1. September 2011
Von Andreas Hadel
Iss kleine Mahlzeiten. Meide Fett. Essen nach 20 Uhr macht dick. - Fast jeder kennt diese und mehr Diät-Weisheiten, die seit Jahren von Medien, Trainern und Wissenschaftlern gepredigt werden. Doch sind sie alle vorbehaltlos wahr? Lesen Sie hier die 8 häufigsten Diät-Mythen.

Die Verfechter dieser Theorie vertreten die Meinung, dass der Körper am Tage Kalorien verbrennt, in der Nacht aber eher zum Umwandeln zu Fett neigt. Tatsächlich kennt unser Stoffwechsel jedoch keine Uhrzeit. Sicher unterliegt er Schwankungen, die von der körperlichen Aktivität und vom Müdigkeitsgrad abhängen. Insgesamt betrachtet geht unser Körper aber sowohl tagsüber als auch nachts mit zugeführter Energie in gleicher Weise um. Solange Sie in der Summe keinen Kalorienüberschuss haben, setzen Sie kein Fett an. Egal wann Sie ihre Mahlzeiten zu sich nehmen.
Studien haben gezeigt, dass die Häufigkeit und Größe von Mahlzeiten nur einen verschwindend geringen Effekt auf den Stoffwechsel haben. Sie können Ihren Stoffwechsel nur dann dauerhaft steigern, wenn Sie Ihre Muskelmasse erhöhen und einen aktiven Lebensstil führen.
Trotzdem muss diesem Mythos zu Gute gehalten werden, dass kleinere Mahlzeiten über den Tag verteilt für einen relativ konstanten Blutzuckerspiegel sorgen, was wiederum Hungerattacken vermeiden kann.
Dieser Mythos proklamiert, dass unser Körper Kohlenhydrate in Zucker umwandelt und diese dann als Fett einlagert. Nüchtern betrachtet sorgt aber nicht Zucker allein für die ungeliebten Pölsterchen an Hüfte und Bauch. Erst ein Zuviel an Kalorien führt zu einer Fettzunahme. Dabei ist es egal, woher diese Kalorien stammen.
Das beliebte Getränk ist ein zweischneidiges Schwert. Auf der einen Seite hat das Koffein eine anregende Wirkung, die den Stoffwechsel leicht erhöht. In der Summe ist bei durchschnittlichen Genuss (ca. 2-3 Tassen am Tag) der Effekt aber nicht ausreichend genug, um merklich Energie zu verbrennen. Auf der anderen Seite kann das Koffein aber dabei helfen, eine Trainingseinheit mit mehr Elan anzugehen und so mehr Kalorien zu verbrauchen. Die Bitterstoffe der Kaffeebohne wirken außerdem appetitzügelnd.
Achten Sie auf jeden Fall darauf, dass Sie ihren Kaffee möglichst ohne leckere Zusätze trinken. Ein schicker Mokka von Starbucks wird dank Sahne und Zucker nicht selten mit satten 330 Kalorien über die Theke gereicht.
Grundsätzlich ist das Einhalten eines strikten Ernährungsplanes eine gute Art, das Körpergewicht zu reduzieren. Eine Diät ist aber in der Regel immer nur auf eine begrenzte Zeit ausgelegt, womit auch die damit erzielten Erfolge nur temporär sichtbar wären. Viel weitsichtiger wäre es hingegen, den kompletten Lebensstil gesundheitlich zu orientieren und Essgewohnheiten dauerhaft an persönlichen Fitness-Zielen auszurichten.
Diese Theorie beruht auf der Annahme, dass Protein und Kohlenhydrate unterschiedliche Enzyme für ihre Verdauung bedingen. Wenn man beide Nährstoffgruppen getrennt zu sich führt, könne der Körper sie besser verarbeiten und ist eher zum Fettabbau geneigt.
In der Realität ist unser Verdauungstrakt durchaus in der Lage, eine große Bandbreite an Nahrungsmitteln, egal welcher Nährstoffkategorien, gleichzeitig effizient zu verarbeiten. Studien haben belegt, dass das Trennen von Proteinen und Kohlenhydraten keinen signifikanten Effekt auf die Verdauung bei gesunden Menschen hat.
Je weniger man isst, um so weniger wiegt man auch. Eine Weisheit, die zwar auf Anhieb logisch erscheint, jedoch nicht konsequent zu Ende gedacht ist.
Der menschliche Körper hat im Laufe der Evolutionsgeschichte gelernt, sich an vielen Umständen anzupassen. So auch zum Beispiel an eine Verknappung der Nahrungsaufnahme. Während einer radikalen Diät verringert sich schon nach kurzer Zeit der gesamte Stoffwechsel. Das führt nicht nur dazu, dass sie trotz des wenigen Essens kaum an Gewicht verlieren. Sie erholen sich auch langsamer von anstrengenden Arbeitstagen oder intensiven Trainingseinheiten.
Es ist daher besser die Kalorienaufnahme in gemäßigten Stufen (200-400 Kalorien) abzusenken und mit Sport den Metabolismus auf Trab zu halten.
Geht man nach den üblichen Nährwerttabellen, ist leicht zu erkennen, dass ein Gramm Fett stattliche 9 Kalorien und Proteine sowie Kohlenhydrate nur 4 Kalorien haben. Aus dieser Sicht scheint der Feind schnell erkannt. Diese Schlussfolgerung wäre jedoch etwas vorschnell. Ohne Zweifel sind Fette ein großer Energieträger, allerdings helfen sie auch zu sättigen, wodurch sich die Gesamtkalorienaufnahme verringern kann. Hinzu kommen die positiven Eigenschaften ungesättigter Fettsäuren für Herz und Arterien. Letztendlich machen Öle viele Salate auch erst richtig schmackhaft, so dass Sie so mehr Vitamine zu sich nehmen. Wenn man beim Fett ein gesundes Augenmaß beibehält, besteht kein Grund zur Panik.
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