Mögliche Ursachen, Folgen und Vorbeugemaßnahmen verkürzter Muskeln (Muskelverkürzung)

Junger Radfahrer mit Helm auf Straße

Als ursächlich gelten z.B. sowohl übermäßiges Training, als auch der Mangel an körperlicher Aktivität

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  • von Paradisi-Redaktion

Unter einer Muskelverkürzung versteht man die verminderte Dehnbarkeit eines Muskels. Dabei ist der betroffene Muskel im Ruhezustand kürzer, als dies normalerweise der Fall ist.

Muskuläre Probleme sind leider keine Seltenheit. In manchen Fällen kann es auch zu einer Muskelverkürzung kommen.

Gemeint ist damit eine verminderte Dehnbarkeit des betroffenen Muskels im Ruhezustand. Dabei ist es nicht möglich, den Muskel so weit zu dehnen, wie es eigentlich dem Bewegungsausmaß des jeweiligen Gelenks entspricht.

Als Form der Muskelverkürzung gilt die Muskelkontraktur. Diese kommt durch die Veränderung des Kräfteverhältnisses von antagonistischen Muskelgruppen zustande. Besonders betroffen von einer Muskelverkürzung sind

Ursachen

Verursacht wird eine Muskelverkürzung in der Regel entweder durch einen Mangel oder ein Übermaß an körperlichen Aktivitäten. So belasten viele Sportler ihre Muskulatur stark, ohne für Entlastung zu sorgen. Das heißt, dass die Muskeln sich nicht entspannen können, wie zum Beispiel beim Dehnen.

Begünstigend auf die Muskelbelastung wirken sich intensives Krafttraining mit Hanteln sowie ein hohes Körpergewicht aus. Aber auch zu wenig Bewegung kann eine Muskelverkürzung zur Folge haben, was sich vor allem auf langes Sitzen vor dem Fernseher oder am Arbeitsplatz zurückführen lässt.

Hanteltraining als begünstigender Faktor
Hanteltraining als begünstigender Faktor

So gilt langes Sitzen als unnatürlich für die Muskulatur, da der menschliche Körper eigentlich für Bewegung konzipiert ist. Eine weitere mögliche Ursache sind muskuläre Dysbalancen. Da dabei ein Muskel stärker wird als sein Gegenspieler, neigt er dazu, sich zu verkürzen.

Agonist und Antagonist

Von erheblicher Bedeutung für eine Verkürzung der Muskeln sind Agonist und Antagonist. Kommt es zur starken einseitigen Belastung einer Muskelgruppe (Agonist) gegenüber ihrem Gegenspieler (Antagonist), hat dies eine muskuläre Dysbalance zur Folge.

Der Muskel, der stärker wird, verfügt über größere Fähigkeiten, sich zu verkürzen. Diese Eigenschaft versetzt den Muskel zwar in die Lage, Gegenkräfte besser zu überwinden, doch fällt es ihm schwer, wieder zu seiner ursprünglichen Muskellänge, die vor der Belastung bestand, zurückzukehren.

Normalerweise sorgt der Antagonist dafür, dass der Ursprungszustand des Muskels wiederhergestellt wird. Nimmt ein Muskel jedoch gegenüber seinem Antagonisten eine unverhältnismäßige Stärke ein, führt dies dazu, dass der Muskel verkürzt bleibt. Wird zum Beispiel die vordere Oberschenkelmuskulatur intensiver trainiert als die rückwärtige Muskulatur, was oft beim Radsport der Fall ist, hat dies nicht selten einen verkürzten Hüftbeuger zur Folge, was wiederum zu einem Hohlkreuz und Bandscheibenbeschwerden führen kann.

Zu exzessives Training einer Muskelgruppe als Grund

Überprüfung einer Muskelverkürzung

Um zu überprüfen, ob eine Muskelverkürzung im Hüftbeuger vorliegt, eignet sich der Thomas'sche Handgriff. Dabei legt sich der Patient an den Rand einer Behandlungsbank, wobei das zu testende, äußere Bein über der Bankkante liegt und der Vorderfuß auf dem Boden aufsetzt.

Das andere Bein beugt man am Hüftgelenk maximal; dafür zieht man es am Knie in Richtung Oberkörper nach oben. Auf diese Weise wird einem Hohlkreuz vorgebeugt. Wenn sich dabei das zu testende Bein von der Auflage abhebt, besteht eine Vekürzung der Hüftbeugemuskulatur.

Um eine Verkürzung der Hüftanspreizmuskulatur zu überprüfen, legt man sich in Rückenlage auf eine Matte. Das zu testende Bein muss nun bei gestrecktem Knie zumindest 45° abgespreizt werden können; dabei darf sich das Becken nicht mitbewegen. Ist dies nicht möglich, liegt eine Verkürzung vor.

Auch eine Verkürzung der Wadenmuskulatur lässt sich überprüfen. Dabei begibt man sich ebenso in Rückenlage. Nun muss der Fuß des betroffenen Beins bei gestrecktem Knie zumindest in einem Winkel von 20° in Richtung Hüfte nach oben gezogen werden können. Ist dies nicht möglich, liegt eine Verkürzung vor.

Einer Muskelverkürzung vorbeugen

Um eine Muskelverkürzung zu verhindern, sollten entsprechende Dehnübungen durchgeführt werden. Auf diese Weise wirkt man den entstehenden Zugkräften des Muskels entgegen.

Ebenso sinnvoll ist es, den Antagonisten ausreichend zu trainieren. So bewirkt zielgerichtetes Krafttraining, dass einseitige Belastungen ausgeglichen werden und es gar nicht erst zu muskulären Dysbalancen kommt.

Als hilfreiche Dehnübung der Hüft- und Oberschenkelmuskulatur setzt man sich mit geradem Rücken auf den Boden und streckt beide Beine nach vorne. Nun winkelt man das linke Bein an und überkreuzt damit das rechte Bein, sodass der linke Fuß neben dem rechten Knie aufsetzt.

Dann streckt man den rechten Arm nach vorne aus und drückt mithilfe des rechten Ellbogens das angewinkelte Bein etwas nach außen. Mit der linken Hand stützt man sich am Boden (hinter dem Gesäß) ab. Den Oberkörper dreht man dabei nach links, sodass sich der Kopf knapp vor der linken Schulter befindet.

Hilfreiche Dehnübungen
Hilfreiche Dehnübungen

Eine weitere Übung sieht folgendermaßen aus: Man legt sich in Seitlage auf eine Matte. Das betroffene Bein liegt oben und wird im Kniegelenk in die hintere Richtung angewinkelt, während das untere Bein sowohl im Hüft- als auch im Kniegelenk in die vordere Richtung gebeugt ist.

Nun zieht man das obere Bein mit der oberen Hand weiter nach oben, indem man es mit der oberen Hand am Knöchel fasst. Auf diese Weise verstärkt man die Hüftstreckung und Kniebeugung, so weit, bis man ein Ziehen im Bereich der Leiste und des Oberschenkels verspürt.

Um die Hüftanspreizmuskulatur zu dehnen, setzt man sich auf eine Matte und winkelt die Beine an, sodass sich die Füße berühren. Die Ellbogen sorgen für eine Unterstützung der des Abspreizens nach außen. An der Innenseite der Oberschenkel sollte dadurch ein Ziehen zu verspüren sein.

Um die Wadenmuskulatur zu dehnen, stellt man sich in Schrittstellung an die Wand und stützt sich mit beiden Händen an dieser ab. Das betroffene Bein steht hinten.

Die Ferse stemmt man in den Boden, während man den Oberkörper und das Becken nach vorne bewegt, bis die hintere Ferse kurz davor ist, sich vom Boden abzuheben. In der Wade sollte dadurch ein Ziehen zu verspüren sein.

Positionen hält man für 20 bis 30 Sekunden und wiederholt sie drei mal pro Seite. Die Übungen sollten alle zwei bis drei Tage durchgeführt werden. Wichtig ist, sie stets langsam und vorsichtig durchzuführen und somit ruckartige Bewegungen zu vermeiden.

Grundinformationen zu Muskeln

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  • Bildnachweis: Bicycle spinning in the gym © Kzenon - www.fotolia.de
  • Bildnachweis: gym training © poco_bw - www.fotolia.de

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Paradisi-Redaktion - Artikel vom (zuletzt überarbeitet am )

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