Eine operative Entfernung der Milz bezeichnet man als Splenektomie. Ein solcher Eingriff kann aus verschiedenen Gründen vorgenommen werden.
Bei der Milz handelt es sich um ein Organ des lymphatischen Systems. Sie ist wichtig für die Abwehr von körperfremden Stoffen, da sie der Vermehrung der Lymphozyten, die zu den weißen Blutkörperchen gehören, dient. Außerdem sondert sie überalterte rote Blutkörperchen aus. Zu den lebenswichtigen Organen zählt die Milz jedoch nicht. Wird sie entfernt, übernehmen andere lymphatische Strukturen ihre Eigenschaften als lymphatisches Organ. Man findet die Milz im hinteren linken Oberbauch. Benachbarte Organe und Strukturen sind der Dickdarm, der Magen, das Zwerchfell und die Leber.
In der Medizin bezeichnet man eine operative Entfernung der Milz als Splenektomie oder Milzextirpation. Ein solcher Eingriff kann aus verschiedenen Gründen erforderlich sein. Zu den häufigsten Ursachen für eine Splenektomie gehört die Milzruptur, bei der es zu einem Riss des Organs kommt. Eine Ruptur wird häufig durch Verkehrs- oder Arbeitsunfälle sowie durch Sportverletzungen hervorgerufen. Da es bei einem Milzriss zu einer starken Blutung kommt, besteht in manchen Fällen sogar Lebensgefahr. Rupturen der Milz können sowohl einzeitig als auch zweizeitig sein. Ein weiterer Operationsgrund ist eine Milzvergrößerung, die aus unterschiedlichen Ursachen auftreten kann. Auch eine Milzvenenthrombose, die oftmals bei einer Bauchspeicheldrüsenentzündung der Fall ist, Milzzysten, eine Kugelzellanämie sowie Milztumore können eine operative Entfernung des Organs notwendig machen. Dagegen kommt es durch Morbus Hodgkin nur noch selten zu einer Splenektomie.
Ein Milzriss ruft häufig heftige Schmerzen im linken Oberbauch hervor. Kommt es zu starkem Blutverlust können auch die typischen Symptome eines Schocks auftreten. Dazu gehören kalter Schweiß, Blässe und Schwindelgefühle. Durch eine Vergrößerung der Milz besteht die Gefahr, dass andere Organe mechanisch beeinträchtigt werden.
Im Falle einer Milzruptur ist stets eine rasche Operation erforderlich. Im Vorfeld der Splenektomie verabreicht man dem Patienten eine Vollnarkose. Zuerst wird an dem Patienten ein Schnitt an der linken oberen Bauchregion vorgenommen, um die Milz freizulegen. Nachdem dies geschehen ist, löst der ausführende Chirurg die Verbindungen zu den benachbarten Organen. Außerdem unterbindet und durchtrennt er die Blutgefäße der Milz. Danach wird das Organ entfernt. Gegen Ende der Splenektomie legt man Drainagesysteme in den Bauchraum ein, die dazu dienen, Blut und Wundflüssigkeit aufzunehmen. In der Regel entfernt man die eingelegten Schläuche wieder nach ein paar Tagen.
Zwar gehört die Milz nicht zu den lebenswichtigen Organen, dennoch kann es durch ihre Entfernung zu gesundheitlichen Nachteilen kommen. So resultiert aus dem Fehlen der Milz eine Abwehrschwäche, was wiederum häufiger zu Infektionen führt.
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