Schwache Knochen durch Feinstaub? Studie sieht einen Zusammenhang

Zwei Untersuchungen bringen Knochenbrüche in Verbindung mit einer erhöhten Feinstaubbelastung

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  • von Paradisi-Redaktion
Blick auf den Auspuff eines blau-grauen Autos, das Abgase ausstößt

Der Verdacht steht seit einiger Zeit im Raum: durch das tägliche Einatmen von verschmutzter Atemluft werden die Knochen dünner und brechen entsprechend schneller. Das zeigten bereits Tierversuche: die eigentliche Balance zwischen Knochenaufbau und Knochenabbau verschiebt sich zugunsten des Abbaus und es entsteht Osteoporose. Nun gibt es zwei Beobachtungsstudien, die auch beim Menschen einen klaren Zusammenhang sichtbar machen.

Studie zum Zusammenhang von Knochenbrüchen und Feinstaubbelastung

Die erste Studie untersuchte 9,2 Millionen US-Patientendaten. Es wurde nachgesehen, wer aus dieser großen Gruppe mindestens einmal wegen Knochenbrüchen, die eindeutig auf Osteoporose zurückzuführen waren, im Krankenhaus war. Dies wurde in einen Zusammenhang zur gemessenen Feinstaubbelastung an der angegebenen Wohnadresse gesetzt. Tatsächlich fanden die Forscher einen Zusammenhang, der das Risiko in Gebieten mit schlechter Luft um vier Prozent steigen lässt.

Vier Prozent klingt nicht viel, doch wie sieht der Zusammenhang aus, wenn man vor allem die Teilgruppe der älteren Menschen betrachtet? Bei ihnen ist bereits aufgrund des steigenden Alters der Knochenabbau schneller als der Aufbau.

Verstärkt die Feinstaubbelastung im Alltag diesen Effekt weiter?

Dieser Frage widmete sich die zweite Studie, die mit Senioren aus den USA durchgeführt wurde. 692 Damen und Herren erklärten sich für eine Langzeituntersuchung bereit und ließen dafür zweimal im Abstand von acht Jahren ihre Knochendichte messen. Hinzu kamen Labortests zum Stoffwechsel der Knochen.

Die Forscher ermittelten außerdem, wie hoch die Feinstaubbelastung im Wohngebiet jedes Teilnehmers war und werteten die Ergebnisse gemeinsam aus: Es zeigte sich, dass sich durch viel Feinstaub und Ruß in der Luft der Wert des Parathormons veränderte. Dieses Hormon ist wichtig für die Verwertung von Kalzium im Körper und daher für den Knochenaufbau entscheidend. Der Spiegel des Botenstoffes im Blut sank insgesamt stärker, wenn der Betroffene in einer Region mit schlechten Luftwerten lebte. Gleichzeitig zeigte die zweite Messung der Knochendichte einen schlechteren Wert.

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