31. März 2009
Von K. Schumann
Unsere Geschlechtshormone oder auch Sexualhormone werden uns das erste Mal bewusst, wenn sie buchstäblich "verrückt spielen": in der Pubertät. Sexualhormone sind allesamt Steroidhormone und werden in den Gonaden, in der Nebennierenrinde oder in der Plazenta gebildet. Sie sind für die Ausbildung unserer sekundären und primären Geschlechtsorgane zuständig. Darüber hinaus erfüllen sie aber auch Aufgaben, die nicht sexualspezifisch sind.
Eigentlich ist der Begriff Geschlechtshormone ein wenig irreführend. Zwar unterscheidet man zwischen weiblichen und männlichen Geschlechtshormonen, doch gibt es genau genommen keine geschlechtsspezifischen Hormone, die die Geschlechter unterscheiden. Der einzige Unterschied liegt darin, dass wir unterschiedliche Mengen dieser Hormone besitzen bzw. produzieren. Frauen verfügen eben über mehr "weibliche" Geschlechtshormone und Männer über mehr "männliche" Geschlechtshormone. Italienische Forscher wollen übrigens herausgefunden haben, dass Verliebte sich hormonell annähern. Das heißt bei Männern, die Schmetterlinge im Bauch haben sinkt der Testosteronspiegel leicht, bei verliebten Frauen steigt er hingegen an.
Die wichtigsten Sexualhormone sind:
FSH (follikelstimulierendes Hormon)
FSH wird vom Hypophysenvorderlappen ausgeschüttet. Bei Männern regt FSH die Spermienbildung an. Bei Frauen bewirkt es die Reifung der Eizelle. Ebenso regt es die Ausschüttung von Östrogen aus den Eierstöcken an.
LH (luteinisierendes Hormon)
Durch das luteinisierende Hormon werden die so genannten Leydig-Zwischenzellen, die in den Hoden liegen, dazu angeregt Testosteron zu produzieren. Bei Frauen wird LH vor allem in der Mitte des Zyklus ausgeschüttet. Es unterstützt dort zusammen mit dem follikelstimulierenden Hormon die Eireifung, den Eisprung und bewirkt die Bildung des Gelbkörpers, welcher dann das Hormon Progesteron und in geringe Mengen auch Östrogen produziert.
Östrogene
Östrogene werden überwiegend in den Eierstöcken gebildet und vor allem in der ersten Hälfte des weiblichen Zyklus ausgeschüttet. Zu den Östrogenen gehören mehr als dreißig verschiedene Hormone, darunter zum Beispiel Estradiol, Estron und Estriol. Ihre Wirkung ist breit gefächert. In der Pubertät sorgen sie für die Ausprägung und Entwicklung der Geschlechtsmerkmale, wie Brust oder auch Haarwuchs. Nach der Menstruation sind sie für den Wiederaufbau der Gebärmutterschleimhaut verantwortlich. Auch im Knochenstoffwechsel spielen sie eine wichtige Rolle. Viele Frauen leiden deshalb in bzw. nach den Wechseljahren bedingt durch den Östrogenmangel an Osteoporose.
Progesteron
Wie bereits erwähnt wird Progesteron überwiegend vom Gelbkörper produziert. Progesteron bereitet die Gebärmutterschleimhaut für die Aufnahme der befruchteten Eizelle vor. In der frühen Schwangerschaft unterstützt es die Einnistung und das Wachstum der Frucht. Zudem ist Progesteron an der Milchbildung beteiligt.
Testosteron
Testosteron ist das wichtigste Sexualhormon des Mannes und gehört zur Gruppe der Androgene. Weitere Hormone dieser Gruppe sind zum Beispiel Androsteron oder Kortikosteron. Chemisch gesehen ist das Testosteron mit Progesteron und Östrogen verwandt. In der Pubertät ist Testosteron für das Wachstum der Hoden und des Penis verantwortlich. Auch die sekundären Geschlechtsmerkmale wie der Stimmbruch oder der Bartwuchs sind vom Testosteron abhängig. Zudem wird dem Testosteron die Anregung des Geschlechtstriebs und in gewisser Weise auch eine "typisch männliche Aggressionsbereitschaft" zugeschrieben. Übrigens ist Testosteron auch für die Glatzenbildung im höheren Alter verantwortlich.
Da Testosteron die Blutbildung fördert haben Männer einen höheren Gehalt an Hämoglobin, dem roten Blutfarbstoff, im Blut.
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