12. Mai 2010
Als Harnblase bezeichnet man ein Hohlorgan im kleinen Becken. Es dient zur Aufnahme und Speicherung von Urin (Harn).
Die Harnblase (Vesica urinaria) ist ein Bestandteil des Harntrakts. Das Hohlorgan befindet sich im kleinen Becken und dient zur Aufnahme und Zwischenspeicherung des Urins.
Beim Menschen liegt die Harnblase auf dem Beckenboden, unmittelbar hinter der Schambeinfuge. Das Hohlorgan ist wie ein muskulöser Sack, der im leeren Zustand von den Baucheingeweiden zusammengedrückt wird. Füllt sich die Blase, kommt es zu einer allmählichen Auskugelung. Unterteilt wird das Hohlorgan in verschiedene Bereiche. Dies sind der Harnblasenscheitel (Apex vesicae), der Harnblasenkörper (Corpus vesicae), der Harnblasenhals (Cervix vesicae) und der Harnblasengrund (Fundus vesicae). Im Harnblasenkörper befindet sich auch das Ende der beiden Harnleiter (Ureter). Diese stellen eine Verbindung zwischen Blase und Nieren her. Die Verbindung zur Harnröhre (Urethra), die für die Beförderung des Urins nach außen zuständig ist, wird wiederum vom Harnblasengrund hergestellt. Die Harnröhre bildet auch den Ausgang der Harnblase.
Wichtigste Funktion der Harnblase ist die Speicherung des Harns oder Urins, der von den Nieren produziert wird und über den Harnleiter in das Organ gelangt. Die Harnleiter münden an jeder Seite in die untere Region der Blase und haben einen schrägen Verlauf. Damit es nicht zu einem Rückfluss des Urins kommt, drücken die Muskeln der Harnleiterwand die Harnleiter zusammen. Erreicht die Harnblase einen bestimmten Füllungsgrad, kommt es zu einem Zusammenziehen der Muskeln, sodass der Urin nach außen befördert wird. Je nach Körpergröße liegt das Fassungsvermögen der Harnblase bei einem erwachsenen Menschen zwischen 600 und 1000 Millilitern. Harndrang tritt in der Regel ab einer Füllmenge von 200-500 Millilitern auf.
Durch verschiedene Verschlussmechanismen wird sichergestellt, dass die Harnblase während der Speicherung des Urins auch dicht ist. Dazu gehört zum einen der unmittelbar am Harnausgang liegende und von Muskelschlingen gebildete Sphinkter (innerer Verschluss) sowie der äußere Verschluss, der sich im Mittelteil der Blase befindet. Während der innere Verschluss nicht willkürlich beeinflusst werden kann, ist dies beim äußeren Verschluss möglich.
Mit der Menge der Füllung variiert auch die Größe der Harnblase. Dadurch liegt die Schleimhaut, von der die Innenseite der Blase ausgekleidet wird, in Falten, die bei zunehmender Füllung verstreichen. Um weiteren Raum in der Blase zu schaffen, sind die kugeligen Zellen (Deckzellen) der Schleimhaut in der Lage, abzuflachen. Außerdem wird durch die Deckzellen verhindert, dass es zu Schädigungen durch den aggressiven Harn kommt.
Entleert wird die Harnblase durch einen bestimmten Reflex. Dieser wird im Gehirn ausgelöst, das von den Nervenfasern Informationen über den Füllungszustand der Blase erhält. Auf diese Weise kann die Entleerung der Blase willkürlich gesteuert werden.
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