Mandeln - Schützen vor dem Eindringen von Krankheitserregern in den menschlichen Körper

Als Mandeln (Tonsillen) werden die lymphatischen Organe in der Mundhöhle und dem Rachen bezeichnet. Sie dienen zum Schutz vor Krankheitserregern und Schadstoffen.

Bilden als Waldeyer'scher Rachenring ein Abwehrsystem und sind die erste Station im Körper, an der sich Bakterien sammeln können

Unter den Mandeln (Tonsillen) versteht man die lymphatischen Organe, die sich im Mundhöhlen- und Rachenbereich befinden. Sie setzen sich aus einer Ansammlung von lymphatischen Knoten zusammen.

Anatomie

Spricht man von den Mandeln, meint man damit in erster Linie die beiden Gaumenmandeln (Tonsilla palatina). Diese befinden sich zwischen den Gaumenbögen, am hinteren Gaumenende. Es gibt aber noch weitere Mandeln. Dies sind:

  • die Rachenmandel (Tonsilla pharyngea)
  • die Zungenmandel (Tonsilla lingualis)
  • die paarigen Tubenmandeln (Tonsilla tubaria)

In ihrer Gesamtheit werden die Mandeln als Waldeyer'scher Rachenring bezeichnet; damit ist das körpereigene Immunsystem gemeint, welches die Mandeln zusammen mit

bilden.

In der Pubertät erreichen die Mandeln ihr größtes Volumen. Im Erwachsenenalter gehen sie dann im Laufe der Zeit langsam zurück.

Bei den Mandeln handelt es sich um abgegrenzte bindegewebige Ansammlungen von Lymphfollikeln (Lymphknötchen), die sich unmittelbar unter dem Epithel der Schleimhaut befinden. Um ihre Oberfläche zu vergrößern, ist die Mandel in der Lage, einen Wulst aus Schleimhaut hervorzuwölben, was man als Beetmandel bezeichnet. Dagegen werden Mandeln ohne Reliefbildung auf der Schleimhaut Plattenmandeln genannt.

In den meisten Fällen ordnet sich das lymphoretikuläre Gewebe um Krypten (Cryptae tonsillae) und Grübchen (Fossulae tonsillares) an. Dadurch weisen die Mandeln eine zerklüftete Oberfläche auf. Oftmals werden die Tonsillen auch von Spüldrüsen unterlagert.

Die Mandeln gehören zum lymphatischen System
Die Mandeln gehören zum lymphatischen System

Aufgaben

Wichtigste Aufgabe der Mandeln, die einen Teil des Immunsystems bilden, ist die Abwehr von Krankheitserregern und Schadstoffen. Sie dienen also als Schutzvorrichtung für den Eingang der Luft- und Speiseröhre, indem sie als Detektor von schädlichen Organismen funktionieren, da die Mandeln die erste Station des Körpers sind, an der sich Bakterien lokalisieren.

Über das Blut oder die Lymphe können die Mandeln mit einem Antigen in Kontakt kommen. Sogleich findet durch die B- und T-Lymphozyten, Zellen, die sich in den Mandeln befinden, eine Immunantwort statt: B-Lymphozyten sind in der Lage, Antikörper, die sich gegen das erkannte Antigen richten, herzustellen, während T-Lymphozyten sich gegen bereits infizierte Zellen richten, um diese abzutöten. Aus diesem Grund wird die besagte große Oberfläche, die mit den Antigenen in Berührung kommt, benötigt.

Beschwerden und Erkrankungen der Mandeln

Entzündungen

Entzündete Rachenmandeln kommen häufig bei Kindern vor
Entzündete Rachenmandeln kommen häufig bei Kindern vor

Die Mandeln sind sehr anfällig für Entzündungen, da sie eine zerklüftete Oberfläche haben und unmittelbar mit der Nahrung in Kontakt kommen. Häufigste Erkrankung der Mandeln ist die Mandelentzündung, die man auch als Tonsillitis oder Angina tonsillaris bezeichnet.

Verursacht wird eine Mandelentzündung, die vor allem bei Kindern auftritt, von Bakterien. Dabei kommt es zu starken Halsschmerzen und Schluckbeschwerden, die auch mit Fieber einhergehen können.

Eine Behandlung der Entzündung erfolgt in der Regel mit Antibiotika. Kommt es immer wieder zu Mandelentzündungen, kann auch eine Entfernung der Mandeln vorgenommen werden.

Grafische Darstellung einer Mandelentzündung
Grafische Darstellung einer Mandelentzündung

Peritonsillarabszess

Besonders als Komplikation einer Mandelentzündung kann ein Peritonsillarabszess oder auch Mandelabszess entstehen. Dabei kommt es zu einer Eiteransammlung im Bereich der Mandeln sowie auch daran anschließend. Es entstehen abgekapselte Eiterherde, die man als Abszess bezeichnet.

In den meisten Fällen sind Bakterien für die Abszessbildung verantwortlich. Zu den Beschwerden zählen die einer Mandelentzündung, die sich nach Abklingen der Entzündung mit Fieber, Schluckbeschwerden und starken Schmerzen, die bis zum Ohr ausstrahlen, halten. Behandelt wird operativ; mitunter kann der Eingriff auch mit dem Entfernen der Mandeln kombiniert werden.

Wucherungen

Eine weitere Beeinträchtigung sind Wucherungen, die sämtliche Mandeln betreffen können. Treten Wucherungen an der Rachenmandel auf, bezeichnet man sie als Polypen oder Adenoide. In den meisten Fällen werden sie chirurgisch entfernt.

Tonsillensteine

Bei Tonsillensteinen oder Mandelsteinen handelt es sich um harmlose, wenige Millimeter große Gebilde, die aus Speiseresten, Bakterien und abgestorbenen Schleimhautzellen bestehen und einen üblen Geruch aufweisen. Man kann sie selbst entfernen, beispielsweise mithilfe eines Wattestäbchens, oder auch mit der Zunge. Im Laufe der Zeit lösen sie sich jedoch von alleine.

Tumore

Eine besonders schwere Erkrankung der Mandeln sind bösartige Mandeltumore, die zumeist aus den Zellen der oberen Schleimhautschicht entstehen. Mandeltumore sind allerdings sehr selten. Als Risikofaktoren gelten vor allem Tabakkonsum und Alkohol.

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Quellenangaben
  • angina © Dron - www.fotolia.de
  • Mandelentzündung © Henrie - www.fotolia.de
  • Lymphgefäsßsystem © marc osborne - www.fotolia.de
  • Tonsils - Angina Pectoris © decade3d - www.fotolia.de

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