18. Mai 2010
Als Gelenk (Articulatio) bezeichnet man eine bewegliche Verbindung zwischen zwei oder mehreren Knochen. Dabei unterscheidet man zwischen verschiedenen Gelenkformen.
Mit einem Gelenk (Articulatio) werden zwei oder mehrere Knochen miteinander verbunden. Auf diese Weise lässt sich, je nach Form des Gelenks, die Bewegungsrichtung der Knochen bestimmen. Bei einem intakten Gelenk kommt es zu einer glatten Bewegung, bei der die verbundenen Knochen nicht aneinander gerieben werden.
Gelenke werden in zwei Formen unterteilt. Dabei spricht man von diskontinuierlichen (echten) und kontinuierlichen (unechten) Gelenken. Als echte Gelenke oder Diarthrosen bezeichnet man Gelenke, die eine Unterbrechung (Diskontinuität) zwischen den Knochen, die am Gelenk beteiligt sind, aufweisen. Solch eine Diskontinuität wird auch Gelenkspalt genannt. Durch diesen Spaltraum werden die Gelenkflächen, die vom Gelenkknorpel überzogen werden, voneinander getrennt. Auf der Außenseite umgibt das Gelenk eine straffe Gelenkkapsel, die an einigen Stellen über Kapselbänder verfügt. Eine Gelenkkapsel setzt sich aus zwei Schichten zusammen. Die sind die Membrana fibrosa, die äußere Schicht, die aus kollagenen, straffen Bindegewebe besteht und die Membrana synovialis, die innere Schicht, die man auch Gelenkinnenhaut nennt. Durch eine Gelenkkapsel wird ein in sich abgeschlossener Hohlraum gebildet. Dabei handelt es sich um die Gelenkhöhle, die mit Gelenkschmiere (Synovia), einer viskosen Flüssigkeit gefüllt ist. Zu den echten Gelenken gehören z.B. das Kniegelenk (Articulatio genus), das obere Sprunggelenk (Articulatio talorcruralis), das untere Sprunggelenk (Articulatio talocalcaneonavicularis), das Hüftgelenk (Articulatio coxae) sowie das Schultergelenk (Articulatio humeri). Des Weiteren verfügen echte Gelenke über unterstützende Hilfsstrukturen wie Bänder (Ligamenta), Gelenkzwischenscheiben (Disci oder Menisci articulares), Gelenklippen (Labra articularia), Gelenktaschen (Recessus articularis) und Schleimbeutel (Bursae synoviales). Eine Sonderform stellen die Amphiarthrosen dar, die zwar zu den echten Gelenken gezählt werden, jedoch nur über eine eingeschränkte Beweglichkeit verfügen.
Unter so genannten unechten Gelenken versteht man bindegewebige und knorpelige Gelenke, die keinen Gelenkspalt haben und nur eingeschränkt beweglich sind. Als Wachstumszonen des Körpers haben sie dennoch eine wichtige Funktion. Als unechte Gelenke bezeichnet man knorpelige Knochenverbindungen wie Synchondrosen, die über hyaline Knorpel verbunden sind, Symphysen, die über Faserknorpel verbunden sind sowie Bindegewebsgelenke wie Suturen, Syndesmosen und Gomphosen.
Echte Gelenke werden nach ihrer Form weiter unterteilt. Dazu gehören das Kugelgelenk (Articulatio sphaeroidea) wie z.B. das Hüftgelenk oder das Schultergelenk, das Scharniergelenk (Ginglymus) wie die Fingergelenke, das Ellipsoid- oder Eigelenk (Articulatio ellipsoidea) wie das Kopfgelenk, das Sattelgelenk (Articulatio sellaris) wie das Gelenk zwischen Mittelhandknochen und Handwurzelknochen, das bicondyläre Gelenk (Articulatio bycondylaris) wie das Kniegelenk, das Drehgelenk (Articulatio plana), das straffe Gelenk (Amphiarthrose) wie das Iliosakralgelenk sowie das Roll-, Rad oder Zapfengelenk (Articulatio trochoidea) wie das Radioulnargelenk.
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