6. Januar 2011
Als Dupuytrensche Kontraktur bezeichnet man eine gutartige Bindegewebserkrankung an den Innenflächen der Hände. Wodurch die Krankheit ausgelöst wird, konnte bislang nicht geklärt werden.
Die Dupuytrensche Kontraktur wird in der Medizin auch als Dupuytren-Kontraktur oder Morbus Dupuytren bezeichnet. Bei dieser Erkrankung kommt es zu einer Veränderung des Bindegewebes. Sie wird zu den Fibromatosen gezählt.
Benannt wurde die Dupuytrensche Kontraktur nach dem französischen Mediziner und Operateur Guillaume Dupuytren (1777–1835). Betroffen von der Dupuytren-Kontraktur sind vor allem Männer im mittleren Alter. Besonders häufig tritt die Erkrankung in Europa und Nordamerika auf. In Asien und Afrika kommt sie dagegen nur selten vor. In den meisten Fällen werden beide Hände in Mitleidenschaft gezogen.
Bis heute konnte die Ursache für die Dupuytrensche Kontraktur nicht festgestellt werden. Allerdings gibt es häufig Zusammenhänge mit Lebererkrankungen wie Leberzirrhose. Aber auch Epileptiker oder Diabetiker sind oftmals von der Dupuytren-Kontraktur betroffen. Man vermutet, dass zudem Vererbung eine Rolle spielt.
Bei der Dupuytrenschen Kontraktur kommt es zu einem Umbau der Feinstruktur des Bindegewebes. Im Laufe der Zeit schrumpft das Gewebe der Sehnenplatte. Man unterteilt Morbus Dupuytren in vier unterschiedliche Schweregrade. Im 1. Stadium kommt es nur zu flächenhaften oder knotigen Verhärtungen an den Innenflächen der Hände. Im 2. und 3. Stadium verzieht sich das Gewebe immer mehr, was eine Fehlstellung des Ringfingers und des kleinen Fingers zur Folge hat. Im 4. Stadium besteht die Gefahr von Gelenkschäden. In diesem Fall können die betroffenen Finger nicht mehr gestreckt werden. Das Fortschreiten der Krankheit geht jedoch sehr langsam voran und kann Jahre dauern.
Für die Behandlung der Dupuytren-Kontraktur werden sowohl konservative als auch operative Maßnahmen angewandt. Allerdings führen Medikamente, Salbenverbände, Bestrahlungen und Injektionen nur selten zu einer nachhaltigen Besserung der Beschwerden. Aus diesem Grund wird im fortgeschrittenen Stadium meist ein operativer Eingriff durchgeführt. Dieser Eingriff wird allerdings erst dann vorgenommen, wenn starke Streckbehinderungen der Finger oder Schmerzen bestehen.
Vor der Operation verabreicht man dem Patienten entweder eine lokale Betäubung oder eine Vollnarkose. In den meisten Fällen führt man zunächst eine so genannte Blutleere durch. Dazu legt man dem Patienten eine Manschette um den Arm, damit die Blutzufuhr gedrosselt wird. Auf diese Weise erhält der behandelnde Chirurg eine bessere Sicht während der Operation. Im Verlauf des Eingriffs schneidet der Operateur die bindegewebige Veränderung heraus. Sehnen, Adern und Nervenstränge werden von dem veränderten Gewebe abgetrennt. In schweren Fällen, bei denen bereits ausgeprägte Gelenkschäden bestehen, kann auch eine Amputation von Fingern erforderlich sein, um das Funktionieren der Hand zu gewährleisten.
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