24. Juni 2010
Der Geruchssinn ist eine wichtige Orientierungshilfe für den Menschen. Er kann jedoch durch verschiedene Ursachen beeinträchtigt werden.
Mit dem Geruchssinn, den man auch als Riechwahrnehmung oder olfaktorische Wahrnehmung bezeichnet, werden unterschiedliche Gerüche wahrgenommen. Ermöglicht wird das Riechen durch zwei sensorische Systeme. Dabei handelt es sich um das olfaktorische System und das nasal-trigeminale System. Außerdem hängen Geruch und Geschmack eng miteinander zusammen und beeinflussen sich gegenseitig.
Das Riechen ist im Alltagsleben eine wichtige Hilfe zur Orientierung. Der Geruchssinn kann jedoch durch verschiedene Ursachen beeinträchtigt werden. Rund zwei Prozent der deutschen Bevölkerung leiden unter Riechstörungen. Die Gründe dafür sind vielfältiger Natur. Häufig versperren Nasenpolypen, Wucherungen der Nasenschleimhaut, den Weg zum Riechzentrum. Weitere Ursachen für Riechstörungen sind grippale Infekte, eine Nasennebenhöhlenentzündung, Kopfverletzungen sowie bestimmte Chemikalien und Medikamente. Ein schwächer werdender Geruchssinn kann bei älteren Menschen allerdings auch ein Hinweis auf Erkrankungen wie Alzheimer oder Parkinson sein.
Unterschieden wird bei Riechstörungen zwischen der Hyposmie, dem eingeschränkten Verlust des Geruchssinns und der Anosmie, dem völligen Verlust des Geruchssinns. Außerdem gibt es noch die Dysosmie, die man auch als Fehlriechen bezeichnet. In diesem Fall nimmt der Betroffene völlig falsche Gerüche wahr, da die höheren Verarbeitungszentren geschädigt sind. Weitere Geruchsstörungen sind die Parosmie, bei der es zu einer veränderten Wahrnehmung von Gerüchen kommt, die Agnosmie, bei der der Betroffene die Gerüche nicht zuordnen kann, die Heterosmie, bei der sich die Gerüche nicht voneinander unterscheiden lassen, die Kakosmie, bei der man die Gerüche als unangenehm empfindet sowie die Phantosmie, bei der Gerüche wahrgenommen werden, die gar nicht vorhanden sind.
Durch eine Riechstörung wird nicht nur der Geruchssinn, sondern auch der Geschmackssinn beeinträchtigt. Das liegt daran, dass die Nervenzellen der Zunge nur zwischen süß, sauer, salzig und bitter unterscheiden können. Dadurch lassen sich Gerichte nur gemeinsam mit dem Geruchssinn wirklich genießen. Das Fehlen jeglichen Riechens birgt auch Gefahren, da man z.B. verdorbenes Essen, giftige Gase oder Brandgeruch nicht mehr wahrnehmen kann.
Riechstörungen sind nicht leicht zu behandeln. Bei Nasenpolypen kommen zumeist kortisonhaltige Medikamente zur Anwendung. Manchmal müssen die Wucherungen auch chirurgisch entfernt werden, um den Geruchssinn wiederherzustellen. Bei manchen Erkrankungen, wie z.B. Virusinfektionen, kann das Riechen auch von ganz allein wieder zurückkehren. Um das Riechorgan fit zu halten und dem Verschleiß der Sinneszellen entgegenzuwirken, empfehlen HNO-Ärzte ein gezieltes Riechtraining, bei dem man bewusst auf Geruchsunterschiede in der Umgebung achtet.
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