25. Mai 2010
Als Niere bezeichnet man ein endokrines paariges Organ. Zu ihren Aufgaben gehört die Bildung des Urins.
Unter der Niere (Ren) versteht man ein lebenswichtiges endokrines Organ, zu dessen Hauptfunktionen die Bildung von Urin gehört. Jeder gesunde Mensch ist mit zwei Nieren ausgestattet.
Die Nieren sind lebenswichtig für den Organismus, da sie für die Entgiftung des Körpers sorgen. Durch sie wird der Urin gebildet, durch den Fremd- und Abfallstoffe aus dem Blut zur Blase geleitet und anschließend ausgeschieden werden. Die beiden Nieren liegen etwa auf der Höhe der unteren Rippen, beidseitig der Wirbelsäule. Um einen sicheren Schutz vor äußeren Einflüssen zu gewährleisten, werden die Nieren von einer stabilen Fettschicht umhüllt. Die Größe einer Niere, die die Form einer Bohne hat, hängt von der Körpergröße des Menschen ab. Durchschnittlich erreicht sie eine Länge von ca. zehn bis zwölf Zentimetern, eine Breite von ungefähr fünf bis sechs Zentimetern und eine Dicke von etwa vier Zentimetern. Das Gewicht einer Niere beträgt rund 160 Gramm. Beide Nieren besitzen einen oberen und einen unteren Pol. Auf jedem oberen Pol liegt eine Nebenniere. Diese Nebennieren haben jedoch ganz andere Funktionen als die Nieren.
Zusammengesetzt wird die Niere aus dem Nierenmark (Medulla renalis) und der Nierenrinde (Cortex renalis), die beide von zahlreichen Blutgefäßen durchzogen werden. Diese vereinigen sich im Nierenbeckenbereich zur Nierenvene und zur Nierenarterie.
Zu den Bestandteilen des Nierenmarks gehören ca. 16–20 so genannte Markpyramiden. Die Spitzen dieser Pyramiden zeigen ins Innere. Da einige von ihnen miteinander verwachsen sein können, bilden sich zumeist etwa acht Pyramidenspitzen. In den Spitzen befindet sich eine Vielzahl von kleinen Öffnungen, die man als Foramina papillaria bezeichnet und über die der Harn austritt. Die Pyramidenspitzen ragen in die Nierenkelche (Calix renalis) hinein. Diese Kelche schließen sich zum Nierenbecken (Pelvis renalis) zusammen. Die Mündung des Nierenbeckens liegt im Ureter (Harnleiter), der für den Abfluss des Urins zuständig ist.
Umgeben wird das Nierenmark von der Nierenrinde. Die Nierenrinde wird wiederum von der Nierenkapsel umhüllt. Durchzogen wird die Rinde von so genannten Markstrahlen, die aus den Markpyramiden stammen. Im Inneren der Nierenrinde liegen die Nephrone, wichtige Grundeinheiten des Organs. Durch diese Nephrone wird der Urin gebildet. Jede Niere verfügt über ungefähr eine Million Nephrone.
Ein Nephron setzt sich aus den Nierenkanälchen (Tubulus renalis) und den Nierenkörperchen (Corpusculum renale) zusammen. Die Nierenkörperchen werden ihrerseits aus Gefäßknäueln gebildet, deren Blutgefäße über feine Poren verfügen. Über diese Poren erfolgt das Filtern von Giftstoffen aus dem Blut. Danach kommt es zum Abfluss des gereinigten Blutes aus den Nierenkörperchen. Umhüllt werden die Gefäßknäuel der Körperchen von der so genannten Bowman-Kapsel. Diese Kapsel mündet in die Nierenkanälchen, von denen der Urin über das Nierenmark in den Nierenkelch gelangt und schließlich im Nierenbecken mündet. Die Flüssigkeit, die sich in den Nierenkanälchen sammelt bezeichnet man als Primärharn. Jede Minute bilden sich etwa 125 Milliliter Primärharn. Pro Tag sind dies rund 180 Liter. Während der Primärharn die Nierenkanälchen durchläuft, nimmt er zahlreiche seiner Bestandteile sowie fast die ganze Flüssigkeit wieder auf, wodurch diese dem Körper erhalten bleiben. Durch diesen Vorgang kommt es zu einer Konzentration des Primärharns, dessen Ergebnis der eigentliche Urin ist.
Wichtigste Aufgabe der Nieren ist die Entgiftung des Organismus. So werden giftige Substanzen wie Medikamente und harnpflichtige Substanzen wie Kreatinin, Harnstoff und Harnsäure ausgeschieden. Außerdem produzieren sie Hormone wie Renin und Erythropoetin. Diese werden an das Blut abgegeben und regen die Bildung von roten Blutkörperchen (Erythrozyten) im Knochenmark an. Weitere wichtige Aufgaben der Nieren sind das Regulieren des Elektrolyt- und Flüssigkeitshaushalts, des Säure- und Basenhaushalts, des Blutdrucks und des Knochenstoffwechsels. Darüber hinaus sind sie wichtig für den Vitamin D-Stoffwechsel.
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