8. Juli 2010
Als Vererbung bezeichnet man die Weitergabe von Eigenschaften und Merkmalen von Generation zu Generation. Sie verläuft auf genetischer Ebene.
Unter der Vererbung versteht man in der Biologie die unmittelbare Übertragung von Eigenschaften von einer Generation zur nächsten. Diese verläuft auf genetischer Ebene und wird von der Übertragung von Fähigkeiten oder Kenntnissen, die man durch Lernen erwirbt, unterschieden. Die Wissenschaft, die sich mit der Vererbung beschäftigt, ist die Genetik.
Jeder Mensch verfügt über Erbinformationen, die er in den einzelnen Zellen seines Körpers mit sich trägt. Die Erbinformationen stellen sozusagen einen Bauplan für den Menschen und dessen verschiedene Körperfunktionen dar. Gespeichert sind die Informationen in der so genannten DNA, die man auch als Desoxyribonukleinsäure bezeichnet und bei der es sich um ein lang gezogenes Molekül handelt. Zusammengesetzt wird die DNA aus den Nukleotiden, einzelnen Bausteinen, die auf zwei Molekülsträngen aufgereiht sind, was einem Reißverschluss ähnelt. Bestimmte Abschnitte auf der DNA werden als Gene bezeichnet, die von Sequenzen der Bausteine gebildet werden und die sämtliche Abläufe im Organismus steuern. Insgesamt enthält das menschliche Erbgut ca. 30.000 Gene. Nach einem bestimmten Plan wird die DNA in kleinere Einheiten verpackt. Diese Einheiten bezeichnet man als Chromosomen. Jeder Mensch verfügt über 46 Chromosomen, bei denen man zwischen 44 Autosomen und 2 Gonosomen unterscheidet. Während die Autosomen und die Gonosomen der Frau doppelt vorliegen (XX), haben Männer die Gonosomen XY.
Bei der menschlichen Fortpflanzung kommt es zur Vererbung von jeweils einem halben Chromosomensatz durch die Eltern. Auf diese Weise erhält das Kind 23 Chromosomen vom Vater und 23 Chromosomen von der Mutter. Allerdings kommt es dabei aufgrund von Rekombinationen und Mutationen nicht zu einer völlig unveränderten Weitergabe des Genoms der Eltern. Des Weiteren spielen sich auch einige Vererbungsmechanismen außerhalb der Chromosomen ab.
Bei der Vererbung unterscheidet man zwischen dominanten und rezessiven Erbmerkmalen. Dabei setzen sich die dominanten Erbmerkmale gegen die rezessiven Merkmale durch. Hat z.B. die Mutter dunkle Haare und der Vater dagegen helle Haare und setzt sich das Gen der Mutter, das für die Haarfarbe zuständig ist, durch, bekommt auch das Kind eine dunkle Haarfarbe, da es sich dabei um ein dominantes Erbmerkmal der Mutter handelt. Durch die Vererbung kann es jedoch auch zu Erbkrankheiten kommen, die zumeist rezessiv vererbt werden. Aber auch dominant vererbte Krankheiten wie z.B. Chorea Huntington sind im Bereich des Möglichen.
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