25. Mai 2010
Als Ohr bezeichnet man ein wichtiges Sinnesorgan. Mit seiner Hilfe können akustische Reize wahrgenommen werden.
Jeder gesunde Mensch ist mit zwei Ohren ausgestattet. Diese befinden sich an der äußeren Seite des Gesichts und dienen zum Wahrnehmen von Schall.
Unterteilt wird das menschliche Ohr in drei Abschnitte. Dies sind das äußere Ohr (Auris externa), das Innenohr (Auris interna) und das Mittelohr (Auris media). Zu den Bestandteilen des Außenohrs gehören die Ohrmuschel (Auricula auris) mit ihren Reliefelementen sowie der äußere Gehörgang (Meatus acusticus externus). Als Grenzstruktur zwischen äußeren und mittleren Ohr gilt das Trommelfell (Membrana tympani), das man sowohl dem äußeren als auch dem mittleren Ohr zurechnen kann. Unter der trichterförmigen Ohrmuschel versteht man eine schützende Hautfalte, die aus elastischem von Haut überzogenen Knorpel besteht. Frei von Knorpeln ist nur das Ohrläppchen. Der äußere Gehörgang, der mit Haut ausgekleidet ist, erreicht eine Länge von 3–3,5 Zentimetern, eine Höhe von 9 Millimetern und eine Breite von 6,5 Millimetern. Durch diesen Gang, der sich direkt an die Ohrmuschel anschließt, wird diese mit dem Trommelfell verbunden. Versteift wird die Gangwand mit elastischem Knorpel. Zwei Drittel des Gangs liegen im Schläfenbeinknochen. Unter dem Trommelfell versteht man eine kreisförmige, rund 0,1 Millimeter dicke Membran, die einen Durchmesser von ca. einem Zentimeter erreicht. Im äußeren Ohr befinden sich zudem die Ohrenschmalzdrüsen sowie die Talgdrüsen, die Ohrenschmalz (Cerumen) produzieren. Das Ohrenschmalz ist wichtig für die Befeuchtung der Haut im Gehörgang sowie zur Entfernung von Schmutz, Staub und Fremdkörpern aus dem Ohr.
Zu den Bestandteilen des mittleren Ohrs gehören die Paukenhöhle (Cavum tympani), deren Nebenräume sowie die Gehörknöchelchen und die Ohrtrompete (Tuba auditiva). Die Paukenhöhle, die sechs verschiedene Wände hat, erreicht eine Länge von 10 Millimetern. Außerdem ist sie ca. 20 Millimeter hoch und 3 bis 6 Millimeter breit. In der Höhle befinden sich die drei Gehörknöchelchen (Ossicula tympani), die man Steigbügel, Hammer und Amboss nennt. Die Knöchelchen sorgen für die Übertragung und Verstärkung der Schallwellen vom Trommelfell zum Innenohr. Miteinander verbunden werden die drei Gehörknöchelchen durch Gelenke. Durch ihre Innenwand wird die Paukenhöhle vom Innenohr abgetrennt. Die Wand verfügt über zwei Fenster, die man als rundes und ovales Fenster bezeichnet. Über dem ovalen Fenster befindet sich ein kleiner Kanal, der den Gesichtsnerv (Nervus facialis) enthält. In der vorderen Wand der Höhle liegt eine Öffnung. Diese führt zur Ohrtrompete, die man auch Eustachische Röhre nennt. Unter der Ohrtrompete versteht man einen Kanal, der ca. 3–4 Zentimeter lang ist und die Paukenhöhle mit dem Nasen-Rachen-Raum verbindet. Darüber hinaus sorgt die Ohrtrompete für den Druckausgleich der Paukenhöhle.
Das Innenohr, das man auch als Labyrinth bezeichnet, besteht aus dem Hörorgan (Hörschnecke) und dem Gleichgewichtsorgan. Es ist eingelassen in das Felsenbein und setzt sich aus dem Schneckenlabyrinth mit dem Hörorgan und dem Vorhoflabyrinth mit dem Gleichgewichtsorgan zusammen. Während des äußere und mittlere Ohr Luft enthalten, befindet sich im Innenohr eine klare Flüssigkeit, die man als Endolymphe und Perilymphe bezeichnet. Eingebettet ist das innere Ohr in eine Knochenhöhle, das man knöchernes Labyrinth nennt. Wichtige Bestandteile dieses Labyrinths sind die Schnecke (Cochlea), die Knochenkanäle für die Bogengänge, der Vorhof mit den Vorhofsäckchen sowie der innere Gehörgang (Meatus acusticus internus). Der innere Gehörgang hat eine Länge von ca. einem Zentimeter. In ihm befinden sich der Gleichgewichts- und Hörnerv, der Gesichtsnerv, ein Teil der Innenohrvenen sowie die Innenohrschlagader. Das Gleichgewichtsorgan wird aus drei Bogengängen und zwei Vorhofsäckchen (Sacculus und Utriculus) gebildet. Die Vorhofsäckchen sind mit Sinnesfeldern mit Gleichgewichtszellen ausgestattet. Die Gleichgewichtszellen wiederum verfügen über Sinneshaare, die sich in einer Gallertschicht mit kleinen Kalkkörnchen befinden. Die Bogengänge sind wichtig für die Registrierung von Winkelbeschleunigungen. Gefüllt sind sie mit Endolymphe.
Das Hörorgan, das sich im Innern der knöchernen Schnecke befindet, bezeichnet man auch als Spiralorgan oder Corti-Organ. Zusammengesetzt wird die Hörschnecke aus drei schneckenförmig gebogenen Kanälen, die übereinander liegen. Diese Kanäle, die durch dünne Wände voneinander getrennt sind, werden als Schneckengang (Ductus cochlearis), Paukentreppe (Scala tympani) und Vorhoftreppe (Scala vestibuli) bezeichnet. Am äußeren Ende der Schnecke besteht eine Verbindung zwischen der Paukentreppe und der Vorhoftreppe durch das so genannte Schneckenloch (Helicotrema). Im Inneren des Hörorgans befinden sich rund 25.000 Sinneszellen, die man äußere und innere Haarzellen nennt. Jede Haarzelle trägt ca. hundert Sinneshaare (Stereozilien).
Hauptaufgabe der Ohren ist das Hören. Dabei haben ihre unterschiedlichen Abschnitte verschiedene Funktionen. So übernimmt das äußere Ohr die Schallaufnahme und die Unterstützung des Richtungshörens, das mittlere Ohr ist zuständig für die Schallerweiterung sowie die Impendanzanpassung. Vom Innenohr werden die Schallwellen in Nervenimpulse umgewandelt, womit es die Schallverarbeitung übernimmt. Darüber hinaus kann es mithilfe des Vestibularapparats auch Drehbeschleunigungen und Linearbeschleunigungen vornehmen.
Hier ist Platz für Ihre Meinung zu diesem Artikel.
Lesermeinung schreiben |
26.05.12 | |
![]() | OHR |
21.04.12 | |
![]() | OHR |
16.03.12 | |
![]() | OHR |
03.03.12 | |
![]() | OHR |
17.01.12 | |
![]() | OHR |
Stellen Sie eine Frage oder lesen Sie mehr im Ohr Forum

