristige Ernährungsumstellung kombiniert mit einer Umstellung der Lebensweise. Dafür ist Selbstreflexion vonnöten und Ehrlichkeit zu sich selbst. Wer sich vor jeder Mahlzeit und jedem Snack überlegt, warum er genau jetzt genau das essen will, wird oftmals feststellen, dass es eher Langeweile oder Frust sind, die den vermeintlichen Hunger auslösen. Darum ist es sinnvoll, feste Essenszeiten einzurichten.
Bei jeder Mahlzeit sollte man sich satt essen, aber dann sollte Schluss sein. Wer satt ist, kann den Rest getrost auf dem Teller lassen.
Die Vorfreude auf ein Essen mit bewusstem Genuss hilft dabei, sich kleine Sünden wie Fastfood zu verkneifen.
Kleinere Teller lassen kleinere Portionen größer wirken und eine blaue Farbe auf dem Teller suggeriert dem Gehirn nicht nur eine Beruhigung, sondern unterstützt auch die Suggestion des Sattseins.
Jeder Bissen sollte gut gekaut werden. Denn zum einen beginnt die Verdauung bereits in der Mundhöhle, zum anderen verlängert sich so die Zeit, die man zum Essen benötigt. Bis der Magen dem Kopf meldet, dass er voll ist, vergeht einige Zeit, diese kann man so überbrücken. Empfohlen wird hier von Experten, jeden Bissen mindestens 20-mal zu kauen, so dass auch der Speichel richtig in Fluss kommt und die Vorverdauung bereits im Mund beginnen kann.
Schokolade und Chips sind kein Tabu. Wer sich die kleinen Genüsse versagt, entwickelt einen Heißhunger auf diese. Allerdings sollte es nicht gleich die ganze Tüte Chips oder die ganze Tafel Schokolade sein.
Vollwertiges Essen macht schneller satt. Vollkornprodukte statt Toastbrot, Geflügelwurst statt Salami – leere Kalorien, also solche, die mehr Brennwert bringen, als ihre Verdauung verbraucht, kann man leicht umgehen.
Im Alltag lässt sich viel Bewegung einbauen. Öfter mal die Treppen benutzen statt dem Fahrstuhl, mit dem Fahrrad oder zu Fuß ins Büro statt mit dem Auto, in der Mittagspause spazieren gehen statt in der Kantine zu sitzen – all das hilft.
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