24. Juni 2010
Das Hören gehört zu den wichtigsten Wahrnehmungen des Menschen. Es kann jedoch durch unterschiedliche Störungen beeinträchtigt werden.
Das Hören ist die Sinneswahrnehmung von Schall und wird durch die Ohren ermöglicht. Aufgrund von Hörstörungen kann es jedoch zur Beeinträchtigung dieser Wahrnehmung kommen.
Die häufigste Beeinträchtigung des Gehörs ist die Schwerhörigkeit. Diese kann aus unterschiedlichen Gründen entstehen und wird in Schallleitungsschwerhörigkeit, Schallempfindungsschwerhörigkeit und Schallwahrnehmungsschwerhörigkeit unterteilt. Diese drei Formen von Schwerhörigkeit können aber auch gemeinsam auftreten.
Wenn die Schallwellen nur vermindert oder sogar überhaupt nicht mehr in das Innenohr übertragen werden, spricht man von einer Schallleitungsschwerhörigkeit. Die Ursachen dieser Hörstörung sind oftmals im Gehörgang zu finden. Dabei kann es sich um angeborene Fehlbildungen im Gehörgang, Verstopfungen durch Ohrenschmalz oder Fremdkörper, Knochenwucherungen, Verletzungen oder Tumore handeln. Aber auch Erkrankungen oder Verletzungen des Mittelohrs wie Mittelohrentzündungen, Mastoiditis, Otosklerose, eine Trommelfellperforation, ein Paukenerguss oder ein Schädelbasisbruch können der Grund für eine Schallleitungsschwerhörigkeit sein.
Im Fall einer Schallempfindungsschwerhörigkeit werden die Schallwellen zwar von der Gehörknöchelchenkette und dem Trommelfell richtig weitergegeben, es kommt jedoch nicht zu einer korrekten Weiterleitung und Verarbeitung der Signale. Mögliche Gründe für eine Schallempfindungsschwerhörigkeit sind Lärmschäden, Fehlbildungen des Innenohrs, Altersschwerhörigkeit, Schädelverletzungen, die Meniere-Krankheit oder ein Hörsturz. Manchmal werden die Signale auch nicht korrekt an das Gehirn weitergeleitet, wofür Nervenverletzungen, Entzündungen oder Tumore wie das Akustikusneurinom verantwortlich sein können.
Bei einer Schallwahrnehmungsschwerhörigkeit handelt es sich um eine Hörstörung, bei der die Probleme erst im Gehirn auftreten. Das heißt, die eingehenden Hörsignale werden vom Gehirn fehlgeleitet oder falsch verarbeitet. Dadurch hört der Patient Töne, mit denen er nichts anfangen kann. Verursacht wird eine Schallwahrnehmungsschwerhörigkeit zumeist durch Entzündungen, Gehirnblutungen, Schlaganfälle, Fehlbildungen oder Verletzungen wie ein Schädel-Hirn-Trauma.
In manchen Fällen können die Hörstörungen auch kombiniert auftreten, was z.B. bei einem Explosionstrauma oft vorkommt. So entsteht durch eine extreme Lärmbelastung der Ohren, wie einem Explosionsknall, eine kombinierte Schallleitungs- und Schallempfindungsschwerhörigkeit. Einerseits reißt durch den Druck der Schallwellen das Trommelfell und andererseits werden die Haarzellen des Innenohrs durch den lauten Knall geschädigt.
Die schwerste Beeinträchtigung des Gehörs ist die Gehörlosigkeit, die man auch als Taubheit bezeichnet. Taubheit kann angeboren sein oder durch bestimmte Erkrankungen wie Meningitis (Hirnhautentzündung), Enzephalitis (Gehirnentzündung), Mittelohrerkrankungen, Masern, Scharlach, Tuberkulose, Osteomyelitis oder Otosklerose erworben werden.
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